Bauen in Zukunft 21.12.2012, 18:28 Uhr

Energiewende setzt auf Gebäudetechnik

Ideen für das Wohnen von morgen sind heute weniger utopisch als noch vor 50 Jahren. Konkretes Ziel derzeitiger Zukunftsforscher: rationeller Umgang mit immer teurer werdender Energie. Prognosen für energieeffizientes Bauen ohne Komfortverlust macht der technologische Fortschritt möglich.

Intelligente Gebäudetechnik soll die Energiewende voran bringen.

Intelligente Gebäudetechnik soll die Energiewende voran bringen.

Foto: Robert Bosch GmbH

Heute haben Forscher rund um den Bau und die technische Gebäudeausrüstung das Problem der immer teurer werdenden Energie zu bedenken, wenn sie in die Zukunft schauen. Die verstärkte Anwendung von Smart-Building-Systemen gerät da schnell in den Fokus der Überlegungen. Doch je energieeffizienter ein Haus werde, desto mehr komme es auch auf die sachgemäße Nutzung eines jeden Gebäudes an, so Aussagen auf dem Fraunhofer-Symposium „inHaus-Forum 2012“, das am 13. Dezember 2012 in Duisburg stattfand.

Generell schöpfen die Auguren ihre Weisheiten – wenn es um Prognosen künftigen Wohnens geht – aus den Erkenntnissen der aktuell vorhandenen technischen Möglichkeiten. So war in den 1960er-Jahren von Städten auf dem Meer die Rede. Und selbst auf dem Meeresgrund konnten sich Zukunftsforscher in hermetisch abgeschlossen Systemen urbanes Leben vorstellen. Bautechnisch war so etwas damals schon möglich.

Intelligenter Energieeinsatz in Immobilien wichtig für eine erfolgreiche Energiewende

Heute werden wieder Prognosen gewagt, wobei im Gegensatz zu den Vorhersagen im vorigen Jahrhundert nach größeren technologischen Zusammenhängen gefahndet wird. Wie auf dem „inHaus-Forum 2012“ in Duisburg zu erfahren war, gehe es künftig nicht um schnellen Standortwechsel, sondern um mehr Komfort und intelligenten Energieeinsatz in Immobilien und städtischen Strukturen.

Wirkungsvolle Einspartechnologien im Gebäudebereich seien das Rückgrat der Energiewende, so die meisten Referenten auf dem Fraunhofer-Kongress. Die Energiewende fange zu Hause an, betont Dr. Norbert Verweyen von RWE-Effizienz, beim Heizen und bei der Nutzung der Warmwasserversorgung.

„Smart-Metering“ in Gebäuden spart Energie

Eine der Voraussetzungen, im Gebäude Energie zu sparen, sei das „Smart-Metering“, die elektronische Erfassung von Verbrauchsdaten über das Internet, erläutert Christoph Breimann von Hochtief Solutions. Hiermit könne der Verbraucher erkennen, wo genau im Haus Energie zum Einsatz kommt und wie viel hier und dort verbraucht wird.

So lässt sich auf einfache Weise feststellen, wo im Gebäude Energie vergeudet wird. Klassische Lösung, unnötigen Verbrauch zu vermeiden: eine geeignete Heiz- und Regeltechnik. Diese will aber auch sachgemäß bedient werden. Entsprechend brachten viele Referenten das Nutzerverhalten ins Spiel. Je energieeffizienter ein Gebäude konzipiert werde, um so mehr käme es darauf an, wie Heiz- und Regeltechnik gehandhabt würden.

Tatsächlich hängt heute mehr als früher die Möglichkeit der Energieeinsparung vom Verhalten des Nutzers ab. So machte Ingo Heinemann vom Fraunhofer-IBP darauf aufmerksam, dass man auch in einem energetisch vorbildlich errichteten Haus Energie verschwenden könne. Es ließe sich zum Beispiel nicht ausschließen, dass in einem modernen Gebäude – trotz bester bauphysikalischer Vorkehrung sowie ausgewogener Heiz- und Regeltechnik – mehr Energie verbraucht werde als in einem vergleichbaren Haus, dem solche energetischen Segnungen verwehrt blieben.

Energiewende hängt auch vom Umgang der Verbraucher mit Heizwärme und Warmwasser ab

Tatsächlich gibt es Fälle, dass ein Haus in gebäudetechnisch schlechtem Zustand weniger Energie verbraucht als eine gut ausgestattete Immobilie. Der Tatbestand ist gegeben, wenn in dem schlecht erbauten Gebäude der Bewohner mit Heizwärme und Warmwasser spürbar sorgsamer umgeht als der in einem modernen Haus.

Das Energiesparen im Gebäude sei weniger populär, als sich das mancher Fortschrittlichkeitsgläubige vorstellen könne, ergänzt Verweyen. Beim Angebot von Smart-Building-Produkten ziele das Kundeninteresse weit mehr auf den Komfort als auf das Energiesparen. Energieeffizienz ließe sich nicht gut verkaufen, so seine Erfahrung. Um per Hausautomatisierung mit dem Energiesparen im Gebäudebereich weiterzukommen, müsse man wissen: „Intelligente Häuser brauchen informierte Bewohner.“

Von Elmar Wallerang

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