Biotechnologie 08.02.2002, 17:32 Uhr

DNA-Analysen im Stundentakt

Genanalysen sollen künftig blitzschnell an jedem beliebigen Ort durchführbar sein. Möglich macht das ein programmierbarer DNA-Prozessor. Das Besondere daran: Er lädt die entsprechend der Zielsetzung jeweils benötigte Software aus dem Internet und lässt sich kinderleicht bedienen.

Für Familie Stähler ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Gemeinsam mit Vater Fritz haben die Brüder Cord und Peer ihr Know-how aus drei Fachgebieten gebündelt – dabei rausgekommen ist ein Unternehmen, das bald den weltweit ersten programmierbaren DNA-Prozessor auf den Markt bringen wird. Für ihre Entwicklung erhielten sie nun den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft.

Angefangen hatte alles damit, dass Molekularbiologe Peer Stähler sich über die Unzulänglichkeiten der auf dem Markt befindlichen Biochips ärgerte. Ein Brainstorming mit Cord, dem Diplom-Ingenieur, und Vater Fritz, lange Zeit für Boehringer Mannheim in der Diagnostik tätig, mündete schließlich in der Gründung der Firma Febit.

Kernstück des Unternehmens ist Geniom one, ein programmierbarer DNA-Prozessor, der Genanalysen künftig blitzschnell durchführen soll. Einsetzbar wäre er für Vaterschaftsnachweise, die Suche nach Erbkrankheiten, die Enttarnung von Straftätern, die Prüfung von Lebensmitteln auf gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe oder die Entwicklung individueller Arzneimitteltherapien.

Der Clou beim Mannheimer Gerät: Industrie, Unis und Labors können ihre Biochips individuell gestalten. „So generiert jeder sein eigenes spezielles Wissen“, erläutert Cord Stähler. Denn im Gegensatz zu den industriell vorgefertigen Biochips haben die Febit-Gründer einen „unbespielten“ Rohling entwickelt, der jeweils mit DNA-Sequenzen beschickt wird.

„Unsere Prämisse: Das System soll so einfach zu bedienen sein wie ein Textverarbeitungsprogramm am PC“, so Cord Stähler. Die Experimente werden nach Bedarf selbst zusammengestellt, die entsprechende Software gegen Gebühr übers Internet geladen. Und mehr noch: Geniom one liefert seine Ergebnisse schon nach wenigen Stunden.

Erste Prototypen testen derzeit das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Industrie. „Mit diesem System können wir schnell und großräumig feststellen, wie sich die Gen-Regulation von Krebszellen und gesunden Zellen unterscheidet“, freut sich Dr. Jörg Hoheisel, Experte am DKFZ.

Die Markteinführung ist für Ende des Jahres 2002 geplant. Noch kostet ein Gerät rund 350 000 Euro, doch soll der Preis schnell auf unter 100 000 Euro sinken. „Wir wollen, dass Geniom one Standardgerät in jedem Labor wird“, so Cord Stähler. BETTINA RECKTER

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