Simulation 29.05.2013, 08:59 Uhr

3-D-Visualisierung wandert aufs Tablet

Aufwändige, dreidimensionale Visualisierungen, die in der Vergangenheit vorwiegend auf Hochleistungscomputern betrieben wurden, kommen inzwischen zunehmend auch auf Mobilcomputern zum Einsatz. Das Münchner Unternehmen RTT zeigte jetzt, wie virtuelle 3-D-Modelle sogar in Echtzeit von mehreren Nutzern auf Tablet-PCs bearbeitet werden können.

Realitätsnah: Im FutureLab der Unternehmensmesse RTT-Excite zeigten die Visualisierungsexperten, wie künftig das Rendering auf einem Tablet funktioniert.

Realitätsnah: Im FutureLab der Unternehmensmesse RTT-Excite zeigten die Visualisierungsexperten, wie künftig das Rendering auf einem Tablet funktioniert.

Foto: RTT

„Hochrealistische 3-D-Visualisierung stellt einen wichtigen Mehrwert dar, um Entscheidungen treffen zu können“, erklärt Peter Röhner, Global Manager Research & Development bei RTT. „Sie ist ein Vehikel, um Kommunikationsbarrieren, etwa zwischen verschiedenen Abteilungen, zu überwinden.“ Wie Designer, Marketing- und Verkaufsleiter und sogar der einzelne Kunde künftig selbst 3-D-Modelle in Echtzeit bearbeiten können, zeigte das Unternehmen RTT auf seiner jährlichen Kongressmesse „Excite“ im Münchner Olympiapark.

„Visualisierungsthemen prägen zunehmend auch das Internet und werden als Cloud-Dienst zur Verfügung gestellt“, fasst Röhner zusammen. Durch visuelle Aussagekraft werde beim Anwender ein Erlebnis mit entsprechender Wirkung erzeugt. Künftig, so Röhner, könne Visualisierung von 3-D-Modellen in Echtzeit so selbstverständlich erlebt werden, wie es heute bei Fotos der Fall ist.

Visualisierungsspezialisten würden dabei nicht mehr in jedem Schritt gebraucht, da der Zugriff auf die Anwendungen leichter werde. Ein Beispiel ist das Modul „Xplore“, das sich speziell für Präsentationen eignet – sei es auf einem Tablet oder auf einer größeren Projektionsfläche. Das Modul kann direkt auf ein 3-D-Modell zugreifen und ermöglicht den einfachen Abruf von enthaltenen Varianten, Kamerapositionen oder Animationen durch eine intuitive Tablet-Bedienung. Dabei kann in die Visualisierung z. B. auch eine gängige Powerpoint-Präsentation eingebunden werden.

„Die Präsentation läuft somit aus einem Guss, es ist kein störendes Umschalten zwischen 3-D-Modell und Powerpoint nötig“, erläutert Röhner. Mit einem Klick können so auch Nicht-Experten die Anwendung bedienen. Die in HTML programmierte Benutzeroberfläche lässt sich an Kundenspezifikationen anpassen. „Mächtige Variantenschaltungen sind seit jeher ein wesentliches Merkmal einer 3-D-Szene – jetzt erschließt sich diese Mächtigkeit nicht nur den Power-Usern, sondern jedem, der ein Tablet bedienen kann“, sagt Röhner.

Auch der „Multi-User-Konfigurator“, den RTT als Prototyp vorstellte, lässt sich via Tablet gleichzeitig von mehreren Nutzern bedienen und steuern. „Bei diesem Multi-User-Ansatz geht es darum, wertvolle Rechenleistung intelligent zu teilen und dynamisch dem Benutzeraufkommen anzupassen“, so der Entwickler. Mit dieser Technologie könnte z. B. der Verkaufsraum eines Automobilhändlers deutlich aufgewertet werden.

Übertragung via Tablet auf großen Bildschirm

Ein Rechencluster übernimmt hier die Renderleistung, die Bilder des jeweiligen Objekts werden verteilt und auf verschiedene Tablets gestreamt. Nach der Übertragung des Datenstroms können die einzelnen Anwender optische Veränderungen an ihrem kleinen Endgerät durchführen, die wiederum via Tablet auf einen großen Bildschirm übertragen werden. Möglich macht das die Verteilungstechnologie Quantum im Zusammenspiel mit der neuen Rendering-Technologie Stellar von RTT. So können an einem Modell gleichzeitig mehrere Nutzer ressourcenschonend arbeiten. „Hier steht die Technologie bereit, nun geht es darum, sie mit Kunden umzusetzen“, sagt Röhner.

Im FutureLab der Kongressmesse zeigte das Unternehmen zudem, wie künftig 3-D-Modelldarstellung auf einem Tablet aussehen wird. Hybridverfahren, die auf der neuen Stellar-Technologieplattform basieren, kombinieren dabei die Rechenleistung der mobilen Endgeräte mit serverbasierten High-End-Visualisierungen. Die Geräte können damit weit mehr als nur Bedienungs- oder Steuerungszugriffe durchzuführen. Röhner: „Mit diesem Hybridansatz werden hochflexible Visualisierungslösungen für große Nutzerzahlen in höchster Qualität möglich.“ Die Marktreife hierfür geeigneter Tablets erwartet der Manager im kommenden Jahr, dann werde auch die Stellar-Technologie in das Visualisierungssystem von RTT integriert sein.

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