Will Wasserstoffautos pushen 07.01.2015, 14:37 Uhr

Toyota gibt Brennstoffzellenpatente für Konkurrenten frei

Um den Wasserstoffantrieb nach vorn zu bringen, tritt der Autohersteller Toyota die Flucht nach vorne an: Der japanische Konzern gibt Tausende Patente zur Brennstoffzellentechnik frei. Dahinter steckt ein wohl überlegter Schritt: Auch die Konkurrenz soll in die umweltfreundliche Technik investieren. 

Toyota ebnet den Weg für eine zunehmende Verbreitung von Brennstoffzellenfahrzeugen: Das Unternehmen gibt ab sofort mehr als 5.600 seiner Patente rund um die alternative Antriebstechnik für die Öffentlichkeit frei. Diese Neuigkeit wurde auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas bekannt gegeben.

Toyota ebnet den Weg für eine zunehmende Verbreitung von Brennstoffzellenfahrzeugen: Das Unternehmen gibt ab sofort mehr als 5.600 seiner Patente rund um die alternative Antriebstechnik für die Öffentlichkeit frei. Diese Neuigkeit wurde auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas bekannt gegeben.

Foto: Toyota

Bis voraussichtlich Ende 2020 will Toyota den Köder auslegen. So lange sollen die Mitbewerber insgesamt 5.680 Erfindungen und Entwicklungen gratis nutzen können. Darunter sind unter anderem Patente zu Hochdruck-Wasserstofftanks und zur Steuer-Software. 170 Patente für Nachfüllstationen will Toyota sogar ohne Zeitlimit zur Verfügung stellen. Das kündigte das Konzern-Management auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas an.

Kaum Wasserstofftankstellen vorhanden

Ob die Patentfreigabe tatsächlich andere Autohersteller dazu bewegen kann, in die Brennstoffzellentechnik zu investieren, bleibt fraglich – die Skepsis in der Branche ist groß. Aktuell ist der Wasserstoffantrieb alles andere als attraktiv: Die Kosten für die emissionsfreien Pkw sind relativ hoch und was mindestens genauso, wenn nicht noch mehr wiegt: Ein Wasserstoff-Tankstellennetz ist so gut wie gar nicht vorhanden. In Deutschland gibt es davon nur etwas mehr als ein Dutzend. Ähnlich sieht es in anderen Ländern aus. Mit der Freigabe der Patente hofft Toyota, Mitstreiter ins Boot holen zu können, um sich unter anderem die Kosten für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur teilen zu können.

Brennstoffzellentechnik von Toyota.

Brennstoffzellentechnik von Toyota.

Quelle: Toyota

Toyota arbeitet seit rund 20 Jahren an Brennstoffzellenfahrzeugen und investiert viel. So haben die Japaner kürzlich in Kalifornien Kredite für den Aufbau von 19 Wasserstofftankstellen vergeben. Im Osten der USA soll in Zusammenarbeit mit dem Industriegaskonzern Air Liquide ein Netzwerk von zwölf Wasserstofftankstellen entstehen.

Toyota prescht mit Wasserstoffauto Mirai vor

Brennstoffzellenfahrzeuge wandeln Wasserstoff in Strom um. Dabei entstehen keine Abgase wie CO2, was im Gegensatz zu konventionellen Verbrennungsmotoren umweltfreundlich ist. Toyota ist bei der Entwicklung die Nummer eins: Als erster Hersteller überhaupt haben die Japaner im vergangenen Jahr ein Auto mit Brennstoffzellenantrieb in Großserie auf den Markt gebracht.

In Deutschland will Toyota sein Wasserstoffauto Mirai in diesem Jahr auf den Markt bringen.

In Deutschland will Toyota sein Wasserstoffauto Mirai in diesem Jahr auf den Markt bringen.

Quelle: Toyota

Das Modell Mirai soll sich in drei bis fünf Minuten volltanken lassen. Eine Tankfüllung soll fast 500 Kilometer weit reichen. Und in etwas mehr als neun Sekunden soll der Wagen von 0 auf 100 km/h beschleunigen können. In Deutschland wollen die Japaner ihren leistungsstarken Mirai in diesem Jahr auf den Markt bringen. Toyota hat für dieses Modell große Pläne: In den 2020er Jahren sollen davon jedes Jahr Zehntausende gebaut werden.

Mercedes will 2017 Wasserstoffmodell verkaufen

In Deutschland forscht Mercedes schon Jahrzehnte an Wasserstoffautos. Aber bereits mehrfach wurde bei der Serienreife auf die Bremse gedrückt. Fakten schaffen wollen die Stuttgarter nun im Jahr 2017. Dann wollen sie gemeinsam mit Ford und Renault-Nissan ein Wasserstoffmodell zum Verkauf anbieten.

Ein Beitrag von:

  • Lisa von Prondzinski

    Die Journalistin und freie Redakteurin bedient die Fachbereiche Gesundheit, Wissenschaft und Soziales.

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