Bau 09.04.2004, 18:29 Uhr

Leasing: Kleiner Bauunternehmer ganz groß

VDI nachrichten, München, 8. 4. 04 – Kraneinsatz auf Baustellen ist teuer. Vor allem mittelständische Bauunternehmen greifen deshalb zunehmend auf das Leasing zurück. Doch auch bei den Vermietern wird die Eigenkapitaldecke dünn. Entsprechend geht bei Mobilkranen der Trend in Richtung Absatzfinanzierung über Leasing oder Mietkauf.

Bereits 80 % des deutschen Marktes für Mobilkrane werden über Leasing oder Mietkauf finanziert“, so auf der Bauma 2004 in München Bernhard Schaaf, Kranspezialist bei der SüdLeasing GmbH, Stuttgart. Allerdings habe nach Wegfall der steuerlichen Vereinfachungsregel in Deutschland der Mietkauf als Finanzierungsalternative (jetzt ist die monatliche Abschreibung Pflicht) an Attraktivität verloren. Hierdurch werde zwar ein Trend in Richtung Leasing sichtbar, doch viele Leasingnehmer seien am Ende Besitzer des Mobilkrans. Der Stuttgarter Finanzdienstleister ist als herstellerunabhängige Leasinggesellschaft 100%ige Tochter der LBBW Landesbank Baden-Württemberg. Auf 195 Mio € belief sich 2003 das von der SüdLeasing finanzierte Investitionsvolumen für Mobilkrane des Herstellers Liebherr aus Ehingen bei Ulm, 95 Mio. € davon für den Absatz in Deutschland.
„Bei der Vermietung von Mobilkranen geht die Tendenz klar in Richtung Leasing,“ weiß Schaaf. Die Laufzeiten der Leasingverträge würden meist, parallel zu den Abschreibungszeiten, auf sechs bis acht Jahre festgelegt. Wegen des schnellen Innovationszyklus bei Kranen von fünf bis sechs Jahren bevorzugten einige Kranvermieter auch kürzere Laufzeiten ab 48 Monaten, um die Krane schneller gegen neue austauschen zu können. Zwischen 20 % und 50 % des Neuwertes betrage in der Regel nach der Vertragslaufzeit der Restwert, versichert Schaaf. „80% bis 85% der Leasingnehmer übernehmen die Krane am Ende.“ Die Amortisationszeiten würden je nach Krangröße auf sechs bis zehn Jahre veranschlagt.
„Für unseren Vertrieb ist die lange gewachsene Beziehung zur SüdLeasing ein Vorteil,“ bestätigt Karl Passing, Vertriebsleiter der Liebherr-Werk Ehingen GmbH, die in Sachen Kranfinanzierung seit über 20 Jahren mit der SüdLeasing zusammenarbeitet. Man sei für die Technik zuständig, die SüdLeasing für die Finanzierung. Fünf der bundesweit 30 Niederlassungen der SüdLeasing (u. a. in Berlin, Düsseldorf, Osnabrück, München und Saarbrücken) seien auf die Finanzierung von Mobilkranen aus Ehingen spezialisiert.
In der Tat sind genaue Branchen- und Marktkenntnisse bei der Finanzierung von Mobilkranen von besonderer Bedeutung. Die Leasingexperten halten sich z.B. als Mitglieder im Bundesverband für Kranvermietung + Schwertransporte (BSK) auf dem Laufenden. Auf den permanenten Dialog zwischen Herstellern und Kunden käme es an, bestätigt Schaaf. Ohne spezielles Know-how könnten Kreditgeber beispielsweise kaum die Wertbeständigkeit eines Krans einschätzen. Mobilkrane seien zum Beispiel – anders als etwa ein Auto – äußerst wertbeständig. Strenge sicherheitstechnische Vorschriften, die eine regelmäßige Wartung und jährliche TÜV-Prüfungen anordnen, sowie die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) sorgten dafür, dass ein Kran nicht so schnell „heruntergewirtschaftet“ werde. Abhängig von den geleisteten Maschinenstunden seien 15 und mehr Einsatzjahre üblich.
Tatsächlich ist die Nachfrage nach guten Gebrauchtkranen groß. „Für gebrauchte Autokrane gibt es ein eigenes Liebherr-Zentrum mit drei Vertriebsstandorten in Deutschland sowie bei allen weltweiten Vertriebsniederlassungen,“ so Passing. 500 Gebrauchtkrane würden jährlich weltweit vermarktet.
„Wir sind Dienstleister,“ betont Schaaf: Kunden könnten – in einem vernünftigen Rahmen – eine für ihr Unternehmen und ihren speziellen Fall „maßgeschneiderte Finanzierungslösung verlangen“. Leasingraten ließen sich beispielsweise dem realen Geschäftsverlauf des Leasingnehmers anpassen. Das sei besonders im Bausektor wichtig, wo saisonale Schwankungen die Auftragslage beeinflussen: etwa das gefürchtete „Winterloch“, das – leicht zeitversetzt – meist zwischen März und Mai eintritt. In dieser Periode könnten – so Passing – schnell Liquiditätslücken entstehen.
„Die Attraktivität der Finanzierungsangebote ist ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz,“ urteilt Passing. Seine Marktposition behaupte das Liebherr-Werk Ehingen mit Innovationszyklen von fünf bis sechs Jahren. Technische Neuerungen würden kontinuierlich umgesetzt: Im Leichtbau für Teleskop- und Gitterausleger, an den elektronischen Steuerungen, bei den Fahrwerken und den Antrieben. Ein weiterer Schwerpunkt sei – so Passing – die Reduzierung des Dieselverbrauchs. Derzeit würden die Autokrane nach und nach auf die schärfere Abgasnorm EU 4 umgestellt, um den Betreibern neuer Mobilkrane Steuererleichterungen zu sichern. Auch die Einführung von Partikelfiltern stehe demnächst an.E. W.

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