Automation 16.05.2003, 18:25 Uhr

Fertigungs- und Prozessautomation vermischen sich in Hybrid-Anlagen

Hybrid-Industrien, die sowohl fertigungs- als auch verfahrenstechnische Produktionsschritte beinhalten, erscheinen als künftige Wachstumsmärkte für die Automatisierungstechnik. Kommunikationstechnik schließt noch bestehende Lücken zwischen einzelnen Disziplinen.

Prozessautomation, Fertigungsautomation, Maschinenautomation und Gebäudeautomation geraten als klassische Säulen der Automatisierungstechnik ins Wanken: „Die ersten drei bisher eher getrennten Segmente bilden die Industrieautomatisierung, unter dem Einfluss der IT-Technologien ist neuerdings jedoch eine zunehmende Konvergenz festzustellen“, urteilt Anton S. Huber, Vorstand von Siemens Automation & Drives (A&D), Nürnberg.
Zum kompletten Produktionsprozess gehören seiner Meinung nach vier Unterprozesse: die Eingangslogistik, der eigentliche Produktionsprozess oder Primärprozess, der nachgelagerte Prozess oder Sekundärprozess sowie die Ausgangslogistik. Bei der Automatisierung der Eingangs- und Ausgangslogistik seien speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) vorherrschend, während die Automatisierung der Primärprozesse in der Prozessindustrie von Distributed Control Systemen (DCS) beherrscht werde.
Die Automatisierung der Primärprozesse in der Fertigungsindustrie werde von den SPS bestimmt, oft in Kombination mit Computer-Numerical Control-Technik (CNC). Die nachgelagerten Prozesse wie Verpacken oder Abfüllen übernimmt moderne Antriebstechnik in Kombination mit SPS-Technik.
„In einer echten Anlagenumgebung finden wir sehr oft eine Mischung aus verschiedenen Automatisierungstechniken, man kann deswegen auch ein Quasi-Marktsegment definieren, bei dem es immer diese Mischung gibt“, so Huber. Diese Hybridindustrie sei das größte Segment der Industrieautomatisierung.
Und hier spielt die industrielle Kommunikation eine wesentliche Rolle. Horst J. Kayser, Leiter des Siemens-Geschäftsgebietes Industrieautomation, macht dazu deutlich: „Wir setzen auf Profibus als Integrations-Plattform für die Kommunikation im Feldbereich. Beginnend in der Fertigungsautomatisierung sehen wir Profibus mittlerweile auch als die geeignetste Technologie für verfahrenstechnische Anwendungen.“
Diese Einschätzung unterstützt eine vergangenes Jahr veröffentlichte Marktstudie von Frost & Sullivan. Danach soll der Europamarkt für Feldbus-Systeme in der Prozessautomatisierung von 170 Mio. US $ in 2001 auf 420 Mio. $ im Jahr 2008 wachsen. Nach Umsatzanteilen konnte sich Profibus im Jahr 2001 mit 53,6 % deutlich von konkurrierenden Standards absetzen. Es folgen Foundation Fieldbus mit 10,3 % und Interbus mit 8,4 %.
Nicht zufrieden mit der Marktposition des Profibus in den USA ist der Vorstandsvorsitzende der Profibus Nutzer Organisation (PNO) Edgar Küster: „Der Platzhirsch dort ist die Fieldbus Foundation und damit Emerson.“ Feldbusse hätten in den USA eine deutlich geringere Durchdringung als in Europa. In den USA laufe fast alles konventionell auf dem Hart-Protokoll.
Vorbeugende Wartung bzw. „Asset Management“, wie im Hart-Protokoll realisiert, könne aber im Profibus integriert werden. Gerade in der Wartung lässt sich laut PNO-Vorstandsmitglied Prof. Klaus Bender, das meiste Geld sparen: „Wir kennen alle die Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme, wir wissen alle, wie schwierig es ist, Fehler zu finden, wenn eine Anlage nicht läuft.“ Es mache daher viel mehr Sinn, zuerst das Asset-Management in ein Gerät zu bringen als einen Regler in ein Messgerät“.
Zusammen mit der Interessengemeinschaft Prozesstechnik der chemischen Industrie, Namur, will die PNO den Profibus mit Profidrive in der Verfahrenstechnik vorantreiben. Küster dazu: „Wir wissen, dass es noch große Differenzen in der Akzeptanz zwischen der Prozess- und Fertigungsautomatisierung gibt, aber auch hier sind wir auf der Überholspur. Wir entwickeln gemeinsam Profile für PA-Geräte, Profidrive, Wägen und Dosieren sowie Remote I/O.“
Beim Interbus als weiterer deutscher Entwicklung gehen die nächsten Schritte in Richtung Integration der Sicherheitstechnik sowie einer durchgängigen Kommunikationslösung mit Ethernet. A. SCHARF/CIU

  • Achim Scharf

  • Martin Ciupek

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Maschinen- und Anlagenbau, Produktion, Automation, Antriebstechnik, Landtechnik

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