Bau 10.12.1999, 17:23 Uhr

Den Städten eine Chance

Städte wachsen rasant, vor allem in der 3. Welt. Sie sind Brennpunkt sozialer Probleme genauso wie Motoren wirtschaftlichen Fortschritts. Für eine nachhaltige Stadt-Entwicklung plädieren die Kommissionen zur Weltkonferenz „Urban 21“. Die deutsche Vorbereitung im Rahmen der Expo 2000 läuft auf Hochtouren.

Die Verstädterung der Welt kann Fluch oder Segen für die Menschheit bedeuten. Urbanität zum Wohle der gesellschaftlichen Entwicklung zu beeinflussen, ist eine vorrangige Aufgabe, der wir uns über die Grenzen hinaus stellen müssen. So lautet die Erklärung des Bundesbau- und Verkehrsministers Reinhard Klimmt zum Abschluss der Sitzung der Weltkommission Urban 21. Diese Kommission wurde zur Vorbereitung der gleichnamigen Weltkonferenz zur Zukunft der Städte rund um den Globus berufen. Die Weltkonferenz Urban 21 findet vom 4. bis 6. Juli 2000 in Berlin statt. Sie ist Bestandteil der Expo 2000, der ersten Weltausstellung in Deutschland, deren Motto „Mensch – Natur – Technik“ auch grundlegende Themen von Urban 21 widerspiegelt.
Zentrales Anliegen der Weltkommission ist die Erarbeitung eines „Weltberichts zur Zukunft der Städte“, der auf der Konferenz Urban 21 diskutiert werden soll. Der Entwurf zum Bericht analysiert die gegenwärtigen globalen Tendenzen der Stadtentwicklung und schlägt Leitideen zur Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert vor. Er widmet sich dem Wachstum der Städte in den Entwicklungs- und Schwellenländern ebenso wie den verschiedenen Problemen der Stadtentwicklung in den Industriestaaten.
Wachsende Bevölkerungszahlen, wirtschaftliche Entwicklung und sozialer Wandel gelten als die Hauptursachen für eine rasant zunehmende Verstädterung. Immer mehr und immer größere städtische Agglomerationen breiten sich aus. Die Städte sind die Brennpunkte der sozialen und ökologischen Probleme der Gegenwart. Sie sind aber gleichzeitig entscheidende Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung und bieten die Chance, so die Fachleute, einer wachsenden Zahl von Menschen auf relativ kleinem Raum mit ökonomischer und ökologischer Effizienz ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Die Welt des 21. Jahrhunderts wird also eine städtische sein, so Minister Klimmt: „Allein in Europa leben etwa 80 % der Bevölkerung in städtischen Ballungsräumen. Gegenwärtig wächst die Stadtbevölkerung weltweit rund zweieinhalb Mal so schnell wie die Landbevölkerung.“ Dies bringe besonders außerhalb Europas Probleme mit sich, die bisher viel zu wenig Beachtung fänden, meint der Verkehrs- und Bauminister. Die Entwicklung der sogenannten „Mega-Cities“ könne sich als ökologische und soziale Zeitbombe erweisen.
Problematisch seien beispielsweise der exzessive Verbrauch von Natur, mangelnde Infrastruktur zur Bewältigung von Abwasserbeseitigung und Versorgung mit Trinkwasser oder Energie, überdimensionierte Verkehrsnetze oder unkontrolliertes Wachstum von Wohngebieten, so Klimmt. Armut, Kriminalität und soziale Konflikte verschärften sich. „Es muss vermieden werden, dass sich in den Mega-Cities soziale Konflikte entwickeln, die an nationalen Grenzen nicht Halt machen werden“, mahnt der Minister.
Klimmt bekräftigte, dass Deutschland gemeinsam mit den Partnerstaaten Brasilien, Singapur und Südafrika die Konferenz Urban 21 dazu nutzen wolle, die äußerst wichtige internationale Verständigung über eine nachhaltige Entwicklung der Städte zu vertiefen, die mit der Rio-Konferenz 1992 und der Weltsiedlungskonferenz Habitat II in Istanbul 1996 eingeleitet wurde. Der kürzlich in Berlin durchgeführte nationale Städtebaukongress habe der deutschen Fachwelt Gelegenheit geboten, zukunftsweisende Positionen zur Stadtentwicklungspolitik zu formulieren. Die Ergebnisse sollten als deutscher Baustein in die Konferenz Urban 21 einfließen. Auch die deutsche Wirtschaft erhalte im Rahmen der Weltkonferenz die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit zu präsentieren, unter anderem in den Bereichen Bau- und Verkehrswirtschaft, Entsorgung und Energie sowie Telekommunikation und Citymanagement.
Der bisherige Vorbereitungsprozess zu Urban 21 habe große nationale und internationale Resonanz gezeigt, unterstrich der Minister. Zwei Vorbereitungskonferenzen in Singapur und Essen seien bereits in diesem Jahr erfolgreich durchgeführt worden. Zwei weitere Vorbereitungen in Pretoria und Rio de Janeiro (März und April 2000) stünden bevor. wip
Die Stadt Mexico gilt als Mega-City und somit als einer der Brennpunkte, an dem soziale Konflikte mit weltweiten Auswirkungen entstehen könnten, wenn dem nicht rechtzeitig durch nachhaltige Maßnahmen begegnet wird.

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