445 Mio. Euro reichen nicht 26.02.2015, 15:19 Uhr

Sanierung des Deutschen Museums wird teurer als geplant

Das 90 Jahre alte Gebäude des Deutschen Museums in München ist fällig für eine Generalüberholung. Bislang sind dafür 445 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln und Spenden zusammengekommen. Das reicht jedoch nur für eine Teilsanierung.

Luftbild Museumsinsel: Von oben betrachtet macht das 1925 erbaute Deutsche Museum in München nach wie vor etwas her. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es notdürftig instand gesetzt, jetzt ist eine Grundsanierung fällig.  

Luftbild Museumsinsel: Von oben betrachtet macht das 1925 erbaute Deutsche Museum in München nach wie vor etwas her. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es notdürftig instand gesetzt, jetzt ist eine Grundsanierung fällig.  

Foto: Deutsches Museum

Das Deutsche Museum in München, eines der größten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt, braucht dringend eine Generalüberholung. 1925 wurde der Gebäudekomplex, der nach den Plänen von Architekt Gabriel von Seidl auf der Museumsinsel erbaut wurde, eingeweiht. Nach notdürftigen Reparaturen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Museum nicht mehr grundsaniert.

Für die Sanierung stehen 445 Millionen Euro zur Verfügung

Inzwischen muss am Brandschutz und der Hochwassersicherheit nachgebessert werden und auch viele der Ausstellungsbereiche sind veraltet. Die 1,5 Millionen Besucher jährlich erwarten eine Dauerausstellung, die mit der Entwicklung in Technik und Naturwissenschaft mithalten kann. Jetzt sollen sowohl das Ausstellungsgebäude, als auch die Ausstellungen saniert und modernisiert werden. Aber das Geld reicht nicht für alles.

So beschaulich schön wie der beleuchtete Haupteingang bei Nacht anmutet, ist es um das Deutsche Museum in München nicht bestellt. Eine Grundsanierung ist fällig. Und kann mangels Geld nur mit Einschränkungen vorgenommen werden. 

So beschaulich schön wie der beleuchtete Haupteingang bei Nacht anmutet, ist es um das Deutsche Museum in München nicht bestellt. Eine Grundsanierung ist fällig. Und kann mangels Geld nur mit Einschränkungen vorgenommen werden. 

Foto: Deutsches Museum

Generaldirektor Wolfgang Heckl, der dem Wissenschaftsausschuss des Bayerischen Landtages jüngst bei einem Besuch im Museum, seine Pläne darlegte, stehen bislang 445 Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung. Die Summe setzt sich zusammen aus je 180 Millionen Euro von Bund und Freistaat, sowie 40 Millionen Investitionsmittel aus dem Haushalt und 45 Millionen an privaten Spenden.

Schrittweise werden die Ausstellungsbereiche im Museum modernisiert

Ein großer Teil der Gelder, rund 183,3 Millionen Euro, wird die Sanierung des Sammlungsbaues verschlingen. Fast ebenso viel muss in die Modernisierung oder Kompletterneuerung der Haustechnik, für Personal und die Umzüge der Exponate gesteckt werden. Insgesamt besitzt das Museum rund 28.000 Objekte aus etwa 50 Bereichen der Naturwissenschaft und Technik. 60 neue Mitarbeiter und 15 externe Planungsbüros wurden mit der Erneuerung der Ausstellungsbereiche beauftragt.

Untersuchung einer Wand im Deutschen Museum in München.

Untersuchung einer Wand im Deutschen Museum in München.

Foto: Deutsches Museum

Damit die Besucher nicht vor komplett geschlossenen Türen stehen, werden immer einzelne Bereiche geschlossen. Auf der Internetseite des Museums kann man sich erkundigen, welche Ausstellungen jeweils nicht besichtigt werden können. Nach dem jetzigen Stand der Dinge werden das Forum der Technik, der seit Jahren geschlossene Kongressbau und die Bibliothek in die aktuellen Sanierungsmaßnahmen nicht einbezogen. Über ein eventuelles zweites Sanierungspaket gibt es nur Spekulationen.

Spekulationen über Kostensteigerung

Spekuliert wird auch darüber, welche tatsächlichen Kosten bei der Gesamtsanierung entstehen werden. In mehreren Zeitungsberichten war von einer Kostensteigerung auf bis zu 700 Millionen Euro die Rede. Wie diese Zahl zustande kam, bleibt allerdings unklar. Weder das Kultusministerium noch Museumsdirektor Heckl bestätigen solche Schätzungen öffentlich. Heckl betonte der Presse gegenüber, dass sich die Kosten ohne eingehende Untersuchung der Bausubstanz ohnehin gar nicht seriös kalkulieren ließen.

Von Gudrun von Schoenebeck

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