Netztechnik 06.11.2009, 19:43 Uhr

Open Source in der Automatisierung braucht noch Zeit  

Das Open-Source-Modell und die Nutzung quelloffener Software macht Anlagen- und Maschinenbauer bei der Entwicklung von Automatisierungslösungen unabhängig von proprietären Softwareanbietern. Zu beachten sind dabei aber die speziellen Lizenzmodelle sowie die Themen Know-how-Schutz und Zertifizierungen von sicherheitskritischen Systemen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 11. 09, ciu

Insgesamt geht Oetter davon aus, dass der Einzug von Open Source in die Automatisierung eine längerfristige Entwicklung sein wird. Denn es gelten neue Regeln. „Das betrifft die gesamte Herangehensweise an Projekte, sowohl technisch als auch organisatorisch, und hier haben Unternehmen einen großen Informationsbedarf“, weiß Oetter. Dazu gehören die Lizenzmodelle der Open-Source-Welt und die Frage, wann ein Unternehmen den Quellcode seiner Software ebenfalls offenlegen muss.

Viele Unternehmen haben Angst davor, dass sie ihre eigenen Softwareentwicklungen nun der gesamten Community zur Verfügung stellen müssen. Das trifft aber nicht automatisch zu. Oetter hierzu: „Man sollte nur die Dinge in die Community zurückspeisen, die Allgemeingut sind. Pfiffige Algorithmen sollte man nicht in Open Source gießen.“

Beispielsweise setzt Harting Electric in seinen aktiven Netzwerkkomponenten seit einigen Jahren das quelloffene Betriebssystem Linux ein. „Wir nutzen die frei verfügbare Software Linux und die Treiber, die die Community als Open Source entwickelt hat. Das spart Zeit. Sie laufen stabil und wir reduzieren unseren Entwicklungsaufwand“, erklärt Oliver Opl, Produktmanager bei Harting Electric. Dabei behalte das Unternehmen weiterhin die volle Kontrolle über seine Systeme.

Mittlerweile beschäftigt sich dort ein Team von Spezialisten mit quelloffener Software und speist selbst entwickelte Treiber und Erweiterungen in den Pool zurück, damit auch andere Unternehmen sie nutzen können. Das geben die Open-Source-Lizenzmodelle wie die GNU Public Licence (GPL) vor. Einen Verlust des betriebsinternen Know-how sieht Opl nicht, denn freizugeben seien nur die Entwicklungen direkt am Open-Source-Betriebssystem und dessen Module: „Bei den Treibern handelt es sich um Allgemeinwissen. Die Applikationen aber muss man nicht freigeben.“

Grundsätzlich lohnt es sich, zunächst einen Blick auf die Regeln der Open-Source-Community zu werfen. Wer überwiegend aus Kostengründen auf offene Quellen setzt, sollte bedenken, dass zumindest in der Einstiegsphase höhere Kosten entstehen können, da Unternehmen zunächst das Wissen und die Stilvorgaben der Community erarbeiten müssen. Wie umfassend dies geschehen sollte, thematisiert Knut Degen, Gründer der Sysgo AG. Er sieht eine widersprüchliche Entwicklung: Einerseits wollten Unternehmen mit Open Source Kosten sparen. Anderseits freuten sich speziell die deutschen Ingenieure, dass sie das quelloffene System gründlich untersuchen und bearbeiten können. Er plädiert daher für die Auslagerung von Teilen des Open-Source-Geschäfts an Dienstleister, damit der Fokus im Unternehmen beim Kerngeschäft bleibe.

An Grenzen stoße quelloffene Software wie Linux vor allem bei sicherheitskritische Anwendungen, die eine Zertifizierung benötigen. Dort reichen laut Degen weder Linux als noch Microsoft-Betriebssysteme aus. So kämen z. B. in Kernkraftwerken proprietäre Embedded-Betriebssysteme von Herstellern wie Windriver, Greenhill und Sysgo mit entsprechender Zertifizierung zum Einsatz. BARBARA LANGE

Von Barbara Lange
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