Automation 05.12.2008, 19:38 Uhr

Unternehmen zeigen sich lösungsorientiert  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 5. 12. 08, ciu – Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Automatisierungstechnik blicken derzeit lieber nach vorn als über Auftragsrückgänge zu klagen. Hersteller gehen Partnerschaften ein, um ihre Marktposition zu stärken. Auf der Fachmesse für Automatisierungstechnik war das Besucherinteresse vorige Woche so groß wie nie. Bei aller Zuversicht gilt es diesmal neben Innovationen und Prozessverbesserung auch die Liquidität im Blick zu haben.

Konjunkturelle Aufs und Abs seien für den Maschinen- und Anlagenbau grundsätzlich nichts Neues. „Überraschend anders als beim letzten Abschwung 2001/2002 ist diesmal allerdings das Tempo der Entwicklung und die große Spreizung zwischen den Teilbranchen“, so der Chefvolkswirt. Dabei zeigten sich einige Teile des Maschinenbaus eher unbeeindruckt, während andere, wie die Druck- oder Textilmaschinen, stark betroffen seien.

Mit strukturellen Veränderungen und Partnerschaften reagieren bereits einige Unternehmen auf die veränderte Situation. Auf der Messe für Automatisierungstechnik in Nürnberg verkündete z. B. Michael Ebeling, Geschäftsführer des Textilmaschinenherstellers Lindauer Dornier, sein Engagement in der unternehmensübergreifenden Entwicklung von Lösungen im „Verein Mensch und Mechatronik“. Der von Maschinenbauunternehmen und Komponentenanbietern gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Integration von Elektronik und Software in Maschinenkomponenten – Mechatronik – zu verbessern.

Auch wenn seine Branche für Zulieferer derzeit wenig interessant sei, mahnte Ebeling: „Wir stehen bei der Entwicklung ganz vorne. Andere werden aber noch folgen.“ Er ging davon aus, dass Unternehmen künftig generell weniger Zeit bleiben werde, um mit neuen Produkten Geld zu verdienen. „Der Technologieaustausch zwischen Unternehmen, die nicht miteinander im Wettbewerb stehen, beschleunigt die Entwicklung von Neuprodukten und fördert vernetztes Denken“, lobte er den neuen Ansatz der Mechatronikentwicklung. Dies sei eine Chance, dem zunehmenden Wettbewerb mit asiatischen Unternehmen zu begegnen.

Das Thema Lösungskompetenz steht auch im Vordergrund der auf der Messe SPS/IPC/Drives verkündeten Partnerschaft zwischen dem Antriebshersteller SEW Eurodrive aus Bruchsal und den Anbieter von sicherheitsgerichteten Automatisierungslösungen Hima aus Brühl bei Mannheim. Damit folgen die Unternehmen dem Trend zur integrierten Sicherheit, die den Schutz von Personen bei gleichzeitig wirtschaftlichem Betrieb von Anlagen zum Ziel hat.

Laut Hans Sondermann, Geschäftsführer von SEW Eurodrive, reichten die Konzepte bereits so weit, für Abnehmer die Verantwortung eines übergreifenden „Functional Safety Managements“ von der Beratung bis hin zur Inbetriebname und Abnahme an den Lieferanten zu übernehmen. Die dazu nötige Kombination aus sicherheitsgerichteter Automatisierungstechnik, Applikations- und Branchenwissen sieht er dabei als Synergie der Partner SEW und Hima. Zudem liefere die Kooperation die Strukturen daraus, Produkte und Dienstleistungen abzuleiten und weltweit zur Verfügung zu stellen. Denn ein Alleinstellungsmerkmal ist die Integration von Sicherheitslösungen in die Antriebstechnik längst nicht mehr. Auch andere Anbieter von Antrieben und Sicherheitssteuerungen stellten in Nürnberg entsprechende Lösungen vor.

Auch andere Unternehmen reagieren auf die Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds. So zeigt eine Mitte November von Dr. Wüpping Consulting, Bochum, durchgeführte Befragung von 1400 zumeist aus dem Maschinen- und Anlagenbau stammenden Personen, dass die Mehrheit bereits Maßnahmen ergriffen habe. Insbesondere werde dabei die Flexibilität zur Kapazitätsanpassung genutzt, beispielsweise bei den Arbeitszeitkonten.

Des Weiteren werde inzwischen die Bonität von Kunden stärker geprüft und auf ein verbessertes Lieferantenmanagement sowie Just-in-time-Lieferungen geachtet. Nicht als Problem erkannt hätten die Befragten nach Auffassung der Experten von Wüpping Consulting dagegen die drohenden Liquiditätslücken durch den rückläufigen Cash Flow.

Genau davor warnt auch der Restrukturierungsberater Burghard Jung, Vorstandsvorsitzender der CMS AG mit Sitz in Berlin. „Die Unternehmen müssen erkennen, dass Eigenkapital nicht gleich Liquidität ist“, sagte er auf Anfrage der VDI nachrichten. Es bestehe die Gefahr, dass sie in den nächsten Jahren austrockneten, weil Geld nicht mehr einfach verfügbar sei.

Erfolgreiche Unternehmen hätten daher ein Stabilitätskonzept, welches fünf Felder umfasse. Erstens verfolgten sie eine Anpassung an den Markt. Zweitens verbesserten sie ihre Rendite durch strukturelle Anpassungen – ohne sich jedoch „kaputt zu sparen“. Drittens optimierten sie ihre Finanzlage, indem sie z. B. Aktiva in liquide Mittel umwandelten. Viertens setzten sie gezielt auf Kommunikation und zeichneten sich durch klare Ansagen gegenüber Mitarbeitern, Geschäftspartner und Kapitalgebern aus. Fünftens positionierten sie sich entsprechend in ihrem Wettbewerbsumfeld. M. CIUPEK

Partnerschaften stärken die Position im Wettbewerb

Von M. Ciupek
Von M. Ciupek

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