Baufinanzierung 27.03.2009, 20:40 Uhr

Neue Fördermittel für ökologisches Bauen  

Darlehen ab 1,41 % effektivem Jahreszins: Schon bisher waren die Konditionen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für den Neubau von Energieeffizienzhäusern bzw. die energetische Sanierung im Altbestand unschlagbar günstig. Zum 1. April 2009 werden die Programme nun umstrukturiert. Neu sind eine Zuschussvariante und die Förderung von Einzelmaßnahmen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 27.3.09, sta

„Unser Programm zur CO2-Gebäudesanierung ist ein Riesenerfolg“, bewertet Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee das bestehende Programm, unter dem sich die verschiedenen Fördermaßnahmen zum energieeffizienten Wohnbau versammeln. Allein 2008 seien mehr als 100 000 zinsverbilligte Kredite und Zuschüsse in einem Volumen von rund 6,4 Mrd. € zugesagt worden.

Diese Summe will die staatliche Förderbank im laufenden Jahr wieder erreichen – der Wirtschaftskrise und dem damit nachlassenden Mut zu privaten Investitionen zum Trotz. Finanzielle Rückendeckung erhält die KfW aus dem Konjunkturpaket I der Bundesregierung. „Für die Zinsverbilligung und Zuschüsse stehen uns dieses Jahr 1,4 Mrd. € zur Verfügung. Damit lässt sich das Vier- bis Fünffache an Kreditvolumen anschieben“, rechnet Gudrun Gumb vor, Referentin der KfW-Privatkundenbank.

„Die Förderung von energieeffizientem Wohnbau wird jetzt für Neubau und Altbausanierung in zwei KfW-Programmen gebündelt. Es gilt die einfache Formel: Je höher die Energieeffizienz des Gebäudes, umso attraktiver ist die Förderung“, so KfW-Vorstandssprecher Wolfgang Kroh.

Im Bereich Neubau finanziert die KfW ab 1. April „die Errichtung, Herstellung und den Ersterwerb von KfW-Effizienzhäusern“. Die Förderbank unterscheidet zwei Kategorien: Das „KfW-Effizienzhaus 55“ darf beim Jahres-Primärenergiebedarf und beim Transmissionswärmeverlust 55 % der nach Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2007 zulässigen Werte nicht überschreiten. Das „KfW-Effizienzhaus 70“ darf entsprechend maximal 70 % der EnEV-Werte erreichen. Bauwillige können aus dem Förderprogramm bis zu 50 000 € als langfristiges, zinsverbilligtes Darlehen mit tilgungsfreier Anlaufzeit erhalten. Details finden Interessierte auf der Homepage der KfW.

Wer ein Haus energetisch auf Vordermann bringen will, für das vor 1995 der Bauantrag gestellt wurde, kann künftig bis zu 75 000 € bei der KfW leihen. Auch hier hängen die Sonderkondition davon ab, welcher Energieeffizienz-Standard nach Abschluss der Maßnahmen erreicht wird. Der Darlehensnehmer hat grundsätzlich die Wahl zwischen einem zinsverbilligten Kredit oder einem Zuschuss von bis zu 17,5 % des zugesagten Betrags.

Daneben werden auch Einzelmaßnahmen und Kombinationen zur Verbesserung der Energieeffizienz solcher Gebäude gefördert. Der Darlehenshöchstbetrag liegt hier bei 50 000 €. Eine Liste der förderfähigen Maßnahmen veröffentlicht die KfW auf ihrer Homepage im Internet.

Alle geförderten Darlehen können nur über die Hausbank beantragt werden, nicht bei der KfW direkt. Und egal ob Neubau oder Sanierung – der Darlehensnehmer kann bei der KfW seinen Kredit jederzeit während der Laufzeit komplett oder teilweise zurückzahlen.

„Diese Förderkredite sind konkurrenzlos günstig und einfach gut“, sagt Max Herbst vom gleichnamigen Frankfurter Finanzinformationsdienst. Einige Banken würden zusätzlich sogar einen Teil der hohen Provisionen, die sie von der KfW für die Durchleitung der Darlehen bekommen, an ihre Kunden weiterreichen. Die Direktbank ING-DiBa bietet z. B. unter bestimmten Bedingungen einen Rabatt von 0,25 % auf die Zinssätze der KfW an.

Alle Programme können laut Gudrun Gumb von der KfW-Privatkundenbank mit den herkömmlichen Programmen zur Förderung des Wohneigentums kombiniert werden. Da allerdings lagen die KfW-Darlehen mit 4,52 % p.a. effektiv zuletzt 0,3 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der am Markt angebotenen Hypothekenkonditionen für zehnjährige Zinsbindung.

Ökologisch durchaus sinnvoll, im Detail aber noch verbesserungsfähig – so bewerten Wirtschaftsforscher und Umweltexperten die neue Programmstruktur der KfW. Michael Bade vom Umweltbundesamt (UBA) begrüßt die neue Zuschussvariante in der Sanierungsförderung. Die Förderungen von Einzelmaßnahmen hingegen sei nicht immer sinnvoll. „Die Fenster auszutauschen kann manchmal nur in Verbindung mit weiteren Dämmungen die Energieeffizienz des Hauses verbessern“, so der UBA-Experte. In der bisher gültigen Programmstruktur förderte die KfW nur die Kombination verschiedener Maßnahmen.

Die KfW vergibt selbst direkte Zuschüsse für die qualifizierte Baubegleitung durch einen Sachverständigen (z. B. einen Energieberater), den Austausch von Nachtstromspeicherheizungen sowie die Optimierung bestehender Heizungsanlagen. Diese Maßnahmen können sowohl miteinander als auch mit der Kredit- oder der Zuschussvariante des Programms oder mit anderen KfW Programmen kombiniert werden.

Das Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, kritisiert die weiterhin verwirrende Fördervielfalt. Würde man die Programme von Bund, Ländern und Gemeinden bündeln und die Mittel für einen einheitlichen Zuschuss oder für Sonderabschreibungen verwenden, wäre mit einer erheblich höheren Akzeptanz zu rechnen, empfehlen die Wirtschaftsforscher. M. VOLMER

Ein Beitrag von:

  • Martin Volmer

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Wirtschaft, Konjunktur, Wirtschaftspolitik.

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