CeBIT 2013 01.03.2013, 17:00 Uhr

Sicherheit aus der Cloud: Einzellösungen sind besonders gefragt

Bereits im vergangenen Jahr wollte der Bitkom in einer gemeinsamen Studie mit der Universität Regensburg herausgefunden haben, dass mittelfristig jedes vierte Unternehmen das sogenannte „Security as a Service“, also Sicherheit aus der Cloud, nutzen wird. Jetzt zeigt sich: Es sind offenbar eher punktuelle Systeme, die den Anwender begeistern.

"Security as a Service", also Sicherheit aus der Cloud, ist bei Unternehmen nicht so gefragt, wie erhofft.

"Security as a Service", also Sicherheit aus der Cloud, ist bei Unternehmen nicht so gefragt, wie erhofft.

Bitkom-Präsident Dieter Kempf war seinerzeit voll des Lobes: „Dank ‚Security as a Service‘ können Unternehmen ihre Ressourcen besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.“ Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Analysten von Gartner. In ihrer neuesten Marktprognose bilden Cloud-Management und Security-Services ein eigenes Segment. Dazu gehören beispielsweise Cloud-Security-Services, Operations-IT-Management (ITOM) und Storage-Management (inklusive Back-up und Recovery Services). Das Cloud-Management und die Sicherheitsdienste sollten demnach bis 2016 voraussichtlich auf ein Volumen von 3,3 Mrd. $ weltweit kommen.

 Die Realität sieht aber (noch) anders aus, wie die Unternehmensberatung KPMG in ihrem aktuellen „Cloud-Monitor 2013“ vor wenigen Tagen berichtete. Kollaboration und Kundenbeziehungsmanagement (CRM) bleiben demzufolge die wichtigsten Anwendungsfelder für Software, die deutsche Unternehmen aus der Public Cloud („Software as a Service“– SaaS) beziehen. So haben 19 % der deutschen Public-Cloud-Nutzer Kollaborationsanwendungen im Einsatz. Weitere 19 % derjenigen Unternehmen, die an Public-Cloud-Computing interessiert sind, haben konkrete Pläne für Kollaborationsanwendungen aus der Public Cloud. Intensiv diskutiert werden daneben insbesondere CRM- und Telefonie-Lösungen, auch branchenspezifische SaaS-Lösungen gewinnen derzeit deutlich an Interesse. Eher abgeschlagen dann das Thema Cloud-Security: 8 % der Unternehmen nutzen derlei Services, und nur 5 % planen es.

„Die große Mehrheit der Nutzer steht der Cloud aufgrund positiver Erfahrungen zunehmend aufgeschlossen gegenüber“, sagt Bruno Wallraf, Partner und Cloud-Experte bei KPMG. Es dürfe aber nicht verschwiegen werden, dass in diesem Jahr eine Polarisierung zu erkennen sei: „Im Vergleich zum Vorjahr ist sowohl die Zahl der Cloud-Befürworter als auch die Zahl der Cloud-Skeptiker gewachsen. Das bedeutet nach unserer Einschätzung einen weiteren Schritt im Reifegrad.“

In der Tat: Das, was die IT-Industrie auf der CeBIT an Security-as-a-Service-Lösungen zeigt, dient eher der strukturierten Unterstützung einzelner Gefährdungsbereiche und ist noch kein Rundumschlag. T-Systems beispielsweise hat sich drei Schwerpunkte in seinem Security-SaaS-Portfolio gesetzt: „Secure Dataroom“, „Mobile Security“ und „Business Mail Protect“.

Bei Secure Dataroom bekommen Unternehmen einen webbasierten Datenraum, in dem sie firmenrelevante Dokumente nicht nur ablegen, sondern revisionssicher und unternehmensübergreifend mit mehreren Nutzern bearbeiten können. Mobile Security schützt vor Viren, Würmern, Trojanern, Spyware und Phishing-Webseiten, aber auch vor dem Verlust von Smartphone, Tablet oder Laptop. Dann lokalisiert der Dienstleister das Gerät, sperrt es und löscht die Daten per SMS. Und das Mail-Protect-System ist im Grunde nicht mehr als eine weitere Barriere, die eingehende E-Mails prüft, noch bevor diese überhaupt ins unternehmensinterne Netzwerk eindringen können.

In eine ähnliche Richtung geht das Angebot „Managed Desktop“ des Kölner Unternehmens Pironet NDH. Es richtet sich an mittlere Unternehmen, die so per Cloud-Lösung ihre lokale Endgeräte-Infrastruktur verwalten lassen. Systemupdates, Patches oder auch Softwareaktualisierungen werden dabei zentral aus der Cloud aufgespielt, die Anwender müssen sich darum nicht mehr kümmern. „In vielen mittelständischen Unternehmen verschlingt die Pflege der Arbeitsplatzrechner immer noch mehr als 50 % der IT-Kosten“, sagt Khaled Chaar, Managing Director Business Strategy bei Pironet NDH. Sein Angebot sei deshalb auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten, die den Wartungsaufwand ihrer existierenden IT-Landschaft reduzieren möchten. Managed Desktop stellt den Kunden einen Softwarekatalog ähnlich dem eines App-Stores zur Verfügung. Hierüber wählen Anwender per Mausklick eine neue Anwendung aus, die dann automatisch auf dem jeweiligen PC oder Notebooks installiert wird.

Alternativ lassen sich Applikationen im Push-Verfahren zentral auf sämtliche Unternehmensrechner aufspielen. Das Tool soll die gesamte Betriebssystem- und Applikationslandschaft eines Anwenders zentral in der Business Cloud von Pironet NDH sichern. So lasse sich z. B. bei einem physischen Defekt eines Rechners das gesamte System auf einem neuen Gerät wiederherstellen. Bei einem Verlust oder Diebstahl des Gerätes erhalten so Drittnutzer auch hier keinen Zugriff auf das System und die Applikationen.

Vor allem mobilen Anwendern hat sich das finnische Unternehmen F-Secure mit seinem „Protection Service for Business“ verschrieben. Dabei durchsucht ein Software-Updater die Geräte nach fehlenden Softwareaktualisierungen und senkt so das Sicherheitsrisiko. Es ist ein Tool für Patches von Drittanbieter-Anwendungen mit zentralem, webbasiertem Management für IT-Administratoren. SVEN HANSEL

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