Drucker 26.05.2000, 17:25 Uhr

Hightech-Geräte im Designerlook für die Drucker von morgen

Schon vor Wochen feierte die Fachpresse den Digitaldruck als das Kennzeichen der Drupa 2000. Doch die Messe bietet weit mehr – ausgefeilte neue Technologien neben Innovationen des klassischen Maschinenbaus.

Drucker stehen auf Design – das zeigt ein Rundgang durch Hallen der Düsseldorfer Messe. Wer nach den Highlights der Drupa 2000 fahndet, stößt recht oft auf durchgestylte Hochleistungsmaschinen.
Eines der auffälligsten Ausstellungsstücke ist auch mit der technologische Höhepunkt der Druckmesse – die digitale Offsetdruckmaschine Dicoweb von MAN Roland in der Printcity (Halle 6, Stand B78). Entwicklungskonstrukteur Josef Göttling hat sich anfangs gegen das trendige, geschwungene Design der Stahltüren für den Zugang zu den Druckwerken gewehrt. „Das mit Stahl zu machen ist teurer, als einfache, rechteckige zu nehmen. Heute bin ich froh, dass ich mich nicht durchgesetzt habe. Die Resonanz ist sehr positiv.“
Die Dicoweb ist die weltweit erste digitale Offsetmaschine mit geschlossenem Workflow. Normalerweise gilt es beim Offset bei jedem neuen Job die Druckform zu wechseln – immer braucht es eine Person, die in den Prozess eingreift.
In Zusammenarbeit mit Creo hat MAN Roland in der Dicoweb erstmals wiederbeschreibbare Zylinder eingebaut. Die Beschriftung der Edelstahloberfläche erfolgt über ein polymerbeschichtetes Thermotransferband. Ein Infrarotlaser erhitzt mit mehr als 200 Kanälen punktweise die Kunststofffolie, die dadurch auf den Zylinder übertragen wird. Echte Auflösungen von bis zu 3200 dpi seien möglich.
Die Druckform reicht für mehr als 30 000 Exemplare, eine 50 000er Auflage liege im Bereich des möglichen, erläutert Josef Göttling. Ist der Job beendet, reinigt sich der Zylinders binnen 3 min selbsttätig und ist fertig für den nächsten Job.
Nexpress, die gemeinsame US-Tochter von Kodak und Heidelberger Druckmaschinen, präsentiert mit der Nexpress 2100 eine durchgestylte digitale Hochleistungsdruckmaschine, die jedoch mit einem Dryink-Verfahren arbeitet (Halle 2, Digital Print Solutions).
Nexpress verspricht den Kunden bis zu 600 dpi und ein hohes Qualitätsniveau, ohne die Zuverlässigkeitsprobleme der üblichen elektrografischen Verfahren. Mit einer Druckleistung von 2100 Vierfarb-Bögen/h (Format DIN-A3+) erschließt er neue Geschäftsfelder für den Digitaldruck.
Der dritte im Bunde der großen Offset-Hersteller, die Frankenthaler Koenig & Bauer AG (KBA), wartet mit der kompakten, wasserlos betriebenen Zeitungsrotation Cortina auf (Halle 16, Stand D 44). Eine Achterturmrotation (Leistung: 80 000 Exemplare/h) lässt sich mit einer Aufbauhöhe von nur 3,4 m realisieren. „Das war nur durch die wasserlose Offsettechnik möglich, weil dann die ganzen Nasstechnikkomponenten entfallen, und wir wesentlich komprimierter bauen konnten“, erläutert Entwicklungsingenieur Wolfgang Reder. Dadurch verringere sich auch die Makulatur und man könne eine konstant hohe Druckqualität erreichen. Die Markteinführung sei aber erst für 2002 geplant.
Heidelberg stellte in einem abgegrenzten Bereich (Halle 2, Concept Studies), einige Studien vor, darunter die Kombination einer Offsetmaschine mit einem Tintenstrahldrucker. „Wir können DIN-A3-Bögen mit diesem Verfahren sehr schnell drucken, mit bis zu 10 000 Bögen/h“, erläutert Entwicklungsingenieur Martin Greive. Der Clou: Die Kombination erlaubt individualisiertes Drucken, ohne auf Offsetqualität und Geschwindigkeit zu verzichten. „Vor allem das Interesse der Kunden aus dem Mailinggeschäft ist groß.“
Technisch bestand die Herausforderung vor allem darin, aus einzelnen Tintenstrahldruckköpfen mit je 32 dpi Auflösung einen 325 mm breiten 600 dpi-Druckkopf zu kreieren. „Wirklich schwierig wird es aber, die auftretenden hochfrequenten Schwingungen unter Kontrolle zu bekommen“, so Greive. Jede Erschütterung könne zum Lufteintritt in die Düsen der piezogetriebene Druckköpfe führen und die Druckqualität verringern.
Ebenfalls ein Designstück und viel Beachtung findet eine Entwicklung der belgischen Barco (Halle 9, Stand 26). Mit dem Tintenstrahldrucker the.factory, der bis zur Messe strickt verhüllt wurde, will die Barco Graphics Division erstmals eine Tintenstrahllösung bieten, die variables und digitales Drucken sowie Hochgeschwindigkeit (800 m2/h) für Industrieanwendungen präsentiert. Die Maschine ist eine Koproduktion mit dem britischen Tintenstrahlspezialisten Xaar und dem deutschen Maschinenhersteller Metronic, der den eigentlichen Rahmen und die mechanische Verarbeitungseinheit lieferte.
Das Drucksystem der kobaltblauen, fast würfelförmigen Maschine (2 m x 2,4 m) basiert auf einer Piezo-Keramik-Technologie. Die Druckköpfe können bis zu 5000 Tropfen/s freisetzen. Jede der neun Druckkopfkartuschen bietet laut Barco eine Auflösung von 360 dpi. Die ersten Lieferungen der mindestens 1 Mio. Euro teuren the.factory soll im 1. Quartal 2001 erfolgen.
Pfiffige Lösungen auf Basis des klassischen Maschinenbaus liefert hingegen Bielomatik für das Books-on-Demand-Business (Halle 11, Stand A 06). Geschäftsführer Peter Schmidkonz glaubt, dass er mit der Bookmaster 360 diesem Bereich ganz neue Impulse geben kann, weil bislang inline bei Books-on-Demand mit Softcovern gearbeitet wird. Aber richtige Bücher, das sei was anderes.
Die Bookmaster 360 kann die eingehenden Seiten binnen Minuten in einen auch für Buchfreunde ansprechenden Hardcover-Band mit Klebebindung verwandeln. „Die Maschine arbeitet im 10-SekundenTakt. Wir können wirklich mit der Auflage 1 wirtschaftlich arbeiten, weil es der Maschine in einem weiten Bereich egal ist, wie dick das Buch ist und welches Format es hat“, erläutert Peter Schmidkonz. Die Dicke des Buchs kann zwischen 6 mm und 60 mm liegen. An der Inline-Zuführung der Hardcover arbeitet Bielomastik zurzeit noch.
Die Ingenieure der hessischen Maschinenfabrik Goebel präsentieren auf der Drupa erstmals die Combiprint, eine Multiprozess-Rollendruckmaschine für die Inline-Fertigung im Verpackungsbereich (Halle 16, Stand B 40). Sie verarbeitet nicht nur eine Vielzahl von Materialien wie Folien, Karton, Faltschachteln, Nassklebeetiketten und Papier, sondern kombiniert auch verschiedene Druckverfahren: Offset-, Sieb- und Flexodruck sowie Prägefolien. Derartige Kombinationsgeräte seien bereits aus dem Etikettendruck bekannt, so Felix Berg, Leiter für Forschung und Versuch bei Goebel. Zusammen mit dem Partner Nilpeter habe man in den letzten anderthalb Jahren die Technik für den Verpackungsdruck verfügbar gemacht. swe
Tinte für Industrieanwendungen: Neuer Hochleistung-Tintendrucker the.factory von Barco.
Ein richtiges Designerstück: Die technologisch hochinteressante, plattenlose Druckmaschine Dicoweb von MAN Roland erlaubt erstmals im Offset einen geschlossenen digitalen Workflow.
Kompaktbau: Die wasserlos arbeitende Zeitungsrotation Cortina von Koenig & Bauer AG.
Bislang unbekannte Qualität: Die Nexpress 2100, eine gemeinsam von Kodak und Heidelberg entwickelte Digitaldruckmaschine.

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