Bau 2009 16.01.2009, 19:39 Uhr

Gebäudesanierung Teil des Konjunkturprogramms  

Aufgrund der Wirtschaftskrise steht in Deutschland ein Konjunkturprogramm ins Haus, das auch auf die energetische Verbesserung des Gebäudebestands zielt. Das weckt Interesse an bauphysikalischen Lösungsmöglichkeiten, die auf dem Münchener Messegelände bis einschließlich morgen auf der Messe „Bau 2009“ zu studieren sind. VDI nachrichten, München, 16. 1. 09, ROK

Für Heizen und Warmwasserbereitung im Gebäudebereich werden in Deutschland 40 % der Endenergie verbraucht. Dieses Faktum ist Politikern zwar schon länger bekannt, doch im Zusammenhang mit der Suche nach geeigneten Konjunkturprogrammen will die Regierung jetzt zumindest im Bereich des öffentlichen Baus zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Arbeitsplatzbeschaffung plus CO2-Minderung. Passend hierzu präsentiert die vom 12. bis 17. Januar 2009 in München veranstaltete Bau das energieeffiziente Bauen als eines ihrer Schwerpunktthemen.

Im Rahmen bevorstehender Konjunkturprogramme wird das energetische Sanieren im Gebäudebestand ein hochaktuelles Thema. So interessieren sich Besucher der Bau 2009 besonders für die Präsentation der großen Palette von Dämmstoffarten für Außenwände und Dächer sowie ausgefeilte Konstruktionen dichter Fenster und Türen. Bei einer nach Baustoffen gegliederten Messe wird die Suche nach dem geeigneten Bauteil unter Umständen zwar mühsam, doch war die Messe München klug genug, das Thema Energieeffizientes Bauen auch werkstoffunabhängig vorzustellen.

So wird nicht nur auf Ausstellerseite sondern auch im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen die Frage beantwortet, wie im Gebäudebereich wirkungsvoll Energie eingespart werden könne. Fachleute betonten auf der Messe, dass sich ohne Althausmodernisierung im Wohnungsbereich keine große CO2-Minderung erreichen lasse.

Bei ausreichender Außendämmung sei eine dichte Gebäudehülle in der Lage, Wärmeverluste so effektiv zu reduzieren, dass konventionelles Heizen gar überflüssig werde, so die Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland. Es handele sich hierbei um das „konsequent weiterentwickelte Niedrigenergiehaus“, das unter der Bezeichnung Passivhaus bekannt ist. Es benötige im Jahr bei üblicher Nutzung nicht mehr als etwa 1,5 l Öl oder 1,5 m3 Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche, rechnet die Informations-Gemeinschaft vor. Im Sinne der dichten Gebäudehülle bleiben indes die Fenster geschlossen. Für frische Luft sorgt ein integriertes Heiz-Lüftungssystem, das ständig in Betrieb ist.

An Know-how zu energieeffizientem Bauen fehlt es also nicht. Doch bei den Bemühungen um CO2-Reduktion bleibt der Einspareffekt eines neu erbauten Passivhauses eher ein punktuelles Ereignis, was im Gebäudebestand nur den Zuwachs an Emissionen mindert. Soll sich in Sachen CO2-Ausstoß etwas ändern, müsste bei jeder Erstellung eines energieeffizienten Neubaus ein Altbau abgerissen werden. Um also wirklich Energie einsparen zu können, bedarf es der massierten Modernisierung im Bestand.

„In der energetischen Sanierung alter Bausubstanz liegen die größten Einsparpotenziale,“ so der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Wolfgang Tiefensee, bei Eröffnung der Bau. Angesichts eines Wohnungsbestandes von mehr als 39 Mio. Wohnungen in Deutschland liege das Potenzial sanierungsbedürftiger Wohnungen bei rund zwei Dritteln, unterstreicht Prof. Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB).

Doch nicht nur die Umwelt, auch Hausbesitzer profitierten von einer energetischen Modernisierung. „Durch den Einspareffekt bei der Heizenergie amortisieren sich die Investitionen schon nach wenigen Jahren,“ rechnen Energieberater vor, denn die nächste Brennstoffverteuerung komme bestimmt. So geht es auf der BAU 2009 außer um konkrete Antworten zu baulichen und technischen Fragen auch um das Thema finanzielle Unterstützung. Die Messe München stellt dem Thema „Energetische Sanierung des Gebäudebestandes“ einen Großteil der Halle B0 zur Verfügung. Neben finanzieller Förderung geht es hier nicht zuletzt auch um Vorschriften und Gesetze der Gebäudemodernisierung.

ELMAR WALLERANG

Von Elmar Wallerang

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