Bau 31.08.2001, 17:30 Uhr

Test gebietet Abrissbirne Einhalt

Ist eine Brücke noch sicher, oder muss sie ersetzt werden? Bestehen Zweifel, wird meist neu gebaut. Ein an der Hoch­schule Bremen entwickeltes Testverfahren erlaubt seit kurzem, Brücken zu erhalten, die früher abgerissen wurden. Nun werden auch Eisenbahnbrücken so getestet.

Dabei ist die Funktion des BELFA ebenso einfach wie genial: Das von einer Grundlänge von 22,5 m bis auf eine Gesamtlänge von 35 m teleskopierbare Gefährt stützt sich mit seinen äußersten Hydraulikstempeln auf die Brückenwiderlager und führt dann den eigentlichen Belastungstest mit Hilfe von fünf Hydraulikstempel durch, die sich frei verschiebbar unter der Prüflast befinden. Durch den von diesen Hydraulikstempeln ausgeübten Druck und die dadurch verursachte Verformung der Brücke, die durch die Sensoren an der Brückenunterseite gemessen werden, lässt sich sofort ein genaues Belastungsschema der Brücke errechnen.

Das gleiche Prinzip konnte jetzt bei den ersten Tests von Eisenbahnbrücken angewandt werden, wobei allerdings das BELFA durch einen Schwertransportwagen von DB-Cargo mit einem Eigengewicht von 90 t, einer Länge von 30 m bei 12 Achsen sowie einer Tragfähigkeit von 165 t ersetzt wurde.

Dieser als behelfsmäßiger „BELFA-DB“ zweckentfremde Waggon wurde zudem mit zehn von der Thyssen-Krupp-Stahl-AG, Duisburg, zur Verfügung gestellten Stahlbrammen belastet, von denen jede ein Gewicht von 16 t auf die Waage brachte.

Für den eigentlichen Brückentest wurde das nunmehr 250 t schwere Fahrzeug mit acht Hydraulikzylindern versehen, mit denen der gewünschte punktuelle Druck auf die Brücken ausgeübt werden konnte. Zur Messung der Verformungen unter Druckbelastung stattete man die Brücken mit 30 hoch empfindlichen elektronischen Sensoren aus, die ihre Messergebnisse in Echtzeit an die angeschlossenen Rechner übermittelten, so dass unter Ausschluss jeglicher Gefährdung ein Belastungsprofil der getesteten Brücken erstellt werden konnte.

Neben dem positiven Testergebnis, das den untersuchten Brücken eine uneingeschränkte Betriebssicherheit bescheinigte und der Deutschen Bahn AG alleine auf der untersuchten Strecke Investitionskosten in Höhe von rund 4 Mio. DM ersparte, sehen die Wissenschaftler um Prof. Steffens ebenso wie die Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG, im Einsatz eines BELFA-DB ein ungeheures Potential zur Einsparung von Baukosten: Die Deutsche Bahn AG verfügt innerhalb ihres Steckennetzes über rund 30 000 Brücken, von denen ungefähr die Hälfte in Massivbauweise errichtet sind.

Besonders bei den älteren dieser Brücken, oder speziell bei Brücken in den östlichen Bundesländern, ist der Erhaltungszustand und damit die Tragfähigkeit trotz intensiver Berechnungen für eine weitere Nutzung nicht mit letzter Sicherheit bekannt. So stünde die Bahn als Besitzer und Betreiber dieser Brücken über Kurz oder Lang vor dem Problem, diese Brücken entweder zu ersetzen oder unter großem Kostenaufwand zu sanieren und zu verstärken.

Aus diesem Grund, und unter dem Eindruck der Ergebnisse der Testuntersuchungen vom letzten Juni, wurden bereits jetzt erste Gespräche zwischen der Bahn und dem Bundesministerium für Forschung und Wissenschaft geführt. Als Ergebnis dieser Gespräche wird geplant, das IFES der Hochschule Bremen federführend in einer Forschungskooperation mit der Machbarkeitsstudie für den Entwurf und die Erprobung eines großen Belastungsfahrzeuges BELFA-DB zu beauftragen ein Forschungsauftrag, der gemeinsam vom Forschungsministerium und der Deutschen Bahn AG finanziert und getragen wird. HAN

Von Han

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