Engineeringsoftware 26.10.2012, 19:55 Uhr

Autodesk: Konstruktion im Unternehmen, Simulation in der Cloud

Anbieter von Engineeringsoftware, die mit Cloud-Computing um Kundeninteresse werben und entsprechend Marktanteile erobern wollen, müssen schlagkräftige Argumente für das Arbeiten in der Cloud bereithalten. Das wissen auch die Experten bei Autodesk, Anbieter von Konstruktions- und Simulationssoftware für Maschinenbauer, Architekten und Fabrikplaner in München.

Arbeiten in der Cloud.

Arbeiten in der Cloud.

Foto: Werkfoto

Die wichtigste Zielgruppe von Autodesk – Maschinenbauer, Bauingenieure, Architekten und Fabrikplaner – hat sich in der Vergangenheit nicht eben mit fliegenden Fahnen in die Cloud gestürzt. Zu tief sitzt in diesen Branchen die Abneigung dagegen, ihre geistigen Schöpfungen auf einem anderen Medium als der hausinternen Server-Festplatte abzuspeichern. Schließlich geht es in diesen Branchen nicht selten um Entwürfe und Projekte von erheblicher Bedeutung für die eigene Wettbewerbsposition. Nicht auszudenken, wenn etwa bei einem großen Architekturprojekt die Konkurrenz vor der Ausschreibung Einsicht in die eigenen Pläne bekäme … nein, da will man die kritischen Daten doch lieber nicht aus der Hand geben und keinesfalls in der Wolke abspeichern.

Diese zögerliche Haltung der Kunden – übrigens nicht nur der deutschen – gegenüber der Cloud ist Autodesk durchaus geläufig. Um das Vertrauen der Klientel zu fördern und die Neugierde der Anwender zu wecken, hat sich das Softwarehauses neue Wege überlegt, die Kundschaft an die Cloud heranzuführen und bei künftigen Nutzergenerationen Neugierde zu wecken.

Apps sollen Nähe zur Autodesk-Marke erzeugen

Während IT-technisch eher konservativ agierende Kunden in ihrem eigenen Tempo auf die Cloud zugehen oder auch bei ihrer angestammten Technik bleiben können, will man mit Apps, die sich aus dem Internet herunterladen lassen, eine Nähe zur Autodesk-Marke erzeugen. Mit diesen Apps können die Besitzer von Tablet-Computern und Smartphones beispielsweise Baupläne einsehen, aber auch Fotos nachbearbeiten oder technische Zeichnungen ortsunabhängig darstellen.

Damit scheint das Unternehmen bei der angepeilten Zielgruppe recht gut anzukommen – das App „Sketchbook for Mobiles“ beispielsweise, eine Art webbasiertes Zeichen- und Anzeigeprogramm, wurde trotz seines vergleichsweise eingeschränkten Funktionsumfanges bereits mehr als 10 Mio. Mal heruntergeladen.

„Das dient nicht dazu, für uns Umsatz zu generieren,“ erklärt Karl Osti, Business Development Manager bei Autodesk Deutschland, „sondern einfach nur der Markenbekanntheit.“ Während diese Apps die Themen CAD und Visualisierung eher spielerisch in die Cloud verlegen, will Autodesk seine angestammte Kundschaft mit echten betrieblichen Vorteilen dorthin locken.

Das gilt vor allem für Simulationen und ähnliche rechenintensive Aufgaben. Anwender können davon profitieren, dass in der Cloud praktisch unlimitierte Rechenleistung zur Verfügung steht. Die Nutzerunternehmen sind damit in der Lage, sehr viel mehr Alternativen durchzuspielen als mit herkömmlich organisierter IT. „Ein Konstrukteur kann normalerweise etwa fünf bis zehn Varianten durchrechnen, dann läuft seine Projektzeit ab“, so Osti. Mit den Mitteln der Cloud könne er dagegen die beste Variante aus Tausenden errechnen: „Ich kann herausfinden, welche Lösung am kostengünstigsten ist, welche die Belastungen am besten aushält oder wie ich den Materialeinsatz optimieren kann.“

Autodesk: Collaboration und Mobilität sollen Kunden in die Cloud locken

Neben der Simulation will Autodesk die Kunden noch mit zwei weiteren Themen in die Cloud locken: Collaboration, die Entwicklungszusammenarbeit an verschiedenen Standorten, erfordert zwingend einen gewissen Grad der Vernetzung und ist heute aus kaum einem größeren Unternehmen wegzudenken. Das zweite Thema heißt Mobilität: Konstruktionsdaten sollen auch über mobile Geräte dargestellt werden können. Damit könnten beispielsweise Architekten auf der Baustelle den Überblick behalten Vertriebler könnten ihre Kunden die Auslegung von Fertigungslinien verdeutlichen und sie dabei interaktiv modifizieren. Auch dafür ist es nötig, dass die Daten in der Cloud vorgehalten werden.

Dabei will Autodesk jeden Anschein einer dogmatischen Haltung vermeiden. „Die Diskussion Desktop oder Cloud gibt es bei uns nicht“, so Osti. „Wir bieten beides, der Kunde entscheidet, wie weit er sich auf die Cloud einlässt.“ Dass bei den Nutzern Vorbehalte gegen eine als nicht kontrollierbar empfundene Datenhaltung in der Cloud existieren, ist Osti natürlich klar. „Gerade in der Automobilindustrie und dem Maschinenbau ist die Cloud wegen der geforderten Geheimhaltung ein sehr umstrittenes Thema“, so der Autodesk-Manager.

Autodesk wirbt mit dem behutsamen Umgang der Cloud-Daten

Um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, betont Autodesk den behutsamen Umgang mit kritischen Konstruktionsdaten. Bei der Frage nach Umfang und Zeitdauer der Datenspeicherung in der Cloud legt das Unternehmen applikationsspezifische Szenarien zugrunde, eine dauerhafte Speicherung im Netz gibt es nicht, ohne dass der Kunde das so einrichtet. Beispielsweise werden bei Simulationsaufgaben die Daten nur verschlüsselt und nur für die technisch erforderlichen Berechnungen ins Netz geladen nach der Rückgabe der Ergebnisse werden sie sofort wieder gelöscht. Sollen dagegen Konstruktionsdaten gerendert werden, so bleiben die entstandenen Bilder oder Animationen zunächst im Netz stehen, weil davon auszugehen ist, dass sie mehrfach genutzt werden.

Danach kann der User sie löschen archiviert werden sie keinesfalls. Die Übertragung der Daten erfolgt verschlüsselt für den Zugriff durch Kunden – auch in Fällen unternehmensübergeifender Collaboration-Prozesse – hat Autodesk entsprechende Authentifizierungsverfahren entwickelt. Auch hier werden die Daten nur verschlüsselt übertragen. Einen bestimmten Lagerort – oder den Ausschluss desselben – kann Autodesk jedoch nicht garantieren. „Wir sind eine US-Firma und agieren sowohl nach US-Recht als auch nach lokalem Recht“, macht Osti klar.

Neben CAD-Themen und der Simulation tritt Autodesk mit seinem Produkt PLM 360 im Bereich Product-Lifecycle-Management (PLM) gegen die Wettbewerber in der Branche an. Dabei will sich das Unternehmen vor allem über die Kosten für die Produkteinführung differenzieren. 

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