Bau 03.12.2010, 19:50 Uhr

Frankfurt besinnt sich auf die Qualität des öffentlichen Raumes

Frankfurt am Main ist die deutsche Hauptstadt des Passivhausbaus. Jedenfalls sieht das Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt, so. Die Stadt verdeutlicht städtebauliche Trends. In der Planung zeige sich die Verbindung von Ökonomie und Ökologie sowie die Rückbesinnung auf die Qualität des öffentlichen Raumes. 30 % der neu entwickelten Flächen sind für Wohnungsbau vorgesehen.

Als Querschnittsfunktion mit großer Impulswirkung gelten in der Frankfurter Kommunalpolitik die städtebaulichen Entwicklungsinitiativen. Sie sollen sich sowohl auf die wirtschaftliche Kraft des Standortes als auch auf die sozialpolitische und gesellschaftliche Bedeutung der Stadt auswirken.

„Voraussetzung für eine gesunde städtebauliche Entwicklung ist die Einbeziehung der Menschen“, betont Markus Frank, Wirtschaftsdezernent und potenzieller Nachfolger von Oberbürgermeisterin Petra Roth. Er ist überzeugt davon, dass Frankfurt die Weichen für eine zukunftsfähige Stadtplanung richtig gestellt hat.

Wenn man sich die Größe des Stadtgebiets mit 250 km2 vor Augen halte, so Markus Frank, sei evident, dass die Stadtplanung zunehmend von der Entwicklung der Randgebiete weggehen und sich auf die Innenstadtentwicklung konzentrieren müsse.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Flächenkonversion, also die Nutzungsoptimierung für vorhandene Flächen. Für Frankfurt gibt es hierbei die deutliche politische Vorgabe, Flächenvorsorge nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung zu treffen, sondern auch den Wohnungsbau zu ergänzen.

„Wir haben eine klare Beschlusslage geschaffen: 30% der neu entstehenden Flächen sind für Wohnungsbau vorzusehen“, bestätigt Frank, der Wirtschaftsdezernent und CDU-Stadtrat ist. Dieses städtebauliche Ziel sei mittlerweile von allen akzeptiert. Jeder könne nachvollziehen, dass es nicht klug ist, nur Gewerbe- und Büroflächen zu schaffen. Für die Arbeitnehmer, die in Frankfurt zur wirtschaftlichen Prosperität beitragen, müsse auch Wohnraum zur Verfügung stehen, der den vielfältigen individuellen Ansprüchen gerecht wird.

Frank: „Zum Thema nachhaltiges Bauen hat die Stadt Frankfurt am Main viele gute Beispiele vorzuweisen denken Sie an die besondere Qualität von Frankfurt als Passivhaushauptstadt, aber auch die Privatwirtschaft hat sich hier stark engagiert und beweist, wie effektiv sich Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden.“

Ein anderer Trend sei die Rückbesinnung auf die Qualität des öffentlichen Raumes. Die Neugestaltung der Einkaufsmeile Zeil, die neu konzipierten Innenstadtflächen Goetheplatz und Rossmarkt sowie die Rückeroberung des Mainufers für die Freizeitnutzung lieferten aktuelle Belege hierfür. Auch werde mehr Wert auf die Qualität in der Architektur gelegt. Begrüßenswert seien die Wettbewerbsverfahren, die zur Verbesserung der Qualität beigetragen hätten.

„Frankfurt am Main ist schon immer Innovationstreiber gewesen“, so Frank. Auch in der städtebaulichen Entwicklung habe die Stadt stets eine Vorreiterrolle eingenommen. So würden etwa im Bereich des ökologischen Bauens strenge Vorgaben für den öffentlichen Bau gemacht. Das gehe sogar so weit, dass das Liegenschaftsamt bei Grundstücksverkäufen die Auflage mache, im Passivhausstandard zu bauen. Früher habe es den Zusatz „sofern wirtschaftlich darstellbar“ gegeben, aber der sei inzwischen weggefallen, und das werde so auch akzeptiert. Von diesem stringenten Vorgehen haben sich auch private Bauherren und Investoren inspirieren lassen. Immer mehr nichtöffentliche Gebäude sind als „Green Building“ oder von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert.

Als herausragende städtebauliche Projekte, die vorbildlich für andere Kommunen sind, nennt der Frankfurter Stadtrat Frank drei Beispiele:

– das Wohnen am Fluss durch die Bebauung des früheren Westhafens,

– die Entwicklung neuer Quartiere zum Wohnen und Arbeiten wie im Europaviertel nahe der Messe oder am Riedberg, wo auch der naturwissenschaftliche Bereich der Universität angesiedelt ist,

– und beispielhaft für Kommunen mit Flughafen der ganze Komplex „Airport City“ am internationalen Luftdrehkreuz Frankfurt. Dazu gehören die ambitionierten Projekte „Gateway Gardens“, eine Bürostadt direkt neben dem Flughafen, und „Squaire“, ein zuvor „Airrail-Center“ genanntes riesiges Büro- und Hotelgebäude, das über dem ICE-Fern-bahnhof des Flughafens errichtet wurde.

Die Neugestaltung der Frankfurter Altstadt zeige, dass Bürgerpartizipation ein zentrales Anliegen ist, so Frank: „Nicht zuletzt geht die Idee des Wiederaufbaus unserer Altstadt auf eine Initiative außerordentlich engagierter Frankfurterinnen und Frankfurter zurück.“ In der vorgesehenen Kombination zwischen traditionellem Wiederaufbau mit modernen Nutzungsansprüchen liege ein großer Reiz.

Eine besondere Stärke von Frankfurt sieht der Stadtrat in ihrer Internationalität, die sich optisch bereits in der Skyline widerspiegelt. Diese Hochhaussilhouette trage europaweit zur Einzigartigkeit der Stadt bei. „Jedes neue Hochhaus ist ein neues Wahrzeichen“, freut sich Frank. Die neue Europäische Zentralbank stehe zum Beispiel für die zentrale Rolle des Finanzplatzes Frankfurt. Allein durch ihre imposante neue Architektur im Osten der Stadt erhalte dieser Stadtteil eine neue Dynamik und die Skyline eine spannende Arrondierung.

Dagegen soll der Stadtteil Riedberg die Kombination von Wissenschaft, Wohnen, Leben und Arbeiten verdeutlichen. Markus Frank: „Rein ökologisch betrachtet bringen kurze Wege zwischen Arbeitsplatz und Zuhause natürlich einen großen Gewinn, die Menschen gewinnen dadurch aber auch mehr Lebensqualität.“ ULRICH W. SCHAMARI

Von Ulrich W. Schamari

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