Automation 02.12.2005, 18:41 Uhr

Steigender Bedarf an nutzerfreundlichen Mensch-Maschine-Schnittstellen  

VDI nachrichten, Nürnberg, 2. 12. 05 – Kurz vor der Branchenmesse SPS/IPC/Drives hatte der Arbeitskreis „Bedienen & Beobachten“ im ZVEI-Fachverband Automation im November seine Prognose für 2005 bekannt gegeben. In dem Geschäftsfeld erwarten die Experten demnach einen leichten Umsatzrückgang. Einzelne Bereiche entwickeln sich allerdings gegen den Trend, wie auf der Messe in Nürnberg deutlich wurde.

Einen Umsatzrückgang von etwa 1 % erwartet der Arbeitskreis „Bedienen & Beobachten“ im ZVEI-Fachverband Automation für 2005 in seinem Geschäftsfeld. Insgesamt betrage das diesjährige Marktvolumen für Geräte und Software rund 320 Mio. €. Damit kompensiere der steigende Bedarf aus dem Maschinenbau allerdings nicht die Rückgänge aus dem Vorjahr. Eine spürbare Erholung der Branche erwartet der Arbeitskreis daher frühestens ab Mitte 2006. Mittelfristig werde der Bedarf an intelligenten und nutzerfreundlichen Mensch-Maschine-Schnittstellen aber weiter steigen.

Die Konsolidierung der Branche hat dem Zentralverband der Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) zufolge bereits 2004 begonnen. So sei nach einem sehr guten Geschäftsjahr 200, mit einem Umsatzplus von 10 % der Umsatz 2004 um 4 % auf 324 Mio. € gesunken. „Wir haben das erwartet und müssen mit den Zyklen leben“, kommentiert Karl-Heinz Kopischke, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Bedienen & Beobachten, das Ergebnis. Als wesentliche Ursache für diesen Rückgang sieht er das Auslaufen der Investitionen in Produktionsanlagen der Automobilindustrie.

Seitens der Technik ist die Richtung deutlich: Im Vergleich zu den Vorjahren setze sich laut ZVEI 2005 der Trend weg von textbasierten Bedienterminals hin zu grafikorientierten Geräten fort. So hat sich die Zahl der verkauften grafikbasierten Geräte nach Angaben des Arbeitskreises in den letzten sechs Jahren verdreifacht, während die textbasierten um etwa 10 % zurückgegangen sind.

Anzeigen werden dabei immer großzügiger: Bei Inanspruchnahme der erweiterten Funktionen eines Bediengerätes werde bevorzugt auf größere Displays (15 Zoll) zugegriffen, so die Experten. Außerdem habe sich auch hier ein modularer Aufbau durchgesetzt.

Zugleich prägen zunehmend Kommunikationsformen wie die Ethernet- und Internetanbindung das Erscheinungsbild moderner Bedien- und Visualisierungsgeräte. Damit erweitere sich laut ZVEI-Arbeitskreis auch der Anwendungsbereich entsprechender Softwarelösungen.

Von Vielfalt und Innovationsfreude der Hersteller konnten sich Besucher der Fachmesse SPS/IPC/Drives Ende November ein Bild machen. So steuert beispielsweise Bernecker+Rainer Industrie-Elektronik (B&R) aus Eggelsberg in Österreich, gegen den allgemeinen Branchentrend. Geschäftsführer Hans Wimmer erklärte dazu in Nürnberg: „Die Zahlen in der Visualisierung sind bei uns sehr postitiv. Wir liegen in diesem Bereich etwa um 10 % über den Zahlen vom Vorjahr.“ B&R bietet unter anderem Bedien- und Visualisierungsgeräte vom 4-zeiligen Display bis hin zu umfangreichen PC-Lösungen. Dabei setzt der Hersteller auf lüfterlose Systeme. Das Erfolgsgeheimnis sieht Wimmer in der Durchgängigkeit der eigenen Lösungen. „Das ist ein entscheidender Vorteil hinsichtlich der Investitionssicherheit unserer Kunden“, so Wimmer. In Sachen PC-Technik entwickle das Unternehmen dabei eigene Motherboards und setzt dabei auf den Chiphersteller Intel. Auf über 30 000 pro Jahr beziffert der B&R-Geschäftsführer die Zahl der Industrie-PC, die sein Unternehmen jährlich für Industriesysteme liefert.

Klare Bedienkonzepte waren auch bei der Entwicklung einer neuen Bildschirmschreibergeneration gefragt, die Jumo aus Fulda auf der Fachmesse vorstellte. Helmut Lysniak, Produktbeauftragter für Logoscreen nt, erklärt dazu: „Wir haben vieles untersucht und analysiert, wobei sich die Bedienung durch Drehen und Drücken als die beste Lösung erwiesen hat.“ Neben der einfachen Bedienbarkeit der zahlreichen Gerätefunktionen, die auch über entsprechende PC-Software gewährleistet wird, habe dabei die hohe Messgenauigkeit und hohe Störsicherheit im Vordergrund gestanden.

Über das Bedienmenü sind die Daten von maximal 14 internen und 24 externen Messeingängen sowie zusätzlichen Binär-Ein-/Ausgängen abrufbar. Dazu verfügt der Bildschirmschreiber neben den bisher üblichen Visualisierungsmethoden wie Liniendiagramm, Bargraph-Darstellung oder Textbild über einen Modus zur Prozessbilddarstellung. In den Prozessbildern können laut Hersteller bis zu 12 Messdaten dargestellt werden.

Trotz aller Elektronik ist aber auch beim Bedienen und Beobachten manchmal solide Mechanik gefragt, wie Rittal aus Herborn auf der Fachmesse zeigte. In Nürnberg präsentierte das Unternehmen das neue Bediengehäuse Comfort Panel, welches ansprechendes Design und Komfort durch sein Softprofil verbindet. „Dies schützt den Bediener vor Verletzungen – ein Vorteil gegenüber der reinen Metallkonstruktion“, erklärt dazu Produktmanager Heinz Schmidt. Das Gehäuse lasse sich dabei flexibel mit gewünschten Bedien- und Visualisierungselementen ausstatten. M. CIUPEK

Von Martin Ciupek
Von M. Ciupek

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