Chemie 29.08.2003, 18:26 Uhr

Chemie leistet wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Wohlstands

Viele Innovationen in der Automobil- oder Elektronikindustrie wären ohne die Chemie undenkbar. In einem Festvortrag erläuterte Wacker- Geschäftsführer Dr. Wilhelm Sittenthaler die Bedeutung der Chemie für Deutschland. Im Folgenden Auszüge der Rede.

Eine aktuelle Studie, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des VCI erstellt hat, verdeutlicht die hohe Bedeutung der chemischen Industrie für die Wirtschaft insgesamt. Einige Fakten:
– Die deutsche chemische Industrie zählt zu den forschungsintensivsten Branchen. Auf die Chemie entfallen 10 % der gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Deutschland. Das sind mehr als 4 Mrd. € im Jahr.
– Kaum eine andere Branche arbeitet so intensiv mit der Wissenschaft zusammen. 22 % aller Chemieunternehmen unterhalten Forschungskooperationen mit Hochschulen. In der Industrie insgesamt sind es nur 6 %.
– Die Chemie weist ein so breites Spektrum an Industriekunden auf wie keine andere Branche. Fast 80 % des Gesamtabsatzes der chemischen Industrie gehen als Vorprodukte an Industrieunternehmen. Die chemische Industrie ist damit – neben dem Maschinen- und Anlagenbau und der Informationstechnik – eine der drei großen Schlüsselbranchen Deutschlands.
– In den jährlich von anderen Branchen bezogenen Chemiewaren sind rund 1,2 Mrd. € an FuE-Leistungen enthalten. Mit 22 % dieses branchenübergreifenden FuE-Transfers nimmt die Chemie unter allen Branchen deutlich die Spitzenposition ein.
– Der Gesamtumsatz in Deutschland mit Produktneuheiten, die auf Innovationsimpulse aus der Chemie zurückgehen, beläuft sich auf über 10 Mrd. € pro Jahr.
– Insgesamt werden in Deutschland mit chemiegetriebenen Prozessinnovationen Kosten in Höhe von über 9 Mrd. € eingespart. Fast jeder zehnte Euro, der in der Industrie aufgrund von Verfahrensverbesserungen durch technologischen Fortschritt eingespart wird, geht auf das Konto der Chemie. Das ist Platz 2 hinter dem Maschinenbau.
Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass es keineswegs übertrieben ist, die Chemie als echten Innovationsmotor zu bezeichnen. Und ich bin überzeugt: Gerade durch die zunehmende Interdisziplinarität wird sich die Rolle der Chemie als Wegbereiter für Fortschritt und Innovation in der Zukunft noch weiter verstärken.
Das ist auch deshalb besonders wichtig, weil in Deutschland – und das gilt für alle hoch entwickelten Industrieländer mehr oder weniger in gleicher Weise – die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft mit der Innovationskraft steht und fällt. Wir brauchen bessere Produkte als unsere Konkurrenten. Und wir müssen sie schneller auf den Markt bringen. Beides geht nur durch Innovationen.
Welche Voraussetzungen sind nun notwendig, damit die Chemie auch in Zukunft als Innovationsmotor für den Standort Deutschland wirken kann? Dazu trifft die Untersuchung des ZEW klare Empfehlungen. Notwendig sind:
– Sicherung einer hohen Investitionstätigkeit im Inland durch Stärkung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums, investitionsfördernde Umweltregulierungen, wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen und konsequenter Abbau unnötiger Innovationshemmnisse in Gesetzgebung und Gesetzesvollzug.
– Ausweitungen der FuE-Anstrengungen in der chemischen Industrie.
– Bekämpfung des Fachpersonalmangels durch Stärkung der Hochschulausbildung in der Chemie und Einführung einer modernen Zuwanderungsregelung.
– Stärkung der wissenschaftlichen Chemieforschung und Intensivierung des Personalaustausches zwischen Industrie und wissenschaftlichen Einrichtungen.
– Erhöhung der Akzeptanz von Chemieprodukten in der Bevölkerung. Dazu kann etwa ein fundierter und anregender Chemieunterricht in der Schule oder eine verbraucherorientierte Produktinformation der Unternehmen wichtige Beiträge leisten.
– Konsequente Fortsetzung der Internationalisierung der deutschen chemischen Industrie. Das gilt besonders in Richtung der expandierenden Märkte Südostasiens und Nordamerikas, die bei vielen Chemieanwendungen neue Trends setzen.
Für unsere Forscher bei Wacker gilt folgender Grundsatz: „Forschung ist die Verwandlung von Geld in Wissen. Innovation ist die Verwandlung von Wissen in Geld.“ Forschung und Entwicklung sind also ein Teil eines großen, umfassenden Kreislaufs. Nur wenn dieser Kreislauf funktioniert, nur wenn wir kontinuierlich mit einer ausreichenden Anzahl von Innovationen am Markt erfolgreich sind, wird der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg unseres Konzerns sichergestellt. Deshalb investieren wir jährlich zwischen 5 % und 6 % unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
Wir werden in Deutschland unsere Stellung im internationalen Wettbewerb, unsere Arbeitsplätze, unsere hohen Standards, kurz unseren ganzen Wohlstand nur verteidigen können, wenn wir der Konkurrenz möglichst immer um mindestens eine Länge voraus sind. Die chemische Industrie nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. In der Zukunft wird es immer mehr darum gehen, Forschung an den Grenzflächen zwischen Chemie, Physik, Biologie und Medizin zu betreiben. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little hat in einer Studie diesbezüglich Folgendes festgestellt: „Technologische Quantensprünge sind zukünftig nur von Unternehmen zu erwarten, die in der Lage sind, hochgradig interdisziplinäre Ansätze zu verwirklichen.“
WILHELM SITTENTHALER

Von Wilhelm Sittenthaler

Stellenangebote im Bereich Chemieingenieurwesen

HUGO PETERSEN GmbH-Firmenlogo
HUGO PETERSEN GmbH Ingenieur (m/w/d) Prozess- und Verfahrenstechnik Wiesbaden
J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG-Firmenlogo
J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG Ingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik und Anlagenbau Vertriebsunterstützung im Bereich Filtration Rosenberg
J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG-Firmenlogo
J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co KG Senior Projekt- und Planungsingenieur (m/w/d) – Fachrichtung Verfahrenstechnik / Chemieingenieurwesen – Rosenberg
IHI Hauzer Techno Coating-Firmenlogo
IHI Hauzer Techno Coating Process Engineer (m/f) Cromatipic Plant Barcelona, Spain Barcelona (Spanien)
Hengst SE-Firmenlogo
Hengst SE Praktikant / Masterand zur Erstellung einer Abschlussarbeit im Bereich der Produktvorentwicklung (m/w/d) Münster
Dyneon GmbH-Firmenlogo
Dyneon GmbH Application Engineer – Fluoroplastic Solutions (m/w/d) Burgkirchen, Gendorf
Water & Wastewater Technic WWT GmbH-Firmenlogo
Water & Wastewater Technic WWT GmbH Vertriebsingenieur (m/w/d) Großraum München, Gebiet Nordbayern, Würzburg, Schweinfurt (Home-Office)
Hochschule Darmstadt-Firmenlogo
Hochschule Darmstadt Professur (W2) Fachgebiet: Verfahrenstechnik Darmstadt
AVISTA OIL Deutschland GmbH-Firmenlogo
AVISTA OIL Deutschland GmbH Betriebstechnologe / Betriebsingenieur (Mensch)* Uetze
THEVA Dünnschichttechnik GmbH-Firmenlogo
THEVA Dünnschichttechnik GmbH Entwicklungsingenieur (m/w/d) Ismaning

Alle Chemieingenieurwesen Jobs

Top 5 Chemie