Bau 30.03.2001, 17:29 Uhr

Deutsche Baumaschinen im Ausland begehrt

Die auf der Bauma zu erwartende Stimmung dürfte gut werden. Da die USA als wichtigster Absatzmarkt für die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie gilt, profitiert die weitgehend exportorientierte Branche nicht zuletzt vom schwachen Euro.

Trotz derzeitigen Bauflaute konnte die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie im Jahr 2000 ihre Position im weltweiten Wettbewerb behaupten und weiter ausbauen. Nicht zuletzt hiervon profitiert jetzt die diesjährigen Bauma, die am 2. April in München ihre Pforten öffnet. Mit einem Gesamtumsatzvolumen von rund 14 Mrd. DM und einem Exportanteil von 65 % habe die Branche erneut ihre Kompetenz vor allem im Exportgeschäft bewiesen, betont im Vorfeld der Messe der VDMA-Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen. Für das laufende Jahr rechnet der Fachverband aber mit einem etwas schwächeren Aufwärtstrend als in den zwei Vorjahren.
Die Bau- und Baustoffmaschinenkonjunktur in Deutschland verläuft derzeit nicht synchron zur bauwirtschaftlichen Entwicklung. So wird die weitere Entwicklung der Inlandskonjunktur der Branche auch für das Jahr 2001 als rückläufig eingeschätzt. Über das laufende Jahr 2001 hinaus rechnet der VDMA analog zu den Erwartungen für die Abnehmerbranchen aber mit einer stabilen bis leicht positiven Entwicklung.
Nach dem Auslaufen des Wiedervereinigungsbooms und der anschließenden Normalisierungsphase mit teilweise dramatischen Rückgängen der Nachfrage nach Bau- und Baustoffmaschinen in Deutschland, ergaben sich zwei unterschiedliche Entwicklungsrichtungen. „Die Baumaschinenbranche geriet aufgrund der Wiederbeschaffungszyklen von 1999 bis ins Jahr 2000 hinein in ein Zwischenhoch, das in den letzten Monaten des Jahres 2000 eintrübte,“ stellte der VDMA-Fachverband fest. Man rechne daher für das Jahr 2001 mit einem Abwärtstrend um 5 %. Bei der Industrie für Baustoffmaschinen führten Überkapazitäten und Konzentrationsprozesse in den inländischen Abnehmerbranchen in den beiden Vorjahren in nahezu allen Teilsegmenten zu Kapazitätsanpassungen. Der somit angestaute Nachholbedarf an Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen löst sich seit Ende letzten Jahres und dürfte im laufenden Jahr zu einem Anstieg des Inlandsumsatzes um über 5 % führen.
Deutschland mit einem Marktvolumen von Bau- und Baustoffmaschinen in Höhe von 8,5 Mrd. DM war damit auch in 2000 größter und damit am stärksten umkämpfter Absatzmarkt Europas. Trotz zunehmender internationaler Arbeitsteilung und Belieferungen aus den Ländern Mittel- und Osteuropas haben die deutschen Hersteller einen Anteil an der Inlandsmarktversorgung von fast 60 %.
Traditionell exportorientiert erzielte die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie im letzten Jahr einen Auslandsumsatz in Höhe von über 9 Mrd. DM und steigerte damit im Verhältnis zum Vorjahr ihre Lieferungen nochmals um rund 20 %. „Angesichts des zunehmenden weltweiten Wettbewerbsdrucks und sich verändernder Marktgegebenheiten in Europa und Übersee haben sich die deutschen Maschinenhersteller in vielerlei Hinsicht umstrukturiert,“ erläutert der VDMA-Fachverband. „Sie haben den Anforderungen an internationale Arbeitsteilung und local content durch Vertriebspartnerschaften, Servicestützpunkte und Produktionsstätten in den Wachstumsregionen der Welt immer stärker Rechnung getragen.“ Gerade deutsche Hersteller produzierten immer mehr „vor Ort“, um am Puls des Kunden zu sein.
Die Exportschwerpunkte unterscheiden sich in den beiden Teilbereichen Baumaschinen und Baustoffmaschinen deutlich. So bilden Westeuropa, mit einem Anteil von 60 % an den Ausfuhren, gefolgt von Nordamerika mit 15 % für die Baumaschinenhersteller die wichtigsten Exportmärkte. In Westeuropa sind die deutschen Hersteller als größter Ausrüster der Bauwirtschaft ungeschlagene Nummer eins. Wichtigster Absatzmarkt für die deutsche Baumaschinenindustrie war im letzten Jahr weiterhin USA. Aufgrund des günstigen europäischen und „krisenlosen“ weltwirtschaftlichen Klimas – eine „weiche Landung“ der US-Wirtschaft vorausgesetzt – sei bei den Ausfuhren von Baumaschinen in 2001 eine trotzdem gleichbleibende Nachfrage zu erwarten, so der VDMA.
Bei den Baustoffmaschinenherstellern waren Westeuropa (36 %), Asien (17 %) und Nordamerika (15 %) die wichtigsten Absatzregionen im Jahr 2000. Besonders Asien, vor der Wirtschaftskrise von 1997 Exportmarkt Nummer eins, beschere den deutschen Ausrüstern unerwarteter Weise bereits seit Ende 1999 wieder beachtliche Zuwachsraten, ermittelte der Fachverband. Die positive Exportsituation der Baustoffmaschinenindustrie dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Auslandsorder seit dem Krisenjahr 1997 auf niedrigem Niveau bewegten. Die relative Schwäche des Euros und die günstigen Signale aus den Wachstumsregionen der Welt könnten den Baustoffmaschinenherstellern im Gesamtjahr 2001 durchaus ein Exportplus von 10 % bescheren.
Besonderes Potential für die deutsche Industrie bieten die Märkte Osteuropas, insbesondere die EU-Beitrittskandidaten Polen, Tschechien und Ungarn, drei Ländern in denen die deutschen Bau- und Baustoffmaschinenhersteller traditionell gut positioniert sind. Dies gelte es auszubauen, betont der VDMA. In Lateinamerika sieht der Branchenverband ebenfalls erhebliches Wachstumspotential, allerdings mit unterschiedlicher Dynamik in den einzelnen Ländern. Besonders von Brasilien seien positive Impulse auf die Gesamtregion zu erwarten, so dass mittelfristig auch Argentinien und Chile wieder anziehen dürften. Südostasien, vor der Krise die wichtigste Absatzregion für Baustoffmaschinen, belebe sich derzeit schneller als erwartet, ermittelte der VDMA, wenn auch das Niveau von 1996 mittelfristig nicht mehr erreichbar erscheine.
Branchenkenner zählen vor allem auf China, viertgrößter Bau- und Baustoffmarkt der Welt. Nicht nur die Bauinvestitionen steigen, sondern auch die anstehende Modernisierung der Baustoffindustrien böten – so der VDMA – Potential für die deutschen Ausrüster.
Vor diesem Marktszenario bauten die deutschen Bau- und Baustoffmaschinenhersteller mit gutem Gefühl ihre Stände in München auf, urteilt der VDMA-Fachverband. Getragen von den positiven Entwicklungen in fast allen Märkten der Welt erwarte die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie in diesem Jahr einen Umsatzzuwachs von real 2 %. E.W.

München steht sieben Tage lang im Zeichen der Bauma 2001

Trotz Bauflaute: große Baumaschinenparade

Für sieben Tage eröffnet am 2. April 2001 in München die Bauma 2001 ihre Pforten. Auf einer 445 000 m2 großen Fläche präsentieren rund 2000 Aussteller, davon die Hälfte aus dem Ausland, Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte. Überschattet wird die große Schau von einer lahmenden Baukonjunktur in Deutschland. Entsprechend hoffen die deutschen Baumaschinenanbieter auf einen hohen Besucheranteil aus dem Ausland.

Von E.W.

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