Stammzellen aus geklonten Embryos 12.02.2014, 11:46 Uhr

Skandalforscher Hwang Woo Suk ergattert Patent in den USA

Der King of Cloning ist zurück: Hwang Woo Suk hat in den USA erfolgreich ein Patent zur Herstellung von Stammzellen aus geklonten menschlichen Embryonen angemeldet. Ein Erfolg für den südkoreanischen Skandalforscher. Denn seine Studien sind 2006 als Fälschung enttarnt worden. 

Hwang Woo Suk (li.) übte zunächst an Hunden. Klonhund Snuppy (li.) ist genetisch eine exakte Kopie seines Vaters, ein afghanischer Windhund (re.).

Hwang Woo Suk (li.) übte zunächst an Hunden. Klonhund Snuppy (li.) ist genetisch eine exakte Kopie seines Vaters, ein afghanischer Windhund (re.).

Foto: dpa

Hwang Woo Suk feiert einen Meilenstein bei seinem Comeback als Wissenschaftler. Trotz seiner Manipulationsaffäre hat es der südkoreanische Skandalforscher geschafft, sich in den USA ein Verfahren zur Stammzellenherstellung aus geklonten menschlichen Embryonen patentieren zu lassen. Das berichtete gestern die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Angeblich spielt die sogenannte NT-1-Stammzellenlinie aus Hwangs früherer Forschung immer noch eine Rolle. Ermittler hatten ihre Existenz bis zuletzt bezweifelt. Das Patent sei aber nicht mit einem wissenschaftlichen Nachweis zu verwechseln, betonen Experten laut Yonhap. Die Vergabe des Patents gewähre lediglich legalen Schutz.

2006 wurde Hwang Woo Suk als Betrüger enttarnt

Hwang Woo Suk hat seinen guten Ruf in Wissenschaftskreisen längst verspielt. Im Jahr 2004 hatten er und sein Team in zwei Studien behauptet, als weltweit erste Forscher aus geklonten menschlichen Embryonen Stammzellen gewonnen zu haben. Doch es war nur ein Bluff, wie der King of Cloning zwei Jahre später selbst zugab. Eizellen für seine Forschung stammten von seinen Mitarbeiterinnen. Das Wissenschaftsmagazin Sciene zog daraufhin die Studien zurück, Hwang wurde vor einem südkoreanischen Gericht schuldig befunden, staatliche Forschungszuschüsse veruntreut zu haben. Er bekam eine zweijährige Bewährungsstrafe. 

Europäisches Patentamt EPA hat das Patent verwehrt

Für Hwang Woo Suk ist das US-Patent ein Triumph. Er ist bereits mehrfach an diesem Schritt gescheitert. Im Jahr 2010 schob das Europäische Patentamt (EPA) in München dem Skandalforscher den Riegel vor. „Herr Hwang hat bei uns mehrere Patente angemeldet, er hat kein Einziges auf seine Klonierungsverfahren erhalten“, sagte EPA-Sprecher Rainer Osterwalder damals dem Spiegel. Von knapp 50 Punkten, die der Antrag umfasste, akzeptierte das Amt nur die Herstellung eines Nährmediums für Zellkulturen.

Kölner Kardinal Meisner verurteilt Stammzellenforschung 

Auch der ethische Gegenwind war enorm, als Hwang 2010 den Antrag beim EPA stellt. „Ohnehin hätte das Patent auch aus ethischen Gründen nicht erteilt werden können, da das Verfahren auf der Zerstörung menschlicher Embryonen beruht“, sagte Christoph Then, Geschäftsführer der Organisation Testbiotech, dem Spiegel. „Hwang hätte gut daran getan, den Patentantrag zurückzuziehen. Die Entscheidung des Europäischen Patentamts ist eine schallende Ohrfeige für den Forscher.“

Dem stimmte damals auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner zu: „Das Leben des Menschen beginnt mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Von diesem Zeitpunkt an verbietet es sich, den Menschen als bloßes Zellmaterial zu benutzen“, sagte er dem Domradio. „Kein medizinischer oder wissenschaftlicher Zweck erlaubt es uns, von dieser Norm eine Ausnahme zu machen.“ 

Skandalforscher Hwang übte am Klonhund Snuppy

Hwang übte übrigens zunächst an Hunden. Sein Team klonte im Jahr 2005 einen afghanischen Windhund mit Hautzellen des Ohres. Sie entfernten anschließend die Kerne aus Eizellen und ersetzten sie durch Zellkerne des erwachsenen Tieres. Durch chemische und elektrische Stimulation brachten sie die Eizellen schließlich dazu, sich zu teilen. Das Ei wuchs in einer Nährlösung, bis es groß genug war, um es in eine Gebärmutter einzusetzen. Eine Labrador-Retriever-Hündin trug den Embryo dann auch. Das Ergebnis: Klonhund Snuppy war eine identische Kopie seines Vaters, mit exakt der gleichen DNA. 

Von Patrick Schroeder
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