Bau 25.07.2008, 19:36 Uhr

Keine Stadt wächst schneller als „New Beijing“  

VDI nachrichten, Hongkong, 25. 7. 08, rok – Peking brachte die Vorbereitung der Olympischen Spiele einen überfälligen Modernisierungsschub. Der Aufstieg in die kleine Liga der World Cities ist in Sichtweite.

Abends auf dem Bahnsteig der Subway-Station Wukesong im Westen Pekings wird wie immer gedrängelt. Was die meisten Fahrgäste nicht wissen ist, dass einige Meter unter ihren Füssen letzte Hand an einen Tunnel gelegt wird, der Wasser aus der fernen Provinz Hubei rechtzeitig für die Olympischen Spiele in die Stadt bringen wird. 300 Mio. m3 im Jahr werden in Chinas Kapitale gepumpt, um sie zu versorgen .

„Das ist mit der Luftverschmutzung eines der ärgsten Wachstumsprobleme Pekings“, konstatiert Benjamin Christensen, Marktanalyst der Jones Lang Lasalle. Die 300 km lange Wasserleitung ist Teil eines 60 Mrd.-$-Projektes, das Wasser vom Süden Chinas in die ausdürrende nördliche Region bringen soll.

Peking expandiert seit der Vergabe der Olympischen Spiele vor sieben Jahren im Eiltempo. „52 % mehr Büro-, 89 % mehr Einzelhandels- und 58 % mehr Wohnflächen allein in den letzten beiden Jahren, auch das ist wohl einmalig“, sagt Christensen.

17 Mio. Einwohner nennen Peking, die „Hauptstadt des Nordens“, heute ihre Heimatstadt, rund 20 Mio. Menschen sollen es nach Christensen und anderen Analysten in zehn Jahren sein.

Eine Stadt der Kontraste. Florian Gessler, gebürtiger Berliner in den Diensten der Deutschen Handelskammer in China, nennt die Stadt „Berlin hoch drei“. Gemeint sind der rasche Wandel, die Hektik, aber auch soziale Unterschiede. Eine einheitliche Linie, ein typisches Gesicht wie in Paris, London, Washington oder auch Shanghai sei schlecht auszumachen.

Stephan Rothlin, der Schweizer Direktor des Center for International Business Ethics (CIBE), das in Sachen effizientes, ethisch präsentables Management berät, winkt ab. Er spricht von „Städten in der Stadt“, von einem einzigartigen Peking-Universum, das auch zu einem kulturellen Zentrum des fernöstlich-pazifischen Raumes aufsteige. Brian Wallace, der Direktor der auf moderne chinesische Kunst spezialisierten Red Gate Gallery, stimmt zu. „Talentierte Leute von Shanghai und anderswo kommen, um in Kolonien wie der Factory 798 ihr Quartier aufzuschlagen,“ erzählt er. Für ihn liegt der Big Bang der modernen chinesischen Kunst auf der Weltszene bereits einige Jahre zurück. Bilder von Yue Minjun, Yan Peimin oder Zhang Xiaogang wechseln mittlerweile für mehr als eine Mio. $ den Besitzer. Rothlin: „Das passt nicht schlecht mit der, nach Informationen der OECD, aufsteigenden ,knowledge-based economy“ zusammen, in der Innovation und Kultur gewichtige Rollen spielen.“

Was bringt der Raum Peking nach dem 44 Mrd. $ schweren olympischen Infrastrukturschub außerdem für Unternehmen auf die Waage, die Orte wie Shanghai, Guangzhou, Wuhan, Dalian, Shenzhen oder Chongqing unter der Lupe betrachten, um den richtigen Platz für einen neuen Standort zu finden? „Die Kombination von Universitäten, IT-Akteuren, Gruppen der Finanzwirtschaft und der Medien sowie besserer Zugang zu den politischen Weichenstellern macht die Attraktivität von Peking aus, nun ist mehr Platz für eine Ansiedelung vorhanden und im Vergleich mit Shanghai ist die Stadt kostengünstiger,“ antwortet Christensen.

Bevorzugte Quartiere westlicher Firmen sind neben dem Finanzzentrum der Central Business District (CBD) mit dem China World Trade Center, wo auch Christensen seiner täglichen Arbeit nachgeht und dem neuen Wahrzeichen der Stadt, des CCTV-Tower des holländischen Architekten Rem Kolhaas. Der Turm zählt bereits vor der Einweihung in einigen Wochen zu den bewundertsten Bauten der Stadt.

Im Nordwesten, in Zhongguancun im Stadtteil Haidan, befinden sich die Peking und die Tsinghua University und deren Science Parks. Forschungszentren internationaler Gruppen wie Microsoft, Sun, Siemens und NEC haben dort, in „China“s Silicon Valley“, ihre Zelte aufgeschlagen. Chinas dominierende Internetgruppen Baidu und SINA managen ihre Geschäfte von dort aus. Genauso eine Vielzahl, zumeist von aus amerikanischen Landen heimgekehrten jungen Leuten, gegründete kleinere Hightechfirmen.

Im Osten, neben der Autobahn zum Flughafen, wird ein weiteres Gelände für forschungs- und entwicklungsinteressierte Unternehmen erschlossen. Ein guter Teil der deutschen Unternehmensgemeinde hat sich nicht weit davon entfernt in Chaoyang eingerichtet. Heimweh kommt dort nicht auf, sogar eine „Sino-German Polyclinic“ kann angesteuert werden.

Was passiert nach den Olympischen Spielen? Der Hangover von Sidney oder Barcelona nach dem großen Sportfest ist noch in guter Erinnerung. Christensen schüttelt den Kopf. Die robuste wirtschaftliche Entwicklung werde eine kalte Dusche verhindern, versichert er. JAN HOEHN

Nach der Olympiade besserer Zugang zu den politischen Weichenstellern

Von Jan Hoehn

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