Bau 10.09.1999, 17:22 Uhr

Fertighaus mit Designerlabel

Ein Fertighaus zwar, aber mit Designerlabel. Auf diese Weise will ein junges Unternehmen mit Fertighäusern ein neues Kundenpotential ansprechen. Das erste „Designhouse“ plante Matteo Thun.

Für das breite Publikum haben die Begriffe „Fertighaus“ und „Designerware für Wohlhabende“ nichts gemeinsam. Das könnte sich jetzt ändern, wenn das Konzept eines jungen Unternehmens in Süddeutschland aufgeht: Fertighäuser von namhaften Designern. Für den Anfang wählten die beiden Inhaber von „Designhouse“, der Betriebswirt Robert Engels und der Bauingenieur Josef Geishauser, Matteo Thun, dessen Entwurf „sole mio“ in der Tat keine Wünsche offenläßt – außer der Frage, warum ein so abgegriffener Name herhalten mußte.
Thun, der bis hin zur Gabel wirklich schon alles entworfen hat, ohne dabei das Schicksal manch anderer Designer zu teilen, die mit jedem weiteren Entwurf von Sonnenbrille oder Reisetasche an Beliebtheit einbüßten, hat ein Modulsystem ersonnen, das Häuser in – fast – jeder Größe möglich macht.
Formal lehnt sich der Entwurf an die Bauform alpiner Schutzhütten an – Reminiszenz an die Heimat, denn Thun ist Südtiroler. Der zweigeschossige Kubus aus Holz mit drei relativ geschlossenen Seiten und einer Glasfassade in Richtung Süden wird von einem blechgedeckten Pultdach geschützt. Bei Ausrichtung der Fensterfront nach Süden wird der Bau durch Sonneneinstrahlung bereits erwärmt. Durch die Verwendung von hochdämmenden, natürlichen Baustoffen, den Einbau einer gesteuerten Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung und gleichzeitiger Kühlfunktion sowie die Beschattung durch Holzjalousien erfüllt das Fertighaus den Niedrigenergiehaus-Standard. Auch Bäder und Küchen sowie die Möbel wurden von Matteo Thun entworfen. Sie werden ebenso wie ein Swimming-pool und ein komfortables EIB-Bussystem auf Wunsch des Bauherrn zusätzlich geliefert.
Ein wenig verärgert sind die Designhouse-Inhaber jedoch über die Baubehörden. Zwar, so Engels und Geishauser, sei Niedrigenergie-Bauweise politisch gewollt und werde sogar mit öffentlichen Mitteln gefördert. Wenn aber ein Haus wie „sole mio“, das diese Anforderungen erfülle und auch aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz bestehe, an restriktiven Festlegungen in Bausatzungen oder kommunalen Bebauungsplänen scheitere, dränge sich die Frage auf, ob es sich vielleicht nur um politische Lippenbekenntnisse handle. Als besonders unglücklich werten die beiden Jungunternehmer die kürzliche Novelle des Baurechts, nach der Beurteilung und Festlegung von Architektur zwar allein bei den Gemeinden liege, die Verantwortlichen oft jedoch weder eine architektonische noch eine gestalterische Ausbildung hätten. Dies öffne geschmäcklerischen Vorlieben Tür und Tor und bremse die Entwicklung zeitgemäßer Architektur. Endeffekt könne sein, daß die „Schönheit“ eines Dorfes an der Geranienpracht auf den Balkonen gemessen werde. Für einen Entwurf, der sich strikt an der Maxime „form follows function“ orientiert, ein wenig glücklicher Umstand. Das „Sonnenhaus“ ist in Holzrahmenbauweise errichtet. Diese flexible Bauart eignet sich sehr gut für die Modulbauweise. Ein Modul mit einer Grundfläche von 24 m3 (3 x 8 m) hat 45 m3 bis 48 m3 Wohnfläche und kann nahezu beliebig oft aneinandergereiht werden. Die Grundrisse funktionieren stützenfrei, d.h. trennende Innenwände sind aus konstruktiven Gründen nicht erforderlich, aus persönlichen Gründen aber an jeder beliebigen Stelle möglich. Die kleinste angebotene Hausgröße umfaßt drei Module, nach oben ist keine Grenze gesetzt. Die Bauweise ermöglicht auch Doppel- oder Kettenhaus-Bebauung. Das gemeinsame große Pultdach – ebenfalls aus Holz – kann auch als Carport oder überdachter Freisitz dienen. Verstell- und verschiebbare Lamellenelemente aus Lärchenholz spenden auf Wunsch Schatten, sind darüber hinaus auch ein eigenständiges Gestaltungselement.
Schwierig ist aber nicht nur, für das „Sonnenhaus“ eine Baugenehmigung zu erhalten, sondern u.U. auch, es zu finanzieren. Denn das dreimodulige Modell kostet ab Oberkante Kellerdecke bzw. Fundamentplatte 492 800 DM (inkl. Haustechnik), das sechsmodulige 867 200 DM. wip
http://www.designhouse.de
Das Designhouse „sole mio“: Lichtdurchflutet und bis ins Detail durchdacht.
Das große Pultdach holt das Licht ins Haus – auf Wunsch auch nachts, denn es ist beleuchtet.

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