Bau 23.02.2001, 17:28 Uhr

Selbstverpflichtendes Bauen

Die nächste Flut kommt bestimmt – vielleicht schon nächstes Jahr.

Pünktlich zur diesjährigen Hochwassersaison nahm das unmittelbar am Rhein gelegene Bayerwerk Leverkusen zur Probe ein metallenes Bollwerk in Betrieb, das – so Hersteller IBS, Thierhaupten bei Augsburg – als die längste zusammenhängende mobile Hochwasserschutzwand Deutschlands gelte. Die aus Stahl und Aluminium bestehende Vorrichtung ist rund 1100 m lang, bleibt aber die meiste Zeit gut verpackt in 24 Überseecontainern eingelagert. Am 15. Februar wurde die Hochwasserschutzwand zu Übungszwecken an der Außenkante eines Teils der Verladeanlage des Chemiekonzerns erstmals aufgebaut und den Medien vorgestellt.
„Die Wand schützt uns selbst bei einem Rheinwasserstand, der rein statistisch nur alle 200 Jahre auftritt,“ weiß Dr. Bernd von der Linden. Der stellvertretende Leiter des Bayerwerks konkretisiert: „Wir behalten auch trockene Füße, wenn das Wasser 1,35 m höher steht als bei dem Hochwasser 1995, das die Kölner Altstadt überflutete.“ Der Leverkusener Chemieriese verfügt über nahezu 2,5 km Uferanlagen. Der größte Teil des Ufers – in den nördlichen und südlichen Werksteilen – ist mit fest installierten Wänden abgesichert.
Die mobile Absperrung wird bei Bedarf im Bereich der Verladeanlagen im mittleren Ufersegment errichtet, was Bayer mehr als 5 Mio. DM kostete. Zuschüsse gab es nicht. Dank eines ausgeklügelten Logistikkonzepts könne die bis zu 1,5 m hohe Schutzmauer – bestehend aus 364 Stahlstützen und rund 3300 Balken aus seewasserfestem Aluminium – von 25 Mitarbeitern in rund zehn Stunden aufgebaut werden, erläutert von der Linden, der auch für die Infrastruktur des Bayernwerks verantwortlich ist.
„Die jeweils 10 cm hohen Dammbalken sind innen hohl und füllen sich nach und nach mit Wasser, wenn der Pegel steigt,“ erläutert Dipl.-Ing. Günter Seuthe, Bayer-Projektleiter Hochwasserschutz. Der entstehende Druck auf den Betonsockel und auf die Dichtungen zwischen den einzelnen Balken sorge dafür, dass „alles dicht wird“.
Zwischen August 1999 und Mai 2000 wurden die baulichen Voraussetzungen für die mobile Schutzwand geschaffen: In einer Länge von 1 km mussten Fundamente betoniert und die Ankerplatten für die Stützen in den Boden eingelassen werden. Im Dezember 2000 fiel der Startschuss für eine weitere große Baumaßnahme: das Hochwasserpumpwerk, letzter Teil des Hochwasserschutzkonzepts am Standort Leverkusen. Bei hohen Wasserständen sichert das Pumpwerk künftig den Abfluss des im Werk anfallenden Regen- und Kühlwassers.
Die Inbetriebnahme des Hochwasserpumpwerks ist für Februar 2002 geplant, für die Bayer 2,5 Mio. DM investiert. Im Bayer-Hochwasserschutzkonzept werde die Verpflichtung zu „verantwortlichem unternehmerischen Handeln“ deutlich, betont von der Linden. Die Verantwortung erstrecke sich nicht nur auf Produktion, sondern auch auf einen möglichst umfassenden Schutz von Umwelt und Bevölkerung.“ ELMAR WALLERANG

Von Elmar Wallerang
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