Bau 25.02.2000, 17:24 Uhr

Wohnen und arbeiten nah beieinander

Die Stadtflucht junger Familien bremsen, Wohnen und Arbeiten wieder näher zusammenbringen, Innenstädte attraktiver machen – Diese Ziele soll das NRW-Stadterneuerungsprogramm 2000 erreichen. 210 Projekte werden mit mehr als 336 Mio. DM gefördert.

Die Landesregierung hat das Finanzvolumen für dieses wichtige strukturpolitische Programm im Vergleich zum Vorjahr trotz schwieriger Haushaltslage noch einmal leicht erhöht“, erklärte NRW-Stadtentwicklungsministerin Ilse Brusis vor 14 Tagen bei der Vorstellung des Programms in Düsseldorf. „Oberstes Ziel ist die Stärkung der Städte und ihrer Cities. Neben Förderschwerpunkten, wie z.B. dem Programm, mit dem Innenstädte attraktiver gestaltet werden sollen und Investitionen in Bahnhöfe, legen wir in diesem Jahr ein ganz besonderes Gewicht auf Erschließung von Flächen für Gewerbe und preiswerten Wohnraum in den Städten. Mit neuen Projekten wollen wir auch der Stadtflucht bauwilliger junger Familien Einhalt gebieten. Neubau- und Gewerbegebiete sollen künftig wieder vermehrt in den Städten entstehen und nicht immer mehr Freiflächen am Stadtrand oder in ländlichen Regionen verbrauchen.“
Das Stadterneuerungsprogramm 2000 wird nach den Worten der Ministerin rund 2,7 Mrd. DM öffentliche und private Investitionen auslösen. „Insgesamt fördern wir 210 konkrete Stadterneuerungsmaßnahmen“, so Brusis. „Außerdem haben wir für kurzfristige Maßnahmen, die sich während des Jahres ergeben, 84 Mio. DM vorgesehen. Mit diesen Mitteln finanzieren wir aktuellen Handlungsbedarf, zum Beispiel strukturpolitische Maßnahmen in den Kohlerückzugsgebieten oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Mit dem hohen Investitionsvolumen wird die Stadterneuerung im Jahr 2000 voraussichtlich mehr als 20 000 Menschen vorrangig in der Bauwirtschaft und im Handwerk Arbeit geben.“
Im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms werden Bau- und Infrastrukturmaßnahmen gefördert. Beispiele sind der Umbau des Kunstpalastes Düsseldorf (Förderung: 8 Mio. DM), die Neugestaltung der Mülheimer Innenstadt (1,5 Mio. DM), die Neugestaltung des Gebietes rund um den Münsteraner Hauptbahnhof (1,5 Mio. DM), die Sanierung des Kölner Stadtteils Kalk (7,3 Mio. DM), die Sanierung des Essener Stadtteils Katernberg (7,3 Mio. DM), das Projekt Heilgarten 2000 in Bad Oeynhausen (2.02 Mio. DM), Maßnahmen zur Restaurierung der Dorstener Altstadt (1,2 Mio. DM), die Weiterentwicklung der Bochumer Innenstadt-West (1,8 Mio. DM).
Die Ministerin nannte die wichtigsten strukturpolitischen Akzente und Schwerpunkte des Stadterneuerungsprogramms im einzelnen. Vor allem gehört die Brachflächenreaktivierung gegen Stadtflucht dazu: Mit diesem Programmschwerpunkt sollen innerstädtische Bereiche verstärkt für Wohnen und Gewerbe erschlossen werden. Insgesamt werden Fördermittel in Höhe von 60 Mio. DM zur Verfügung gestellt. Dazu zählen neben der Reaktivierung von Brachflächen für gewerbliche Nutzungen vor allem neue Baulandstrategien, über die bezahlbares Wohneigentum für junge Familien geschaffen werden soll. Ziel dieser Projekte ist es, Eigenheime auf kleinen Grundstücken für einen Gesamtpreis von 350 000 DM auch in Innenstadtlagen zu ermöglichen.
Ilse Brusis: „Mit dem neuen Schwerpunkt wollen wir gegen den Trend angehen, dass bauwillige Familien kaum anders können, als Städte zu verlassen und zu Pendlern zu werden.“ Für Maßnahmen gegen die Stadtflucht sind im Stadterneuerungsprogramm 2000 insgesamt Mittel in Höhe von 60 Mio. DM vorgesehen neue Wohngebiete werden unter anderem in Bielefeld, Essen, Bönen und Minden erschlossen.
„Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Stadterneuerungsprogramms 2000 ist die Stärkung der Innenstädte“, erläutert die Ministerin, „jede zweite Mark des Gesamtprogramms fließt in Projekte zur Aufwertung der Citys“. Außerdem macht mittlerweile jede dritte Stadt in Nordrhein-Westfalen Stadtmarketing und entwickelt gemeinsam mit dem Handel Strategien, um die Innenstädte aufzuwerten.
Die Förderung von Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf wird auch im Jahr 2000 fortgeführt. Aktuell fördert das Land 31 solcher Stadtteile. Seit 1994 sind in diese Sonderzuwendungen mehr als 250 Mio. DM Stadterneuerungsmittel geflossen. Für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Wohnungsbauförderung in den schwierigen Stadtteilen stehen in diesem Jahr Mittel in Höhe von rund 59 Mio. DM bereit.
Entwicklung von mittleren und kleinen Bahnhöfen: Die städtebauliche Entwicklung von Bahnhöfen und Bahnhofsumfeldern ist eine weitere zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung. „Die Städtebauförderung macht den Städten und Gemeinden ein Angebot, ihre Bahnhöfe gemeinsam mit dem Land und der Bahn zu entwickeln“, so Ministerin Brusis. Dieses Angebot gelte bewusst für die kleinen und mittleren Bahnhöfe, für die sich im Gegensatz zu den großen Bahnhöfen keine großen Investoren z.B. im Bereich Handel oder Freizeit finden.
„100 Bahnhöfe“ heißt das Programm, das durch eine Rahmenvereinbarung mit der Bahn abgesichert worden ist. Bisher wurden mit 75 Kommunen Gespräche zu 83 Bahnhöfen und Haltepunkten geführt. Aktuell sind im Stadterneuerungsprogramm 2000 Förderungen in Höhe von 24 Mio. DM für Bahnhöfe vorgesehen. Mittelfristig wird erwartet, dass über das Aktionsprogramm ein Investitionsvolumen von landesweit rund 1 Mrd. DM ausgelöst wird.
Ministerin Brusis: „Mit dem Stadterneuerungsprogramm 2000 ist die Kontinuität dieses umfassenden strukturpolitischen Angebots an die Städte und Gemeinden im Land gesichert. Die Kommunen haben jetzt Planungs- und Finanzierungssicherheit. Ergänzend zu den Impulsen für den ersten Arbeitsmarkt schöpfen wir das gesamte erreichbare Potenzial für den zweiten Arbeitsmarkt aus. Wo immer es geht, werden die Investitionsmaßnahmen der Stadterneuerung mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen kombiniert. Dabei werden vorrangig Langzeitarbeitslose und arbeitslose Jugendliche beschäftigt und qualifiziert.“ wip
Wohnungen und Kleingewerbe wieder in einem Quartier unterzubringen, um lange Wege zu vermeiden, ist eines der Ziele der Stadterneuerung.
Einfamilienhäuser für junge Leute entstehen aus finanziellen Gründen oft weit draußen. Diesen Trend zu brechen und günstige innerstädtische Alternativen zu bieten, ist ebenfalls Ziel der Fördermaßnahmen in NRW.

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