Antriebstechnik 29.01.1999, 17:20 Uhr

Schwarze Innovation für weiße Kolben-Weste

Leichte Kolben aus Graphit bzw. „Mesophasen-Kohlenstoff“ werden in wenigen Jahren in neuen Motoren laufen. Davon überzeugt sind die Entwickler von Sintec Keramik. Sie setzen auf die „schwarze Innovation“, mit der Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß von Autos weiter reduziert werden können.

Handicap der Graphitkolben bleibt der hohe Preis

Die Kosten für einen Graphitkolbensatz im Vierzylindermotor schätzt der Sintec-Chef auf 500 DM – „weniger als vier Winterreifen“, so Goetz. Doch Autohersteller rechnen mit jeder Mark und jedem Pfennig. Und heute sind Kolben aus Graphit noch weit mehr als 100 % teurer als vergleichbare aus Leichtmetall, wie von einem namhaften Kolbenlieferanten zu erfahren war. Doch die kleine Firma Sintec setzt auf ihre Innovation.
Schon vor Jahren arbeitete man im heutigen DaimlerChrysler-Konzerns in Stuttgart an Graphitkolben. Der dafür verwendete Spezialgraphit der US-Raumfahrtbehörde Nasa war allerdings schlichtweg unbezahlbar. Der Nachweis der Kraftstoffeinsparung und der Schadstoffreduzierung bei gleichzeitiger Leistungssteigerung wurde jedoch von den Mercedes-Ingenieuren schon damals erbracht. In diesem Jahr will Sintec für den Tuning-Bereich, beispielsweise für Motocrossräder, erste Kolben verkaufen. Dort ist eine höhere Leistung bei geringerem Motorgewicht und verbesserten Kolbengleiteigenschaften ein attraktives Kaufargument.
Der Einsatz von Graphitkolben im Pkw dürften dennoch Zeit benötigen. „Alle namhaften Automobilhersteller warten darauf, daß wir ihnen erste Sätze von Graphitkolben für ihre Motoren ausliefern“, sagte Sintec-Chef Goetz. Langfristige Belastungstests stehen hier noch vor der Serienfertigung.
Goetz ist sich darüber im klaren, daß Sintec, wenn das Produkt international zur Anwendung kommt, den weltweiten Bedarf nicht allein produzieren können wird. Deshalb will er vorläufig nur eine eigenständige Firma im Tuningbereich gründen, später hingegen die Lizenz an andere Unternehmen vergeben. Realistisch, so Goetz, dürfte ein erster serienfertiger Graphitkolbenmotor in vier Jahren sein. Schneller dürfteer sich bei Zweitaktmotoren, besonders bei Motorbooten mit Außenborder, durchsetzen. PETER FELIXBERGER/WOP
Sintec-Chef Ulrich Goetz sieht bereits die nächste Motorengeneration der Autohersteller mit Graphitkolben laufen.
Kolben aus Graphit sind bis zu 30 % leichter als solche aus Aluminium, aber auch wesentlich teurer. Ihre Preise sollen noch weit mehr als 100 % über denen vergleichbarer Leichtmetallkolben liegen.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Felixberger

  • Wolfgang Pester

    Ressortleiter Infrastruktur bei VDI nachrichten. Fachthemen: Automobile, Eisenbahn, Luft- und Raumfahrt.

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