Deutsche Cloud 29.09.2014, 16:13 Uhr

Oracle eröffnet zwei Rechenzentren in Deutschland

Der amerikanische Software-Konzern Oracle eröffnet in den nächsten Wochen zwei Rechenzentren in München und Frankfurt. Damit will Oracle dem Sicherheitsbedürfnis deutscher Unternehmen entgegenkommen.

Oracle-Chef Larry Ellison kündigte auf der Oracle Open World 2014 in San Francisco an, dass der Konzern zwei Rechenzentren in Deutschland aufbauen wird, um den Bedenken deutscher Unternehmen gegen Server in den USA entgegen zu kommen.

Oracle-Chef Larry Ellison kündigte auf der Oracle Open World 2014 in San Francisco an, dass der Konzern zwei Rechenzentren in Deutschland aufbauen wird, um den Bedenken deutscher Unternehmen gegen Server in den USA entgegen zu kommen.

Foto: dpa/Monica Davey

Dem Cloud Computing – dem Rechnen und Speichern von Daten in einem entfernten Rechenzentrum – gehört die Zukunft. Davon ist auch der US-Softwarekonzern Oracle überzeugt. Auf der Tagung Oracle Open World am Wochenende in San Francisco kündigte Oracle-Chef Larry Ellison an, in München und Frankfurt am Main jeweils ein neues Rechenzentrum zu eröffnen. Noch vor Jahresende sollen sie den Betrieb voll aufnehmen.

Datensicherheit ist sensibles Thema in Deutschland 

Damit werde der wachsenden Nachfrage nach Diensten auf Cloud-Basis in Deutschland Rechnung getragen, teilte Oracle mit. Die neuen Rechenzentren würden die bereits bestehenden Zentren in Großbritannien und den Niederlanden ergänzen und den europäischen Kunden noch mehr Alternativen bieten.

Aber nicht nur die wachsende Nachfrage im Cloudgeschäft allein dürfte es aus Sicht von Oracle ratsam erscheinen lassen, jetzt den Fuß in die Tür des deutschen Cloud-Marktes zu bekommen. Denn nach der NSA-Spionageaffäre wollen deutsche Unternehmen ihre Daten lieber in Europa halten als auf irgendwelchen amerikanischen Servern.

Auch Hewlett-Packard und Microsoft haben das erhöhte Sicherheitsbedürfnis für sich als Chance entdeckt und entwickeln Strategien, wie sie eine Online-Datenverwaltung anbieten können, die ohne Server in Übersee auskommt. Im Projekt „Cloud 28+“ von HP etwa soll ein gemeinsamer Datenraum für Europa, ähnlich dem europäischen Wirtschaftsraum, entwickelt werden.

Jürgen Kunz, der Oracle-Chef von Deutschland, sieht solche Bestrebungen mit Skepsis. Zwar sei in Deutschland die Datensicherheit ein „besonders sensibles Thema“, aber es sei nicht notwendig, sich in einem einzelnen Datenraum abzuschotten. Es gehe um die sichere Lagerung der Daten, das dürfe man nicht mit der NSA-Diskussion vermischen und Geheimdienste gebe es schließlich auch in Deutschland, sagte Kunz der Nachrichtenagentur dpa.

Datenlagerung ist rechtlich unsicheres Terrain

Tatsächlich bewegen sich insbesondere die amerikanischen Cloud-Anbieter in Europa rechtlich auf unsicherem Terrain. Denn bis jetzt können sie der europäischen Kundschaft nicht verbindlich zusagen, dass deren Daten nicht an den US-Geheimdienst weitergegeben werden müssen, falls eine Anfrage von dort kommt.

Microsoft wehrt sich zurzeit gegen ein Gerichtsurteil, nach dem das Unternehmen E-Mails von Kunden herausgeben muss, obwohl diese nicht auf amerikanischen, sondern auf irischen Servern gespeichert sind. Die Richterin argumentierte, es komme nicht darauf an, wo die Daten sich befinden, sondern von wem sie gelagert werden.

Dieses Urteil hat nicht nur deutsche Unternehmen, sondern auch die Bundesregierung aufgeschreckt. Wie die New York Times berichtete, habe ein deutscher Regierungsmitarbeiter gegenüber Brad Smith betont, dem Chefjustiziar von Microsoft, dass die Bundesregierung ihre Daten niemals einem US-Anbieter wie Microsoft in der Cloud anvertrauen würden, falls das Urteil rechtskräftig würde.

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