Messe SPS/IPC/Drives 23.11.2012, 19:56 Uhr

Automation: Branche nimmt Energieeffizienz in den Fokus

Gesetzliche Vorgaben und steigende Energiekosten machen energiesparende Komponenten und Lösungen attraktiv. Die Branchenverbände VDMA und ZVEI blicken im Vorfeld der Nürnberger Messe SPS/IPC/Drives, vom 27. bis 29. November, daher optimistisch in die Zukunft. Weitere aktuelle Themen sind „Industrie 4.0“ sowie die damit verbundene IT-Sicherheit.

Logistikzentrum

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Foto: Werkfoto

Der Energiebedarf der Europäischen Union kann bis 2050 durch Energieeffizienzmaßnahmen um zwei Drittel gesenkt werden. Zu dem Ergebnis kommt eine vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchgeführte Studie, die am Montag vorgestellt wurde. In der Industrie können demnach die Energierechnungen bis zum Jahr 2050 um 100 Mrd. € jährlich geringer ausfallen.

Wie sich Energieeffizienz rechnet, verdeutlicht auch eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Danach sank der Energieverbrauch in Deutschland von 0,249 t Öl pro 1000 € reales Bruttoinlandsprodukt im Jahr 1981 kontinuierlich auf 0,142 t/1000 € im Jahr 2009. Weltweit entspricht die aktuelle Energieeffizienz laut IW der von Deutschland im Jahr 1991. Unter Berücksichtigung der Marktmechanismen, bestünde daher für Firmen ein Anreiz, effiziente Lösungen zu suchen und einzusetzen.

Automation: Branche kann leichtes Minus im Auftragseingang gut verkraften

Chancen liegen insbesondere in der Automatisierungstechnik, deren Vielfalt kommende Woche auf der Branchenmesse SPS/IPC/Drives in Nürnberg gezeigt wird. Die wirtschaftlichen Aussichten sind zwar etwas getrübt – der Auftragseingang hat sich in den ersten acht Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr etwas abgeschwächt –, doch der Umsatz ist in den Monaten Januar bis August weiter gestiegen.

„Wenn man bedenkt, dass die beiden letzten Jahre die besten in der Geschichte der Branche waren, dann ist ein Minus von 2,4 % im Auftragseingang noch gut zu verkraften“, kommentierte Markus Winzenick vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Bereich Automatisierung, den wirtschaftlichen Trend. Auch technologisch seien die Firmen gut aufgestellt. „Beim Thema Vernetzung und Systemtechnik sind deutsche Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb in Asien recht stark“, sagt Winzenick. Den meisten Firmen gelänge es, den hohen Preisdruck durch Innovationskraft wettzumachen.

Aktuelle Schwerpunktthemen in der Automation: Energieeffizienz, Sicherheit der Prozesse & IT-Sicherheit

Schwerpunkte der Neuentwicklungen, die Ende des Monats auf der Messe in Nürnberg zu sehen sein werden, sind die Energieeffizienz der Anlagen, Sicherheit der Prozesse sowie der Schutz der Informationssysteme vor Angriffen – sowohl von außen als auch von innen – sowie die Entwicklung der nächste Stufe der Automatisierung unter dem Begriff „Industrie 4.0“.

Eine der großen Herausforderungen für die Hersteller sind die steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz der Elektromotoren. Hier seien bereits große Fortschritte erzielt worden, sagt der ZVEI-Experte. Die gesetzlichen Vorgaben aus Brüssel haben bei den Herstellern einen großen Entwicklungsschub ausgelöst. „Doch bleibt diesen nur eine kurze Verschnaufzeit, denn 2015 und 2017 folgen weitere Verschärfungen“, so Winzenick.

Um den Anlagenbetreibern die Investition in neue energieeffizientere Technik zu erleichtern, hat der ZVEI das herstellerneutrale, betriebswirtschaftliche Lebenszykluskosten-Berechnungsprogramm „LCE – Lifecycle Cost Evaluation“  entwickelt. „Wir wollen auf unserem Messestand mit unserem Tool zeigen, dass oft die auf den ersten Blick teurere Technologie am Ende die ökologisch und betriebswirtschaftlich günstigere ist“, verdeutlichte der Experte. Da es sich bei dem Lebenszykluskosten-Berechnungstool um ein rein betriebswirtschaftliches Instrument handele, sei es nicht auf bestimmte Anwendungen und Technologien beschränkt, sondern vielfältig in Industrie und Infrastruktur einsetzbar.

Auch Peter Früauf, stellvertretender Geschäftsführer Elektrische Automation im VDMA, kennt das Problem, dass Anwender immer noch zu sehr auf den Preis der Anlagen schielen und billigere Komponenten den energiesparenden vorziehen. Doch er ist sich sicher, dass sich das zunehmend ändern wird. „Neben den gesetzlichen Vorgaben werden die steigenden Energiekosten schon dafür sorgen“, ist Früauf zuversichtlich. Auf Basis des VDMA-Einheitsblatts 34160:2006 hat der Verband ebenfalls eine Berechnungshilfe erstellt, die als Excel-Tabelle aufgebaut ist.

Fabrik 4.0: Ein Highlight der Nürnberger Automations-Messe

Neben der Energieeffizienz sind für den VDMA-Experten Fortschritte bei der Bedienung der Maschinen und Anlagen sowie der Vernetzung zur Fabrik 4.0 die Highlights der Nürnberger Messe. „Innovationen, die wir von den Smartphones und Apps aus dem Konsumbereich kennen, werden künftig die Fabrik verändern“, stellte Früauf fest. Sie werden den Anwendern die Kontrolle und Einstellung der Anlagen erleichtern. „Die bedienerfreundlichere Technik ist Ausdruck eines Generationswechsels nicht nur bei den Bedienern, sondern auch bei den Programmierern, die neue Ideen für eine Mensch-Maschine-Kommunikation umsetzen“, so der Automatisierungsexperte.

Ein anderes Thema, das ebenfalls aus dem Konsumerbereich in die Fabrik herüberschwappt, betrifft die Datensicherheit. „Die stärkere Vernetzung der Geräte führt dazu, dass künftig zunehmend mehr Angriffspunkte vorhanden sein werden“, sagte Früauf. Hier suchen Anwender und Steuerungsentwickler gemeinsam nach Lösungen für einen Schutz der IT auf der einen und der funktionalen Sicherheit als Schutz für den Bediener auf der anderen Seite. Früauf: „Es gibt nicht die 08/15-Lösung. Es gilt vielmehr herauszufinden, wo Schwachstellen sein könnten und wie man diese beheben kann, ohne die Produktivität der Fabrik zu gefährden.“  

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