Chemie 05.09.2008, 19:37 Uhr

Chemieingenieure gestalten die Zukunft  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 9. 08, jul – „Wir brauchen Pflanzen, die in der Wüste wachsen könnten.“ Noch ist diese Aussage eine Vision des Geschäftsführers der Bayer Technology Service GmbH Achim Noack. Doch längst arbeiten Verfahrenstechniker und Chemieingenieure in interdisziplinären Teams an Lösungen, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen.

Wir müssen dafür sorgen, dass im Jahr 2025 für eine Weltbevölkerung von 7,5 Mrd. Menschen genügend Wasser und Nahrungsmittel zur Verfügung stehen“, skizziert Achim Noack, Geschäftsführer der Bayer Technology Service GmbH (BTS), eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Dass Chemie- und Verfahrensingenieure viel dazu beitragen können, um diese Herausforderungen, zu stemmen, da ist sich Achim Noack sicher.

Dabei weiß der BTS-Geschäftsführer, wovon er spricht, denn erstens ist Noack selbst Chemieingenieur und zweitens zieht er die Strippen in einem weltweit agierenden Chemie-Unternehmen, das mit seinen Produkten und Dienstleistungen für seine Kunden ein Ziel hat: Fortschritt und Innovationen zu generieren. Und zwar bei der Entwicklung und Umsetzung von chemisch-pharmazeutischen Produkten, Verfahren und Anlagen.

Bayer Technology Services, kurz BTS, wurde im Jahr 2003 als 100 %ige Tochter der Bayer AG gegründet. Inzwischen sind mehr als 2500 Mitarbeiter rund um den Globus für BTS tätig.

Bis zur Unternehmensgründung gab es nur „ein Bayer“. Doch als der Bayer-Konzern umstrukturiert wurde, wurden die Karten neu gemischt. Noack: „Unser Geschäftsmodell ist heute so, dass wir für alle Kunden – also auch für die internen – Wahlleistungen anbieten. Das heißt, wir stellen uns auch innerhalb Bayers dem Markt und kämpfen dort um Aufträge – wie jeder andere Anbieter auch. Das ist eine komplett andere Welt, als wir sie bis 2002 hatten.“ Die Grundidee dabei ist, unternehmerische Verantwortung vom Bayer-Konzernvorstand in die operativen Bereiche hinein zu delegieren. Und das in sehr viel größerem Umfang als es vor der Umstrukturierung der Fall war.

So suchen Verfahrensingenieure, Chemieingenieure, Maschinenbauer und Elektroingenieure bei BTS nicht nur nach technologischen Lösungen, sondern übernehmen auch im hohen Maße unternehmerische Verantwortung. Und das teilweise direkt nach der Hochschule, denn BTS trägt das Mandat, für den gesamten Bayer-Konzern den Nachwuchs einzustellen. Danach stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Türen zu anderen Bayer Teilkonzernen offen. Und ein Wechsel zurück zu BTS ist ebenfalls möglich.

Bestes Beispiel dafür, dass hier der Austausch auf allen Konzernebenen klappt, ist der BTS-Geschäftsführer selbst, der vor 22 Jahren bei Bayer als Chemieingenieur angefangen hat und danach alle zwei, drei Jahre eine neue Position besetzte – bis hin zum Managerposten bei BTS.

Was das Rekrutierungsmodell von BTS betrifft, so ist es ein Erfolg. Der ständige Wissenstransfer von den Hochschulen ins Unternehmen, gepaart mit dem Wissensaustausch innerhalb des Konzerns, trägt Früchte: Das junge Unternehmen wächst über Marktdurchschnitt.

Dabei sucht BTS ständig nach Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern. „2008 haben wir bereits 76 neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingestellt“, erklärt Astrid Geißler, Leiterin Human Resources bei BTS. Wen sie suchen, wissen Noack und Geißler genau. „Wir wollen die Besten, aber die Besten machen sich nicht zwingend nur an Noten fest. Softskills sind mindestens ebenso wichtig wie das Notengerüst“, bekräftigt Geißler.

Dass die Bewerberinnen und Bewerber nicht nur Spaß am Chemieingenieurwesen haben sollten, verrät der Blick auf die BTS-Landkarte: Neben dem Hauptsitz in Leverkusen hat das Unternehmen Niederlassungen in USA, Mexiko, Belgien, China und Indien. Da wundert es nicht, dass interkulturelle Kompetenzen in der Unternehmenskultur eine wesentliche Rolle spielen.

Gearbeitet wird in Teams rund um den Globus, dabei ist der Ingenieur immer auch ein Stück weit Unternehmer: „Jedes Team trägt auftragsspezifisch die Verantwortung für Kosten und Erlöse. Das Spannende für Ingenieure daran ist, unmittelbar zu sehen, ob sie mit dem, was sie für ihre Firma tun, auch Geld für ihre Firma verdienen können“, betont der BTS-Geschäftsführer.

Die Teams sind, je nach Projekt, meist interdisziplinär besetzt. Besonders dann, wenn es darum geht, Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu finden. Ein Beispiel: „BTS begleitet zusammen mit Bayer Crop Science, aber auch mit anderen Firmen, Projekte, mit dem Ziel zu verstehen, welche Vorgänge in Pflanzen ablaufen und wie wir bestimmte Zellvorgänge in diesen Pflanzen beeinflussen können“, erklärt Noack. „Wir können heute die Pflanze als Organismus modellieren und wissen, wie wir die Pflanzen beeinflussen können. Hier ist also ein konkreter Ansatz, wie Verfahrens- und Chemieingenieure, Biologen und Physiologen gemeinsam an Lösungen arbeiten. Biotechnologie ist hier das Schlagwort, um neue Generationen an Pflanzen zu entwickeln“, zeigt Noack einen Forschungsschwerpunkt auf. Das Ziel: ein höherer Ertrag pro Hektar.

„Die neusten Ideen sind, dass wir beispielsweise Wetterbedingungen voraussagen, sie online in den Zusammenhang mit der Genexpression der Pflanzen stellen und daraufhin bestimmen, welche Menge von welchem Pflanzenschutzmittel wann gebraucht wird. Diese Maßnahmen helfen, um die Erträge pro Hektar zu steigern“, erläutert Noack. Dabei ist sich der BTS-Geschäftsführer sicher: „Heutzutage eine solche Kompetenz im Portfolio eines Unternehmens zu haben, ist Gold wert.“

Genau da sind Verfahrens- und Chemieingenieure gefragt: Und dabei machen sie nichts Geringeres als die Zukunft zu gestalten. J. SCHLINGMANN

Ein Beitrag von:

  • Julia Schlingmann

    Redakteurin VDI nachrichten im Ressort Management und Karriere.

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