Informationstechnologie 04.01.2013, 11:33 Uhr

Cloud-Computing wird 2013 zum Normalfall

Cloud-Computing ist inzwischen wesentlich weiter verbreitet, als es den Hardwareanbietern lieb sein kann. Amazon, Salesforce, Google und die Deutsche Telekom berichten davon, dass immer mehr geschäftskritische Anwendungen erfolgreich in der Wolke laufen. Für das gerade angelaufene Jahr wird mit einer explosionsartigen Ausweitung gerechnet.

Das Cloud-Computing, der Bezug von Software und Infrastruktur aus dem Internet, setzt sich immer stärker durch und könnte bereits in diesem Jahr der Normalfall sein, wogegen die hausinterne Datenverarbeitung mehr und mehr zur Ausnahme werden wird. Das ist zumindest die Ansicht der großen Anbieter wie Amazon, Google, Salesforce und der Deutschen Telekom.

Besonders groß ist das Interesse der IT-Chefs an der Cloud-Struktur, wie sie etwa von Amazon mit der AWS-Plattform (Amazon Web Services) angeboten wird. Hierbei handelt es sich um eine flexibilisierte Hosting-Plattform. Das heißt, das jeweilige Unternehmen und deren IT-Chef entscheiden weiterhin über wichtige Parameter ihrer IT-Verarbeitung, ohne dass sie dabei auf die wesentlichen Vorzüge von Cloud-Computing verzichten müssen. Diese sind insbesondere: Bezahlen nur nach Nutzung, die freie Skalierbarkeit nach oben und nach unten sowie Mandantenfähigkeit.

Cloud-Computing: Telekom lockt Mittelstand aus der Reserve

Einer der wichtigsten Parameter für die europäischen IT-Chefs ist der Standort, an dem die Cloud-Verarbeitung stattfindet bzw. wo die jeweiligen eigenen Daten gespeichert sind. Hier sind vor allem die Anbieter gut aufgestellt, die einen Heimvorteil haben. In Deutschland ist das beispielsweise die Telekom, die eigenen Angaben zufolge der größte Cloud-Provider in Deutschland ist. So spricht das Unternehmen mit seinem „Business Marketplace“ vor allem den einstmals „Cloud-resistenten“ Mittelstand an. Inzwischen haben sich bereits 7500 Firmen auf dieser Plattform registriert, auf der jetzt auch Microsofts Cloud-Angebot Office 365 verfügbar ist. Rund 20 Apps stehen für verschiedene Themenbereiche zur Verfügung, bis zur CeBIT soll das Angebot verdoppelt werden. Doch die Menge ist laut Telekom-Cloud-Chef, Dirk Backofen zweitrangig: „Alle potenziellen Partnerangebote werden einer intensiven Qualitätsüberprüfung unterzogen.“

Bei Amazon kennt man die Regionalproblematik und will diese mit verteilten Rechenzentren und Zonen lösen. So gibt es inzwischen neun Regionen mit 25 verschiedenen physikalischen Standorten. Neben den vier US-Regionen gibt es auch eine europäische Region mit zwei unterschiedlichen physischen Rechenzentren. Das bedeutet, der Kunde entscheidet, wo er seine Anwendungen gehostet haben möchte und wie viele Spieglungen er davon betreiben will.

Inzwischen wurden viele Cloud-Testinstallationen zu permanenten Produktionsumgebungen ausgebaut. Beispielsweise betreibt die Nasdaq-Börse ihre gesamte Compliance- und Protokoll-IT auf Amazons AWS-Plattform, auch die gesamte IT-Unterstützung für die Mars-Expedition des Curiosity-Roboterfahrzeuges wird auf der Plattform durchgeführt.

Flexible IT-Nutzung ist der Motor für das Cloud-Computing

Gerade die flexible IT-Nutzung ist es, die dem Cloud-Computing zu einer rasanten Ausbreitung verhelfen wird. Hierzu ein Beispiel. Bei der Social-Media-Seite Pinterest schwankt das Lastaufkommen im Tagesverlauf ganz erheblich. So benötigt das Unternehmen jeweils am Nachmittag und Abend 80 bis 82 Server, wogegen nachts nur etwas über 30 Server erforderlich sind. Fest reserviert hat Pinterest deshalb nur 40 virtuelle Server (Instances), der restliche Bedarf wird flexibel zugeschaltet und entsprechend variabel abgerechnet. Den gesamten IT-Betrieb betreut nur Ryan Park, der gleichzeitig auch für das gesamte Tagesgeschäft verantwortlich ist. „Wir haben bei AWS über 8 Mrd. Objekte gespeichert, die über 400 TByte an Speicher benötigen“, gibt er einen kleinen Einblick über die Datenmengen.

Auch die anderen großen Cloud-Anbieter sehen diese Technologie inzwischen bereits auf der Überholspur gegenüber der klassischen In-Haus-Verarbeitung. Auch der Software-as-a-Service-Pionier Salesforce.com rechnet mit einer stürmischen Entwicklung im angelaufenen Jahr. Nachdem die Umsatzprojektionen für 2012 um 34 % auf 3 Mrd. $ angehoben wurden, rechnet das Unternehmen für 2013 mit einem Umsatz von knapp 4 Mrd. $. Laut Salesforce-CEO Marc Benioff gehen die guten Umsatzzahlen vor allem auf ein verstärktes Cloud-Interesse bei Großunternehmen und auf eine höhere Akzeptanz bei den IT-Chefs zurück.

Bitkom rechnet mit großen Umsatzzuwächsen beim Cloud-Computing

Ein Problem bei allen Cloud-Anwendungen ist bislang die Abhängigkeit des Cloud-Service von der Qualität der Übertragungsleitung. So erinnern die Analysten von Gartner die IT-Chefs daran, dass der Flaschenhals aller Cloud-Nutzungen nach wie vor das Netz ist.

Laut dem Branchenverband Bitkom wird sich der Umsatz mit Cloud-Computing in Deutschland von 5,3 Mrd. € (2012) um fast 50 % auf 7,9 Mrd. € im Jahr 2013 steigern. 2016 soll der Umsatz mit Diensten aus der Wolke dann 17,1 Mrd. € erreichen.

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