Bau 27.04.2007, 19:27 Uhr

Baumaschinen-Hersteller investieren wieder  

Anbieter investieren wieder am deutschen Produktionsstandort.

Seit Montag lockt die diesjährige Bauma (23. 4. bis 29. 4.) ein internationales Publikum auf das Münchener Messegelände und profitiert von der Phase konjunkturellen Schönwetters für Bau- und Baustoffmaschinen. So verkündete auf der Messe der Vorsitzende des entsprechenden VDMA-Fachverbands, Dr. Christof Kemmann, frohe Botschaften hinsichtlich des In- und Auslandsgeschäfts. Zwar erreiche dieses Jahr mit 6 % Wachstum nicht den Rekordzuwachs von 2006, doch die positive Entwicklung schlage jetzt auch auf die lang ersehnte Investitionsbereitschaft der Unternehmen durch. Etliche bauten derzeit ihre heimische Produktion aus. Das sei – so Kemmann – ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland.

Tatsächlich stellte Baumaschinenproduzent Liebherr unlängst in Rostock ein neues Werk auf die grüne Wiese, die Sennebogen-Gruppe begann in Straubing mit dem Bau eines neuen Montagewerks, Betontechnikhersteller Putzmeister erweiterte seine Produktionskapazitäten in Aichtal und konnte sein Personal in Deutschland um rund 9 % aufstocken. Wirtgen, Hersteller von Straßenbaumaschinen, hat gerade 50 Mio. € in die Erweiterung seines Werks in Windhagen gesteckt.

Das vorerst beste Jahr der augenblicklichen Boomphase heißt 2006. In diesem Zeitraum steigerten die deutschen Hersteller von Bau- und Baustoffmaschinen ihre Umsätze im Vergleich zu 2005 um 18 %, und zwar auf jetzt 11,8 Mrd. €. Nicht zuletzt die Nachfrage im Inland hatte 2006 das Geschäft belebt, bei Baumaschinen gab es gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 25 %, bei Baustoff-, Glas- und Keramikmaschinen ein plus von 16 %. Als eine der wichtigsten Ursachen für diese Entwicklung gelte der „Post-Wiedervereinigungsboom“, der – so Kemmann – nach 2000 jetzt eine zweite Ersatzbeschaffungswelle von Bau- und Baustoffmaschinen ausgelöst habe. So sieht der Fachverbandsvorsitzende im Inland auch über 2007 hinaus erhebliches Marktpotenzial. Das gelte insbesondere für Standard-Erdbau- und Straßenbaumaschinen sowie für Aufbereitungstechnik.

Bei einer Ausfuhrrate von durchschnittlich 74 % bleiben für den deutschen Bau- und Baustoffmaschinenbau die Auslandsmärkte indes überlebenswichtig. Doch das Exportgeschäft blüht, so dass auf der ganzen Welt deutsche Bagger, Lader und Krane zu finden sind. Praktisch alle, auch die nicht deutschen „Global Player“ hätten heute irgendeine Baumaschine deutschen Ursprungs im Programm, weiß Kemmann. Darunter seien so bekannte Namen wie Atlas Copco, Komatsu, Terex oder Volvo.

Im Jahr 2006 hat die deutsche Bau- und Baustoffmaschinenindustrie im Ausland rund 8,8 Mrd. € erwirtschaftet und damit um 17 % gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Für 2007 erwartet der Fachverbandsvorsitzende noch einmal ein Absatzplus von rund 5 % im Ausland. Vor allem in Indien, in Russland und auf der Arabischen Halbinsel wachse der Bedarf an Neumaschinen. Auch China werde weiterhin auf hohem Marktniveau bleiben. Für Nordamerika sagt der VDMA allerdings einen Marktrückgang voraus.

Der Markt mit dem langfristig größten Potential ist Indien. Bis 2010 erwartet der VDMA beispielsweise eine Steigerung des Marktvolumens für Radlader um 240 %. Alleine in 2006 seien die Exporte von deutschen Bau- und Baustoffmaschinen nach Indien um 75 % gestiegen.

Bau- und Baustoffmaschinen im Wert von rund 426 Mio. € gingen 2006 aus Deutschland in die Länder der Arabischen Halbinsel. Das entspricht einem Plus von rund 53 % gegenüber 2005. Diese Exportzahlen spiegelten die rasante Entwicklung der dortigen Bauwirtschaften wider, erläutert Kemmann. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien seien die am stärksten wachsenden Baumärkte der Region. In den nächsten fünf Jahren werde der dortige Bauboom signifikant in die anderen arabischen Emirate und Länder der Region abstrahlen, allen voran Kuwait und Katar.

„In China werden heute fast genauso viele Baumaschinen produziert wie im Rest der Welt,“ so Kemmann. Die im Reich der Mitte produzierten Maschinen würden derzeit aber noch ausschließlich in China abgesetzt. Das zeige nicht zuletzt, wie riesig das Marktpotenzial dieses Landes sei. Nachbauten und Produktpiraterie machten aber auch seiner Branche zu schaffen, räumt der Fachverbandsvorsitzende ein. Ganze Baumaschinen würden mittlerweile plagiiert. „Wir sehen dem nicht tatenlos zu“, versichert Kemmann. Auch seine Branche unterstütze die auf der Hannover Messe erstmals vorgestellte neue VDMA-Kampagne „Pro Original“, bei der es darum gehe, die Wahrnehmung der Vorteile des Einsatzes von Originaltechnologie weltweit zu erhöhen.

Bis zum 29. April bleibt die 28. Bauma auf dem Münchener Messegelände geöffnet. Auf einer Fläche von 540 000 m2 repräsentieren mehr als 3000 Aussteller die technische Entwicklung von Bau- und Baustoffmaschinen. Da der Bergbau über viele Schnittmengen mit dem Tiefbau verfügt, widmet sich die Bauma auch den Maschinen des Bergbaus. Aufgrund wachsender Nachfrage hat die Messe München die Standfläche der Bauma 2007 im Vergleich zur letzten Bauma vor drei Jahren um 40 000 m2 erweitert. Deshalb betont die Messegesellschaft, die diesjährige Veranstaltung sei die größte Bauma aller Zeiten. Auch hinsichtlich der Ausstellerzahl gibt es gegenüber der Bauma 2004 Wachstum, und zwar um 10 %. ELMAR WALLERANG

Auslandsmärkte bleiben für die Branche überlebenswichtig

Von Elmar Wallerang

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