Rekordversuch in Florida 05.05.2014, 09:43 Uhr

82-jähriger will mit Elektro-Dragster 320 km/h erreichen

Der Dragster-Veteran Don Garlits setzt auf Strom statt auf Sprit. Auf der Viertel Meile will er ein Tempo von mehr als 200 Meilen pro Stunde erreichen. Bei ersten Tests kam er seinem Ziel schon nahe.

Don Garlits mit seinem Elektro-Dragster: Der 82-jährige Pilot will mit seinem Dragster einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Bislang hat er 184 Meilen pro Stunde geschafft. Seine Ziel ist die Marke von 200 Meilen pro Stunde, umgerechnet 320 km/h.

Don Garlits mit seinem Elektro-Dragster: Der 82-jährige Pilot will mit seinem Dragster einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Bislang hat er 184 Meilen pro Stunde geschafft. Seine Ziel ist die Marke von 200 Meilen pro Stunde, umgerechnet 320 km/h.

Foto: Don Garlits/Foto: Lisa Crigar

Don Garlits kann es nicht lassen. Im Alter von 82 Jahren will er seine stolze Sammlung an Weltrekorden noch einmal vergrößern. Sein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, ein so genannter Dragster, soll erstmals die 200-Meilen-pro-Stunde-Grenze knacken.

Sechs Elektromotoren mit 2000 PS Leistung

Dafür hat er nur ein paar Sekunden Zeit, denn nach einer Viertel Meile (402 Meter) ist das Rennen schon zu Ende. Sechs Motoren mit einer Leistung von insgesamt rund 1500 Kilowatt, das sind stolze 2000 Pferdestärken, sollen seinen Swamp Rat SR-37 im Brandenton Motorsports Park in Florida auf umgerechnet rund 320 km/h beschleunigen. Dabei wird er mit dem Fünffachen seines eigenen Gewichts ins Polster gepresst. Bei extremen Flugmanövern von Kampfflugzeugen werden die Piloten ähnlich strapaziert. Das ist nur auszuhalten, weil Garlits einen Spezialsitz hat, der die Körperkräfte flächig aufnimmt.

Das Spektakel findet statt im Bradenton Motorsports Park in der Kleinstadt Bradenton/Florida. Bei seinem ersten Rekordversuch schaffte Garlits jetzt 184,01 Meilen pro Stunde. „Das ist ein gutes Ergebnis, weil das Fahrzeug brandneu ist“, sagte der nur „Big Daddy“ genannte Garlits der örtlichen Tageszeitung Ocala Star Banner. Aber er gibt nicht auf, in den nächsten Wochen die 16 Meilen pro Stunde noch draufzulegen.

Hight-Tech-Batterie entfaltet Super-Power in kurzer Zeit

Die Idee, einen rein elektrisch angetrieben Dragster zu bauen, hatte der Veteran vor zwei Jahren. Die Motoren lieferte General Electric, den Lithium-Polymer-Batterieblock High Tech Systems LLC aus Aurora in Colorado. Das Unternehmen ist Spezialist für Akkus, die sehr große Mengen an Strom in kurzer Zeit liefern müssen. Die Super-Batterie soll nach Medienberichten allein rund 150.000 US-Dollar kosten.

Don Garlits im Cockpit seines Elektro-Dragsters: Nur durch einen Spezialsitz kann er die enormen Kräfte auf seinen Körper während der Beschleunnigung aushalten.

Don Garlits im Cockpit seines Elektro-Dragsters: Nur durch einen Spezialsitz kann er die enormen Kräfte auf seinen Körper während der Beschleunnigung aushalten.

Quelle: Don Garlits

Garlits, der heute vor allem ein Museum betreibt, begann seine Dragster-Karriere schon im Jahr1950. Fünf Jahre später feierte er seinen ersten Sieg. Jeweils als erster durchbrach er die Marken 170, 180, 200, 240, 250, und 270 Meilen pro Stunde auf der Viertel-Meilen-Strecke. Die meist selbst entwickelten Fahrzeuge waren mit lärmenden Verbrennungsmotoren ausgestattet. Er gewann 17 Welt- und acht US- Meisterschaften. Außerdem siegte er bei 144 nationalen Rennen.

1959 explodierte der Kompressor seines Fahrzeugs. Er erlitt schwere Verbrennungen. Elf Jahre später flog ihm das Getriebe um die Ohren. Dabei verlor er einen Teil seines rechten Fußes. Was ihn aber nicht davon abhielt, nach seiner Genesung weitere Rennen zu bestreiten. Heute ist er ein wenig nachdenklicher geworden. „Betet für meine Sicherheit“, bat er seine zahllosen Fans vor dem Rekordversuch. Heutige Dragster explodieren zwar nicht mehr. Doch eine Gefahr besteht immer: Dass sie abheben wie ein Flugzeug, allerdings nur kurzfristig. Die Landung kann zur Katastrophe werden.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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