Bau 19.12.2003, 18:27 Uhr

Hoher Bauwerks-Standard hat überall seinen Preis

Bauen in Deutschland ist teuer. Doch was ist dran an diesem Vorurteil? Ist es hier wirklich so viel teurer? Dem gingen die Berater von EC Harris nach – mit erstaunlichem Ergebnis.

Bauen in Deutschland ist teuer – sagen alle. Doch stimmt das? Und wenn es stimmt, was sind die Gründe dafür? Dies wollte auch in diesem Jahr wieder das auf den Bausektor spezialisierte international tätige Beratungsunternehmen EC Harris genau wissen, und stellte Baukosten aller Herren Länder einander gegenüber. Große Überraschung: Es ist zwar teuer, in Deutschland zu bauen, doch in Schweden und in der Schweiz ist das Bauen – in Europa – am teuersten.
Auch in Japan liegen die Baukosten sehr hoch, doch dies führen die Forscher auf die Kosten für das dort lebensnotwendige erdbebensichere Bauen zurück. Dadurch werden selbst für einfachste Fabrikgebäude aufwendige – und teure – Gründungsarbeiten notwendig.
All dies hat EC Harris in dem jetzt erschienenen „Guide to International Building Costs“ berücksichtigt. Die Publikation enthält einen Leitfaden zu Baukosten für die häufigsten Gebäudetypen in 38 Ländern. Die Informationen über Kosten und Details sind nicht nur rechnerisch ermittelte Größen, sie wurden vor Ort erfragt und spiegeln Machart und Preisgestaltung tatsächlich so erstellter Bauwerke wider.
Die detaillierte Kostenanalyse bezieht sich auf das Preisniveau des 2. Quartals 2003. Es wurden 45 weit verbreitete Gebäudetypen katalogisiert und deren Kosten detailliert dargestellt (in Euro, Dollar und Pfund). Ergänzende Tabellen enthalten die ermittelten Kosten für Klimaanlagen sowie die internationalen Mehrwertsteuersätze, die ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten eines Gebäudes haben können.
Grundlage aller Berechnungen sind die Baukosten in Deutschland, die als Basis (= Wert 100) zugrunde gelegt wurden. Ziel der Studie ist, potentiellen Bauherren einen Leitfaden an die Hand zu geben, um globalen Kostenunterschiede aufzuzeigen und realistische Einschätzungen künftiger Bauvorhaben rund um den Globus zu ermöglichen.
Baukosten hängen von den unterschiedlichsten Faktoren ab – wie z.B. dem Gebäudetyp, der Lage des Grundstücks und dessen Erschließung, dem gewünschten Design – und vielen weiten Größen. In dieser Studie sind die Kosten auf Basis von durchschnittlichem Design, der regionsüblichen Erschließung etc. berechnet.
Obwohl angenommen wurde, dass alle Gebäude in Prinzip „international“ sind und überall auf Grundlage westeuropäischer Standards gebaut werden, wird es in unterschiedlichen Ländern auch immer Unterschiede in den Anforderung für ein und dasselbe Gebäude geben. Sogar innerhalb der Länder Westeuropas variieren die Anforderungen an ein Bauwerk – je nach Region.
So ist die Wärmedämmung und die Heizungsanlage naturgemäß in Schweden und Norwegen eine andere als in Italien oder Spanien. Wo Gebäude von diesen genannten Standards abweichen und lokale Techniken benutzt werden, können die Kosten erheblich geringer ausfallen als die in der Studie ermittelten. Das trifft natürlich vor allem auf Dritte-Welt-Länder zu.
Ebenfalls großen Einfluss auf die Bauwerkskosten kann die Art der Vergabe haben. Folgendes Beispiel macht dies deutlich: In Russland bevorzugen internationale Konzerne bei ihren Geschäften die westlichen Baufirmen. Sie arbeiten sehr häufig z.B. mit finnischen Unternehmen. Denn dann können sie sicher sein, dass die beauftragten Arbeiten pünktlich und zuverlässig ausgeführt werden. Aber selbstverständlich bedingt diese Sicherheit einen höheren Preis. Bei Beauftragung einer lokalen Baufirma wären die Kosten deutlich geringer, allerdings die Abwicklung höchst wahrscheinlich auch wesentlich problematischer.
Mit zu den einflussreichsten Faktoren in Bezug auf die Baupreise gehören weltweit die Personalkosten für die Bauarbeiter. Hoch qualifizierte Fachkräfte sind teuer, doch ungelernte Kräfte, die vielerorts weniger als 10 Dollar pro Tag verdienen, sind meist wenig effizient und erfordern einen sehr hohen Überwachungsaufwand.C.H./wip
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