Produktentwicklung 18.06.2010, 19:47 Uhr

CAD-Anbieter PTC will Engineering flexibler machen

Geometrien mithilfe von Parametern wie etwa Zahlenwerte, Regeln oder Formeln zu erzeugen, war über viele Jahre der ausschließliche Ansatz des CAD-Anbieters Parametric Technology Corporation (PTC) in Needham bei Boston. Doch jetzt will der kommende Vorstandsvorsitzende Jim Heppelmann mehr: Er integriert direktes Modelling ins Engineering-Angebot und stärkt mit Produkthaftung- und -analytik das Product Lifecycle Management (PLM).

CAD: Engineering soll flexibler werden.

CAD: Engineering soll flexibler werden.

Foto: Ford

Für Jim Heppelmann, der ab 1. Oktober 2010 als Vorstandsvorsitzender agiert, ist die Frage nach den besten Modellierungsverfahren keine Ideologiefrage: „Es gibt Bereiche in denen ein direktes
2-D- oder 3-D-Modelling die beste Methode ist, wogegen es andere Anwendungsfälle gibt, bei denen ein parametriertes Vorgehen am günstigsten ist“, sagte er in einem Gespräch mit den VDI nachrichten. PTC unterstützt das Direct-Modelling mit dem „deutschstämmigen“ CoCreate 17.0, wobei PTCs Öffnung zum Direct-Modelling seit der Akquisition von CoCreate im Herbst 2007 nur noch eine Frage der Zeit war.

Seiner Ansicht nach muss die CAD-Nutzung mehr intuitiv erfolgen. „Es dauert viel zu lange, bis man mit den heutigen Modellen effizient arbeiten kann, und danach ist dann immer noch ein hoher Zeitaufwand für den Wissenserhalt erforderlich“, beklagte er.

CAD-Anbieter PTC: Produkfamilie soll nutzerfreundlicher werden

Unternehmen wie Google und Microsoft zeigen seiner Auffassung nach sehr eindrucksvoll, dass man auch komplexe Programme so gestalten kann, dass sie sehr schnell erlernbar sind und der Nutzer frühzeitig erste Erfolge damit hat. Hier will PTC mit seiner CAD-Produktfamilie in Zukunft Zeichen setzen und mit vereinfachten Bedienungsoberflächen auch neue Nutzergruppen an die CAD-Anwendung heranführen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für Heppelmann der rasant anwachsende Bereich des Product Lifecycle Management (PLM). Laut den Analysten des Marktforschungsinstituts Longbow Research ist der Weltmarkt derzeit 1,5 Mrd. $ groß und die jährlichen Wachstumsraten sollen zwischen 8 % und 10 % liegen. Windchill ist PTCs entsprechendes Kernprodukt mit einem Weltmarktanteil von
27 %. Die Hauptwettbewerber seien Dassault und Siemens-PLM sowie die beiden ERP-Anbieter Oracle und SAP.

Produktanalytiksoftware „Insight“ von PTC verfolgt einen modernen, grünen Ansatz

Immer wichtiger werden laut Heppelmann in diesem Zusammenhang auch umfangreiche Produkt- und Produktionsanalysen. So unterstütze PTCs neue Produktanalytiksoftware „Insight“ einen grünen Ansatz, in dem alle Komponenten und Arbeitsabläufe schon im Entwurfsstadium auf ihre Umweltbelastung hin geprüft würden.

Aber auch bestehende Produkte und Abläufe sind laut PTC mit Insight analysierbar. Ford plane zum Beispiel eine Überprüfung seiner 35 wichtigsten Zulieferer. Dabei soll herausgefunden werden, wie hoch der CO2-Footprint aller angelieferten Produkte ist. Mithilfe dieser Analyse will Ford bis 2018 seine gesamte CO2-Belastung um 30 % senken.

PTC-Chef sieht wachsende Bedeutung in der Risikoanalyse

Zudem erfordern die rasant ansteigenden Compliance- und Produkthaftungs-Auflagen immer komplexere Analysen vor und während der Produktnutzung. Beispiele sind für den künftigen PTC-Chef die Reach-Verordnung, die Mega-Rückrufaktion von Toyota sowie die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. „Es wird immer wichtiger im Vorfeld und im Umfeld des Produkteinsatzes alle damit verbundenen Risiken zu analysieren und abzuwägen“, so Heppelmann.

Wie bedeutend hier der Einsatz von entsprechender Software sein könne, erläuterte er an einem Beispiel. So sei ihm ein Fall bekannt, bei dem ein teures Aggregat wochenlang beim Zoll gelegen habe, nur weil der Lieferant nicht in der Lage war, die Zusammensetzung eines kleinen Einzelteils nachzuweisen.

Auch der Nachweis darüber, dass das Beschleunigungsproblem beim japanischen Automobilbauer Toyota ein mechanisches und kein elektronisches Problem gewesen ist, wurde laut Heppelmann per Software geführt.

In diesem Zusammenhang ging er mit den Entwicklern der Offshore-Bohrsysteme hart ins Gericht: „Es wurden bei der Entwicklung dieser Tiefseesysteme nicht genügend „What-if“-Fragen gestellt, die man mithilfe von geeigneten Analyseverfahren schnell beantworten kann. Auf diese Weise hätte man nämlich gesehen, dass eine kleine Fehlfunktion, so wie die jetzt beim Blowout-Preventer, zu unvorstellbaren Schäden führen kann“, lautete Heppelmanns massiver Vorwurf an die Erdölindustrie. 

Von Harald Weiss/Dietmar Kippels

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