Life Science 05.06.2009, 19:41 Uhr

Beste Bedingungen für Biotechnologen  

Die deutsche Biotechnologie trotzt der Wirtschaftskrise. Aktuelle Studien belegen die Stärken Deutschlands etwa bei der Entwicklung neuer Pharmaka mit Biotech-Methoden. Unschlagbarer Vorteil von Bioregionen: die Bündelung der Expertise in Clustern wie etwa am Standort Düsseldorf. VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 6. 09, ber

Bioregionen bündeln Expertise.

Bioregionen bündeln Expertise.

Foto: KSB

Von den 177 Life-Science-Firmen in der BioRiver-Region sind allein 66 am Standort Düsseldorf angesiedelt. Bei der Biotechnologie ergibt sich ein ähnliches Bild: Von den 104 reinen Biotech-Unternehmen sitzen 30 in Düsseldorf.

Eine Anlaufstelle für technologieorientierte Unternehmen, die die direkte Nähe zu Forschung und Wissenschaft suchen, bietet das Life Science Center Düsseldorf. Ein Vorteil: unbürokratischer Zugriff auf ein enges Netzwerk von Experten aus Forschung und Entwicklung, Finanzierung/Kapital, Patentwesen, Technologietransfer und Wirtschaftsförderung.

Das Life Science Center Düsseldorf wurde 2002 eingerichtet, um im Bereich Life-Sciences Firmen geeignete Flächen anbieten zu können. „Wir haben mehr als 40 Mieter und damit eine Auslastung von über 80 %“, sagte Center-Manager Dr. Thomas Heck.

Für die deutsche Pharmabranche ist eine effiziente Kooperation zwischen den großen Arzneimittelherstellern, Biotech-Firmen und Forschungseinrichtungen wichtig. „Im Jahr 2020 wird weltweit jedes zweite neue Medikament ganz oder teilweise aus der Pipeline von Biotechnologieunternehmen stammen“, schätzt Dr. Volker Fitzner vom Bereich Chemicals & Pharma bei PwC.

Derzeit haben 57 Pharmaunternehmen ihren Sitz in der Region BioRiver. Damit ist das Land ein Cluster der Pharmaindustrie. Mit Bayer HealthCare und Schwarz-Pharma verfügt die Region zudem über zwei bedeutende Großunternehmen. Deutlich hat sich auch hier der Pharmastandort Düsseldorf herausgebildet, in dem 27 Unternehmen ansässig sind.

Im Vergleich zu anderen Biotech-Standorten bietet das Rheinland mit 4600 Beschäftigten die meisten Arbeitsplätze in der Branche. Auch hier hat Düsseldorf mit 1800 Beschäftigten vor anderen Teilregionen die Nase vorn. Maßgeblichen Anteil hierbei hat der Biotech-Zulieferer Qiagen mit 1000 Mitarbeitern am Standort Hilden.

Die Uni Düsseldorf gilt mittlerweile als Keimzelle der deutschen Biotech-Branche. Ihre Spin-offs erwirtschaften mehr als 50 % des Umsatzes aller börsennotierten deutschen Biotech-Unternehmen.Bekannteste Vertreter der Region sind Qiagen, Coley-Pfizer, Rhein Biotech, NewLab BioQuality, Orthogen, Alphabiocare und Artes Biotechnology.

Das Life Science Center Düsseldorf stellt jungen Start-ups wie auch etablierten Unternehmen perfekte Laborinfrastruktur plus Büroräume in unmittelbarer Nähe zum Uni-Campus bereit.

Eine der ansässigen Firmen bietet eine Art biologische „Lebensversicherung des 21. Jahrhunderts“ an. Die Nano Repro AG gewinnt mit eigener Methode adulte, also ethisch unbedenklich Stammzellen aus der Haut und konserviert sie für ihre Kunden. Die Funktionsfähigkeit der Zellen soll so über Jahre erhalten bleiben. Bei bestimmten Krankheiten kann der Kunde dann auf dieses eigene Stammzelldepot zugreifen.

Die Marktchancen schätzt Gründer Dr. Olaf Stiller hoch ein: „Ein solches persönliches Stammzelldepot ist eine völlig neue Art der Gesundheitsvorsorge.“

Einen Schnelltest zur molekularen Detektion von Krankheitserregern entwickelte die ebenfalls am Life Science Center angesiedelte Miacom diagnostics GmbH. Der Nachweis erfolgt direkt aus einem Wundabstrich oder aus Stuhl- und Blutproben, und dauert 30 min. Er eignet sich so vor allem für die Notfalldiagnostik und zur Unterstützung der Intensivstationen.

Das Aufspüren von Biokatalysatoren ist eine klassische Aufgabe von Biotech-Unternehmen. Solche Enzyme setzen chemische Reaktionen in Gang oder beschleunigen sie. Waschmittelenzyme etwa beseitigen Flecken aus der Kleidung.

Die Evocatal GmbH sucht gemeinsam mit der Firma Henkel nach Enzymen, die auch bei niedrigen Temperaturen wirken und Waschmittel so billiger und umweltverträglicher zu machen.

Biotechnisch lassen sich Wirkstoffe preiswert und in genügenden Mengen herstellen

Auch für die Pharmaindustrie ist Evocatal interessant. Denn viele medizinisch wirksame Substanzen aus der Natur sind so komplex aufgebaut, dass ihre chemische Synthese schwierig bis unmöglich ist. Zudem sind sie oft nicht in großen Mengen zu gewinnen. Dies macht etwa das aus einem Wirkstoff der Eibe gewonnene Krebsmittel Taxol so teuer.

„Ein Mikroorganismus, der diesen Wirkstoff en masse im Labor produziert, könnte das Medikament preiswerter machen“, ist Evocatal-Geschäftsführer Dr. Thorsten Eggert überzeugt.

Coley Pharmazeuticals wiederum, mittlerweile von Pfizer aufgekauft und als Coley-Pfizer eine eigenständige Forschungseinheit im Konzern, entwickelt immunologische Therapeutika insbesondere für Krebs, Allergien und Asthma und ist hierbei weltweit führend. Seine Europazentrale und die Forschungsabteilung hat das Unternehmen in Düsseldorf angesiedelt.

Hier findet für das gesamte Unternehmen die chemische Entwicklung neuer Stoffe statt, zudem werden neue Analysemethoden und Verfahrensprozesse ausgearbeitet. Ursprünglich in den Räumen und mit Starthilfe des Biotech-Zulieferers Qiagen in Hilden angesiedelt, zog das Unternehmen 2007 in die Life-Science-Metropole Düsseldorf um.

BETTINA RECKTER

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