Bau 30.11.2007, 19:31 Uhr

Großer Bahnhof für Neu-Ulm 21  

VDI nachrichten, Ulm, 30. 11. 07, rok Das 160-Mio.-€-Projekt Neu-Ulm 21 ist am 24. November 2007 offiziell eröffnet worden. Die vom württembergischen Ulm durch die Donau getrennte bayrische Stadt Neu-Ulm hat damit einen modernen Bahnhof und Platz für ein neues Stadtviertel erhalten.

Neu-Ulm: Die Bahn ist nicht nur unter der Erde verschwunden; statt der früher 16 Gleise im Stadtgebiet gibt es nur noch vier, die in Tieflage hindurchführen der Containerbahnhof kam auf die württembergische Seite nach Dornstadt. Damit wurde Platz für den jetzt eröffneten Bahnhof und für ein neues Stadtviertel auf 18 ha Fläche in bester Citylage.

„Neu-Ulm 21 ist für uns wie eine Tür zur Zukunft“, jubelte bei der Einweihungsfeier Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. „Unsere Stadt ist befreit vom Korsett der 16 Gleise!“ Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee stimmte ein: „Neu-Ulm hat künftig ein Drittel mehr Innenstadt.“ Und: „Wo hätte denn vorher das riesige Festzelt aufgeschlagen werden können“, in dem einige tausend Bürgerinnen und Bürger den „Großen Bahnhof“ feierten?

Nächstes Highlight auf dem frei gewordenen Areal soll 2008 die bayrische Landesgartenschau werden.

Zwei ICE-Sonderzüge aus München und aus Stuttgart waren nicht nur absolut zeitgleich auf den Gleisen 1 und 2 in den neuen Bahnhof eingefahren, sie kamen auch mit dem „Zeigersprung“ um 10 Uhr 51 genau synchron zum Stehen. Die beiden anderen Gleise 3 und 4 sind schon seit dem 18. März für den Regionalverkehr in Betrieb. Der Bahnsteig mit diesen beiden Gleisen übernimmt künftig Abfahrt und Ankunft in Neu-Ulm, der andere dient dem Fernverkehr, der jedoch in Neu-Ulm weiterhin nur durchfährt.

Dass dort für einige Stunden zwei ICE-Züge standen, auch zur Besichtigung durch die zahlreichen Besucher, wird also als einmaliges Ereignis in Neu-Ulms Annalen zu vermerken sein.

Gefeiert wurde Neu-Ulm 21 auch als Meilenstein der Magistrale Paris-Stuttgart-München-Wien-Pressburg(Bratislava)-Budapest, die von der EU als besonders bedeutungsvoll eingestuft ist, aber noch viele „Langsamfahrstellen“ aufweist, wie Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein anmerkte

Bahnchef Hartmut Mehdorn forderte denn auch: „Weitere Projekte wie der neue Bahnhof Stuttgart 21, das Neubauprojekt Stuttgart-Ulm und der viergleisige Ausbau Augsburg-München müssen nun zügig realisiert werden, damit die Bahn im Wettbewerb der Verkehrsträger auch zukünftig punkten kann.“ Auf dem Neubauabschnitt Wendlingen-Ulm würden schon 2008 die Bagger anrücken. Als bedeutender Baustein bereits fertig ist die zweite Brücke über die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm, womit dort bereits vier Gleise zur Verfügung stehen.

Dem Reisenden bietet der als „hochmodern“ gepriesene Bahnhof Neu-Ulm 21, abgesehen von 120 Parkplätzen, eher ein Minimalangebot: In einem „Service-Store“ gibt es zwischen einer reichhaltigen Getränkeauswahl und der internationalen Presse eine Theke für den schnellen Imbiss und an der Kasse auch Fahrkarten. Eilige Fahrgäste können sich am Ticketautomaten bedienen.Die beiden Bahnsteige liegen im offenen „Trog“. Künftig sollen dort mehr Züge halten und günstigere Anschlüsse bestehen. Dazu trägt auch bei, dass die Illertalbahn Ulm-Neu-Ulm-Kempten bis zum Abzweig von der Magistrale zweigleisig ausgebaut wurde. Der Aufzug für den „barrierefreien Zugang“ gehört zu den selbstverständlichen Standards.

Wesentlich besser als vor dem Neubau sind die Anwohner gegen den Lärm abgeschirmt: Die Tieflage auf 1,5 km Länge rund 6 m unter Geländeniveau bewirkt „natürlichen“ Schutz, entlang der über 2 km langen Rampenstrecken und darüber hinaus wurden insgesamt etwa 8000 m Schallschutzwände errichtet. Einziges offenes Problem zwischen Ulm und Neu-Ulm ist seit dem Beginn des Eisenbahnzeitalters, ob die Bayern schneller nach Stuttgart oder die Württemberger schneller nach München reisen können. Württembergs Innenminister Heribert Rech sieht dank großzügiger Finanzierungsbeteiligung Stuttgart vorn. Bayerns Ministerpräsident Beckstein will die ganze Schnellstrecke zeitgleich bis München verwirklicht sehen vor allem zwischen Neu-Ulm und Augsburg besteht dafür allerdings noch erheblicher Handlungsbedarf.

RALF ROMAN ROSSBERG

Von Ralf Roman Rossberg
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