Biotechnologie 15.04.2005, 18:38 Uhr

Milliardenpoker um Biotech-Positionen  

VDI nachrichten, Vancouver, 15. 4. 05 – Zahlreiche Bundesstaaten in den USA liefern sich mit wachsender Intensität einen milliardenschweren Wettlauf um die Führung in der Biotechnologie. Gesucht wird das neue Silicon Valley, dessen Erfolg nicht auf Chips und Computern beruht, sondern auf Präparaten zur Heilung von Krankheiten wie Krebs oder Diabetes.

Begonnen hatte der nationale Wettlauf im November in Kalifornien. In einer Volksabstimmung votierte der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA für die so genannte Stammzellenforschungs- und Heilungsintiative. Sie sieht den Aufbau des California Institute of Regenerative Medicine (CIRM) vor. CIRM darf in den nächsten zehn Jahren für je 300 Mio. $ Forschungsaufträge mit Schwerpunkt embryonale Stammzellen vergeben.

„Das wird uns einen Riesenschub verleihen und nicht gut für unsere Wettbewerber in anderen Bundesstaaten sein“, freut sich Roberto Peccei, Vizekanzler für Forschung an der University of California in Los Angeles. Am 6. Mai wird über den künftigen Standort des Instituts entschieden.

Der Paukenschlag aus Kalifornien hat das ganze Land wachgerüttelt. In mehr als der Hälfte aller Bundesstaaten beraten die Parlamente gesetzliche Initiativen, um für die vie lversprechende Zukunftsindustrie einen Rahmen zu schaffen.

„Dieser Wettbewerb ist unglaublich“, sagt Larry Dalton am Georgia Institute of Technology. New Jersey hat angekündigt, 380 Mio. $ in ein Stammzellen-Institut zu investieren. Illinois will knapp 2 Mrd. $ in seine „Venture TECH“-Initiative stecken, ein Projekt, das die Forschungsinfrastruktur für die Biomedizin verbessern soll.

Florida hat 510 Mio. $ für ein neues Biotechzentrum reserviert. Es soll vom Scripps Research Institute geleitet werden, das im Juni den Betrieb aufnehmen wird. Scripps soll die wissenschaftliche Vernetzung führender Unis im Bundesstaat optimieren und gilt als eines der weltweit größten nicht gewinnorientierten Biomedizinzentren.

Der Gouverneur von Wisconsin kündigte an, 750 Mio. $ aufzubringen, um Labors und Stipendien an der Universität von Wisconsin-Madison zu finanzieren. Microsoft-Mitgründer Paul Allen forciert mit 2 Mrd. $ den Umbau des Stadtteils South Lake Union in Seattle zum Biotechzentrum, das die Führung in Nordamerika übernehmen soll.

„Viele Staaten sind besorgt, dass sie in diesem Rennen zurückfallen“, schrieb der oberste Rechnungsprüfer von New York, Alan Hevesi, in einem Bericht im März. Am 2. März kündigte der New Yorker Senator Nicholas Spano an, für die nächsten zehn Jahre 1 Mrd. $ für die embryonale Stammzellenforschung bereitzustellen.

Im Dezember schaltete eine Industriegruppe aus North Carolina ganzseitige Anzeigen in US-Zeitungen und lud darin Biotech-Firmen aus anderen Teilen der USA in den südlichen Bundesstaat ein. Im Februar warb San Francisco dem Bundesstaat Colorado die Biotechfirma Sirna ab, die klinische Tests für ein Medikament beginnt, das altersbedingte Sehschwächen bekämpft.

Selbst in Massachusetts – mit dem Forschungs- und Wissenschaftszentrum Boston-Cambridge – werden Politiker nervös, weil sie um die Jobs der Zukunft bangen. „Wir können nicht den Zug verpassen wie bei der Silicon Valley-Revolution“, warnte MIT-Präsident Charles Vest schon Ende 2003 die Industriekapitäne der Lifescience-Branche.

Der Biotechnologie-Rat von Massachusetts schätzt, dass die Branche in den USA 100 000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und Milliarden an Steuereinnahmen bescheren kann. Der Bundesstaat nimmt innerhalb der USA eine prominente Position in der embryonalen Stammzellenforschung ein.

Die Eile der US-Bundesstaaten hat noch einen anderen Grund: China, Taiwan, Indien und Singapur investieren ebenfalls Milliarden in die Biotechnologie. Mit ehrgeizigen Programmen ziehen sie Venture Capital aus den USA ab. MARKUS GÄRTNER

Gerangel im Milliarden-Geschäft

– Weil die IT-Krise ab 2001 herbe Jobverluste bescherte, setzen viele US-Gouverneure nun auf die Förderung der Biotechnologie, die 100 000 neue Arbeitsplätze verspricht.

– Kalifornien, Florida, Washington, Illinois und Massachusetts setzen sich mit hohem finanziellen Aufwand an die Spitze der Bewegung.

– Das Milken Institute in Los Angeles sieht im jüngsten „2004 Biotech Index“ San Diego in Kalifornien als den Standort mit den besten Aussichten, künftig die Führung in den USA zu übernehmen.

– Kalifornien investiert 3 Mrd. $ in die embryonale Stammzellenforschung.

– Microsoft-Mitbegründer Paul Allen baut für 2 Mrd. $ den Stadtteil South Lake Union von Seattle in ein Biotechzentrum um. mag

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