Automation 25.03.2011, 19:52 Uhr

Integration treibt Industrieautomation voran

Vernetzt, durchgängig und mit einheitlicher Kommunikationsplattform: Das verspricht eine zukunftsfähige Automatisierungstechnik. Vom 4. bis 8. April sind entsprechende Technologien auf der Leitmesse Industrial Automation während der Hannover Messe 2011 zu sehen.

Nach wie vor ist die industrielle Automation der Besuchermagnet der Industriemesse in Hannover. Laut Veranstalter signalisierten mehr als 70 % der Besucher ihr Interesse an Automationskomplettlösungen und Robotik. Für viele der deutschen Anbieter ist es inzwischen lediglich noch die Frage, ob die Zahlen des bisherigen Rekordjahres 2008 bereits 2011 erreicht werden oder ein Jahr später. „Die Automatisierungsbranche befindet sich nach der vergangenen Wirtschaftskrise wieder in einer glänzenden Lage“, erklärte Reinhard Hüppe, Leiter des Bereichs Industrie im Branchenverband ZVEI in Frankfurt/Main, gegenüber den VDI nachrichten. Obwohl es vor der Messe noch recht still in Sachen Innovationen sei, erwarte er in Hannover wieder „ein Feuerwerk an Neuigkeiten aus der Automatisierungsbranche“.

Auf Anwenderseite zielen die Investitionen vor allem darauf ab, Produktentwicklungszeiten mittels durchgängiger Automatisierung zu verkürzen, die Kosten der Produktionsprozesse zu senken und ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden. Angestrebt wird daher eine hohe Verfügbarkeit der Produktionsanlagen.

Dabei steht die Lebenszykluszeit hochwertiger Produktionsanlagen, dem immer kürzer werdenden Lebenszyklus der elektronischen Steuerungssysteme konträr gegenüber. Eine der größten Herausforderungen bleibt jedoch die Abstimmung der verschiedenen Kommunikationsprotokolle aus unterschiedlichen Produktionsbereichen. Denn trotz vorhandener Schnittstellen läuft längst nicht alles reibungslos. Potenziale der Automatisierung bleiben hinter den Möglichkeiten zurück.

Verschiedene Initiativen von Automatisierungsanbietern sollen nun für eine höhere Durchgängigkeit sorgen. Siemens Industry, Erlangen, hat dazu alle Automations-Softwarelösungen in einem Engineering-Framework vereint. Mit dem Totally-Integrated-Automation (TIA)-Portal verbindet Siemens nach eigenen Angaben die Inseln, die es zurzeit zwischen den automatisierten Schritten in der Produktion noch gibt. Die Systemarchitektur lässt alle Anlagenbestandteile zu einem integrierten System zusammenwachsen. Das Unternehmen hat dadurch Kosteneinsparungen von 25 % beim Engineering errechnet.

Ungeplanten Stillstandszeiten will dagegen Hewlett Packard mit seiner Lösung „NonStop“ begegnen. Mit der Technologie für die industrielle IT, die auf der Hannover Messe gezeigt werden soll, will das Unternehmen ungeplante Ausfallzeiten fast hundertprozentig eliminieren. Das System läuft laut Hersteller eigenständig und heile sich selbst, weil die Komplexität in der Gesamtsystemarchitektur der Produktionsautomatisierung abgebaut werde. So verbinde das NonStop-System z. B. die Geschäftsprozesse und den Produktionsprozess. Das gelte auch, wenn beispielsweise SAP gerade nicht verfügbar sei.

Als Antwort auf den steigenden Leistungsdruck in großen Industrieanlagen stellt dagegen ABB seine neuste Version des Prozessleitsystem (PLS) 800xA für Industrie- und Versorgungsunternehmen vor, in das Prozessleittechnik und Schaltanlagenleittechnik auf Basis der Norm IEC 61850 integriert wurden. Hintergrund: Die Informationen aus dem Bereich der elektrischen Anlagen eines Prozesses waren bisher für das PLS nur eingeschränkt verfügbar. Traditionelle Anlagen der Prozess- und Schaltanlagenleittechnik sind dagegen, aufgrund unterschiedlicher technischer Anforderungen aus der Historie, nur mit hohem Aufwand integrierbar.

Daniel Huber, Geschäftsführer der ABB Automation, Mannheim, sieht hier noch großes Potenzial: „Die Umsetzung der IEC 61850-Norm ist in der Prozessindustrie noch lange nicht flächendeckend vollzogen.“

Das PLS 800xA verbinde nun durch offene Schnittstellen und Standards die Prozessleittechnik und die elektrischen Systeme. Ausfallzeiten könnten damit erheblich verringert werden, weil es möglich werde, den Prozess umfassend zu visualisieren und relevante Informationen von der einheitlichen Benutzeroberfläche kontextsensitiv per Mausklick zu erreichen. Mit zudem integrierten Engineering-Tools würden die gemeinsame Datenhaltung und der Zugriff auf korrelierte Daten verbessert und die Schadensanalyse beschleunigt.

JANETTE JUNGHANNS

Ein Beitrag von:

  • Janette Junghanns

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