Gentechnik 08.12.2000, 17:27 Uhr

DNA-Schnipsel im Autolack überführen Unfallverursacher

Mit DNA, dem biologischer Träger der Erbinformation, können auch technische Daten verschlüsselt werden. Wissenschaftler aus Köln und Dortmund codierten kurze Nachrichten aus synthetischer DNA – ähnlich wie die Folge von Nullen und Einsen im Computer. „Markierte DNA könnte künftig gemeinsam mit dem Lack auf Autos gesprüht werden. Sie dient dann als Seriennummer und künstlicher Fingerabdruck, beispielsweise nach einer Unfallflucht“, sagt der Dortmunder Bioinformatiker Hilmar Rauhe, „die kleinste Menge Lack würde da ausreichen, den Täter zu überführen.“ Die synthetische DNA ist in Farbe und Öl gut aufgehoben. Selbst mit Terpentin kann sie unbeschadet ausgewaschen und dann molekularbiologisch gelesen werden.

Die Forscher bieten noch eine weitere Variante an: Auch Kunstschätze können geheim und sicher gekennzeichnet werden. Dazu werden markierte DNA-Stränge unter Milliarden unmarkierten Abschnitten „versteckt“. Nur der Empfänger, der den passenden molekularen Schlüssel besitzt, kann die Stecknadel im Heuhaufen finden. Mit der Polymerase–Kettenreaktion, der üblichen molekularbiologischen Methode, können dann die digitalen DNA-Nachrichten gelesen werden. „Die so empfangenen geheimen Informationen erfüllen die Sicherheitskriterien für computerbasierte Systeme“, erklärt Hilmar Rauhe. Das junge Forschungsgebiet der Bioinformatik ist wegen der minimalen Größe und der extrem hohen Speicherkapazität von DNA auch für die Nanotechnologie interessant. sun

Von Sun
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