Bau 19.05.2006, 19:22 Uhr

Wohnen ohne Grenzen  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 5. 06, rok – Deutschlands Bevölkerung wird immer älter. Zu diesem Ergebnis kommt die 10. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. Eine Entwicklung, der auch im Bausektor Rechnung getragen werden muss.

Jeder Dritte in Deutschland wird im Jahr 2050 60 Jahre oder älter sein. Eine Zahl, die aufhorchen lässt und der man Glauben schenken darf. Sie ist das Ergebnis der letzten Bevölkerungserhebung des Statistischen Bundesamtes.

Und Deutschland schrumpft. So soll die Bevölkerungszahl nach Auswertung verschiedener Szenarien bis 2050 noch zwischen 67 und 81 Mio. Bürgern liegen. Die Folgen sind vielfältig. Wenn auf 100 Erwerbstätige heute 44 Rentenbezieher fallen, sollen es in 40 Jahren bereits 78 sein. Der stärkste Anstieg dieses Verhältnisses wird bereits für die Jahre zwischen 2010 und 2030 erwartet. Seitens der Bundesregierung wird darauf unter anderem mit der sukzessiven Erhöhung des Renteneintrittsalters reagiert, um den Altersquotienten künstlich zu senken.

Die demografische Entwicklung Deutschlands hat aber eine weitere gravierende Konsequenz zur Folge. Für die immer älter werdenden Menschen werden immer weniger junge Leute bereit stehen, um sich – wenn notwendig – zu kümmern. Dies gilt gleichermaßen auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und Behinderungen.

Versteckte Barrieren hält aber alleine unser Alltag zuhauf parat. Sei es das Treppenhaus ohne Fahrstuhl, die Badewanne mit hohem Einstieg oder erschwerte Sinneswahrnehmungen wie optische und akustische Signale. Wer heute plant, baut oder saniert, darf diese Aspekte nicht außer acht lassen. Schließlich ist er morgen vielleicht selbst davon betroffen.

Eine hilfreiche Orientierung bietet die neue VDI-Richtlinie 6008 mit dem etwas holprigen Titel „Barrierefreie und behindertengerechte Lebensräume – Anforderungen an die Elektro- und Fördertechnik“.

Die Richtlinie wurde Ende 2005 veröffentlicht, hat seither Gültigkeit und entstammt einer Initiative der VDI-Gesellschaft Technische Gebäudeausrüstung. Sinn und Zweck ist es, Wohn- bzw. Lebensräume zu schaffen, in denen ältere oder behinderte Menschen möglichst selbstständig leben können.

Dafür bietet die Elektro-, Sicherheits-, Kommunikations-, Beleuchtungs- oder Fördertechnik bereits heute technische Lösungen, bis hin zu intelligenten Gebäudeautomatisierungen. Die VDI-Richtlinie will für eine sinnvolle Nutzung sensibilisieren. Menschen sollen sich bereits frühzeitig an Techniken und Geräte gewöhnen können. Daher werden generationsübergreifende Hinweise und Planungshilfen für private Lebensbereiche und Wohnheime vermittelt. Diese richten sich an Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Handwerker und Nutzer.

Die Richtlinie soll aber auch anstoßen. So geht es um Entwicklung, Konstruktion und Designgebung von Produkten der Industrie und im Dienstleistungsbereich. Ein Ziel, das von der Messe Frankfurt anlässlich der Light+Building, internationale Fachmesse für Architektur und Technik, aufgegriffen wurde. Im April 2006 gab diese den Rahmen für die Verleihung eines neu geschaffenen Preises. Ausgezeichnet wurden besondere elektrotechnische Produkt- und Systementwicklungen, handwerkliche Projekte und Ingenieur- und Architekturleistungen, die in direkter Verbindung mit der VDI-Richtlinie 6008 stehen. A. FROMMANN

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