Digitale Fabrik 16.04.2010, 19:46 Uhr

CAD-Daten und Dokumentation direkt verknüpfen

CAD-Daten sind nicht nur erste Informationsquelle für Entwickler, auch Wartung, Instandhaltung und Dokumentation profitieren zunehmend vom Informationsfluss in der Digitalen Fabrik. Durch die direkte Anbindung der Dokumentationssysteme an CAD lassen sich automatisch und ohne Umwege Illustrationen sowie Grafiken generieren, wie zahlreiche Anbieter in Hannover zeigen.

Kaum jemand im Betrieb hat sie je gezählt: Die vielen Dokumente und Zeichnungen, die sich in einer etwa 25-jährigen Firmengeschichte ansammeln. Es sind zweifellos Tausende von Dateien, die über Jahre in immer komplexeren und unüberschaubaren Beständen archiviert wurden. Und täglich kommen im Zuge der laufenden Produktentwicklung neue hinzu. Um so wichtiger wird es, vorhandene 3-D-Daten in technischen Dokumenten zu verwenden, meint man beim Hannover-Aussteller Datasolid, Mönchengladbach. Diese Strategie wird in der Branche immer üblicher, da die Wiederverwendung von 3-D-CAD-Daten hohe Einsparmöglichkeiten bietet. Die Philosophie, die dahinter steckt: Warum sollte man von Hand neu zeichnen, was im CAD-System schon vollständig vorliegt?

Die Palette der Anbieter auf diesem Sektor, die auch in Hannover vertreten sind, ist groß: Zu ihnen zählt unter anderem PTC, München. Deren Lösung Arbortext IsoDraw in Kombination mit dem Unigraphics-NX-CAD-System ist unter anderem im Einsatz bei der Bihler GmbH, Halblech. Das Unternehmen aus der Umform-, Montage- und Schweißtechnik entwickelt jedes Jahr durchschnittlich zwei neue Maschinentypen. Nicht nur für die spätere Instandhaltung der Maschinen sind fehlerfreie Produkthandbücher mit hochwertigen technischen Illustrationen relevant.

CAD-Daten für komplexe, technische Dokumentationen unmittelbar nutzbar machen

Ein Bihler-Stanz-Biegeautomat wie der GRM 80P besteht aus immerhin 600 bis 800 Einzelteilen. „Da war die Dokumentation schon immer sehr zeitaufwendig, und man möchte kaum riskieren, dass sich die Markteinführung dadurch verzögert“, erläuterte Klaus Pühler, Leiter der Dokumentationsabteilung bei Bihler: „Immerhin müssen wir monatlich über 100 Illustrationen sowie Revisionen aus den vorhandenen Grafiken erstellen.“

Die Baugruppen waren zwar jeweils bereits im CAD-System vorhanden, aber der Arbeitsaufwand, um sie für unsere technische Dokumentation nutzbar zu machen, war immer noch sehr hoch, beklagt Pühler. Die Einführung der 3-D-Technologie hat den gesamten Prozess auf den Kopf gestellt. Denn zur Wiederverwendung der 3-D-Daten für die Erstellung von mehr perspektivischen Zeichnungen waren noch viele Vorbereitungen erforderlich: Stilistische Mittel wie die typischen Linien oder Werkzeuge konnte das CAD-System Bihler nicht bieten. Bei der Erstellung von Montageanleitungen – besonders wenn diese keinen Text enthalten – sind diese Mittel jedoch unerlässlich. Pühler: „Heute sparen wir durch die Wiederverwendung unserer 3-D-CAD-Daten in Arbortext IsoDraw so viel Zeit, dass unsere Handbücher rechtzeitig zum Zeitpunkt der Produkteinführung fertiggestellt sind. Darüber hinaus können wir mehr Illustrationen in kürzerer Zeit erstellen und unsere Aufmerksamkeit verstärkt auf die Qualität der Illustrationen richten.“

Bergbauausrüster Komatsu erzeugt Dokumentationen aus seinen CAD-Daten

Auch der im Sektor Bergbauausrüstung tätige internationale Konzern Komatsu nutzt für die technische Dokumentation seiner Produkte in Form von Betriebshandbüchern oder Trainingsunterlagen Arbortext/Windchill, die nun ohne Umwege automatisch aus dem Engineering-System Pro/Engineer/MCAD generiert werden können. Der Schwermaschinenproduzent schätzt, dass die jährliche Kosteneinsparung bei rund 900 000 $ liegt – unter anderem bedingt durch die Automatisierung von Prozessen und konzernweiter Kommunikation. Nicht immer ist das brach liegende Potenzial allen Betrieben klar. Doch die Untersuchung „Technische Kommunikation als Profit-Center“ der Technology-Researcher von Aberdeen bei 165 Unternehmen ergab, dass durch Verbesserung der Dokumentations-Qualität immerhin 41 % der Befragten die Kundenzufriedenheit erhöhen, 45 % den Produktumsatz steigern konnten und sich bei 42 % die Antwort-Zeit im Kundendienst bis zu Problembehebung reduzieren ließen.

Auch Aussteller Infor, München, präsentiert in Hannover eine Lösung für nachhaltiges Instandhaltungsmanagement und dazu ein neues Modul für die CAD-Anbindung: EAM OpenCAD ist direkt in EAM (Enterprise Asset Management) integriert. Damit können Anwender die beiden am weitesten verbreiteten CAD-Standards DWG und DGN nutzen, ohne Software von Drittanbietern zu benötigen – in diesem Fall AutoCAD bzw. MicroStation. Das Modul stellt einen Link zu den verschiedenen grafischen Informationen eines spezifischen Assets her und erleichtert so die Planung von Wartung und Instandhaltung. “ Solche EAM-Software unterstützt Unternehmen heute durch höhere Zuverlässigkeit der Anlagen, eine effiziente Anlagennutzung sowie durch die Senkung der durch Anlagen verursachten Betriebskosten“, weiß Infor-Consultant Volker Schümann.

Betron aus Enger: Positive Erfahrungen mit der Generierung von Dokumentationen aus CAD

Positive Erfahrungen mit der Generierung seiner Dokumentation aus CAD hat auch der Spezialist für elektronische Steuerungen, Betron aus Enger in Westfalen: Die enorme Anzahl von Zeichnungen und Dokumenten, die sich im Laufe der Jahre bei Betron angesammelt haben, wurden in immer komplizierteren Verzeichnisstrukturen archiviert, sodass sehr viel Zeit für die Suche nach Dokumenten aufgewendet werden musste und dadurch die Produktivität gebremst wurde. Eine Änderung musste her und die Entscheidung fiel auf CADdy++ PDM vom Aussteller Datasolid – ein Produktdaten-Managementsystem, das speziell für CADdy++ Anwender entwickelt wurde.

„Eine Besonderheit unserer neuen PDM-Lösung ist eine von Datasolid eigens für uns erstellte Zusatzprogrammierung“, präzisierte Jörg Hennig, Gruppenleiter Konstruktion bei Betron. So öffne sich nach Freigabe einer Zeichnung automatisch ein Formular „Konstruktionsänderung“. Dieses lasse sich schnell und komfortabel ausfüllen und werde direkt im richtigen Verzeichnis abgelegt sowie gespeichert. Eine E-Mail, die die Information an alle am Konstruktionsprozess Beteiligten weitergibt, generiert automatisch einen Link auf das entsprechende Formular. „So stellen wir sicher, dass alle wichtigen Informationen stets lückenlos und schnell zu allen beteiligten Abteilungen und Mitarbeitern gelangen“, betonte Hennig.

Von Edgar Lange/Dietmar Kippels

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