Automation 01.04.2005, 18:37 Uhr

Produktion und Verwaltung wachsen zusammen  

In der chemischen und pharmazeutischen Industrie helfen sie, kritische Prozesse besser zu steuern und unterschiedliche Rezepturen zuverlässig abzuarbeiten. Auf der Hannover Messe vom 11. bis 15. April wird die Verknüpfung zwischen Fabrik und Verwaltung deshalb zu einem wichtigen Managementthema.

Auftragsbearbeitung und Produktion wachsen zunehmend zusammen. Unterstützt wird der Prozess seitens der IT durch „Manufacturing Execution Systems“, kurz MES. „Die Bedeutung von MES für die Prozessindustrie wächst,“ ist Eckardt Wodtke, Senior Analyst von ARC Advisory Group Inc., überzeugt. Schließlich seien Prozessleitsysteme längst nicht mehr Stand-alone-Lösungen, sondern in einem intensiven Verbund zwischen Unternehmens- und Feldebene eingebunden. MES, die sich meist zwischen Enterprise-Ressource-Planning-(ERP-) und Prozessleittechnik befinden, seien eine wesentliche Komponente, um Geschäftsprozesse in der Produktion zu optimieren, die Produktqualität zu verbessern, die Sicherheit des Prozesses zu erhöhen und – speziell in der Pharmaindustrie – die Aufwände für Dokumentation und Validierung zu senken.

Hartmut Krome, Vorstand der Werum Software & Systems AG, sieht in der Umsetzung aber noch erhebliche Defizite: „Noch gibt es derzeit weltweit nur 10 bis 20 durchgehend integrierte MES.“ Sein Unternehmen gehört zu den wenigen Anbietern von branchenspezifischen MES.

Der Boden für diese Systeme ist indes gut vorbereitet. Immerhin gibt es weit mehr als 1000 MES-Projekte, die bereits in Teilanlagen der Prozessindustrie installiert sind. Dabei ist das Thema MES eigentlich nichts Neues. „Wir beschäftigen uns seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema,“ bestätigt Dr. Norbert Kuschnerus, Bayer Technology Services und NAMUR-Vorsitzender. „Allerdings stehen jetzt viele Prozessleitsysteme aus den 80er Jahren kurz vor einer Erneuerung und es lohnt sich, über eine Erweiterung in Richtung MES nachzudenken.“

Wie zukunftsträchtig das Thema ist, beweist auch eine ARC-Studie. Demnach gehört der MES-Markt zu einem der wachstumsstärksten Softwarebereiche mit einem jährlichen Wachstumsrate von über 11 % in den nächsten vier Jahren.

Sowohl der Markt als auch der Funktionsumfang der angebotenen Systeme ist dabei sehr heterogen. Auf dem Markt haben sich einige Anbieter etabliert, die sich ausschließlich auf MES-Lösungen fokussiert haben. „Bricht man jedoch die vielen Anbieter in diskrete und Prozessbereiche auf und hier wiederum auf die einzelnen Industrien, bleiben meistens nur noch eine Hand voll Hersteller übrig, die für eine MES-Lösung in Betracht kommen,“ dämpft Eckhardt Wodtke die Hoffnungen auf eine breite Auswahl für die Prozessindustrie.

Drei Gruppen sind im MES-Markt aktiv: ERP-Lieferanten, Automatisierungshersteller und reine MES-Anbieter. Aufgrund der wachsenden Nachfrage haben viele Automatisierungsfirmen wie Siemens oder Rockwell mit entsprechenden Akquisitionen von MES-Herstellern ihr Angebotsspektrum in diese Richtung erweitert. Unabhängige MES-Hersteller, wie Werum, verfügen dabei meist über hohes Spezialwissen und agieren sehr flexibel. ERP-Lieferanten nehmen zwar in Anspruch MES-Lösungen anzubieten, bieten jedoch vor allem hinsichtlich der Echtzeitanforderungen keine wirkliche Alternative.

Felix Anhäuser von der Degussa AG sieht gerade jetzt gute Chancen für MES: „Der Einsatz von Prozessleitsystemen sowie deren Planung und Installation haben sich über Jahren hinweg zum Standard entwickelt,“ hält er fest. „Damit sind in der modernen Produktion die IT-systemtechnischen Voraussetzungen für MES gegeben.“ Die Konzeption und Planung der Systeme sei somit eine Integrationsaufgabe in bestehende Systeme hinein.

Profitieren können MES dabei auch von der Erfahrung, die in den vergangenen 25 Jahren mit Prozessleitsystemen gesammelt wurden. Beide nutzen Windows-Betriebssysteme, Ethernet-Kommunikation und relationale Datenbanken. Die Anforderungen an Betrieb und Betreuung sind daher ähnlich. Einfach wird die Integration jedoch nicht. Denn: Um einen sinnvollen Informationsfluss zwischen den ereignisgesteuerten Echtzeitsystemen der Prozessebene und den transaktionsgesteuerten Systemen der Unternehmensleitebene zu erzielen, ist eine enge Abstimmung und klare Aufgabenabteilung zwischen IT und Prozessleittechnik nötig. S. MÜHLENKAMP/CIU

Von S. Mühlenkamp/Martin Ciupek

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