Antriebstechnik 01.05.2009, 19:40 Uhr

Neubau einer Produktionsstätte wird aus Rücklagen finanziert  

Ein klares Statement zur Zukunftsentwicklung des Unternehmens gab während der Hannover Messe vorige Woche SEW Eurodrive aus Bruchsal ab. Am Heimatstandort entsteht derzeit ein neues Getriebewerk, dessen Baukosten von 100 Mio. € ohne Bankkredit finanziert werden. VDI nachrichten, Hannover, 30. 4. 09, ciu

In Zeiten von Kreditklemmen und Werksschließungen zeigt sich der süddeutsche Antriebstechniker SEW Eurodrive finanzstark. Für 100 Mio. € baut die in Bruchsal ansässige Firma am Stammsitz ein neues Großgetriebewerk mit rund 60 000 m² Fläche. Bankkredite seien dazu nicht nötig, hieß es in Hannover. Dennoch wäre die Investition etwas in die Zukunft verschoben worden, hätte man die globale Finanz- und Wirtschaftskrise vorausgesehen.

Doch vorerst überwiegen Stolz und Zuversicht: Die neue Produktionsstätte sei „ein Werk der Superlative“ schwärmte Johann Soder, Geschäftsführung Technik, beim Pressegespräch auf der Messe. Mit der Erweiterung durch das neue Großgetriebewerk gehe der Ausbau des Produktportfolios mit neuen Industriegetrieben einher. Anwendung finden sie unter anderem als Eisenbahn-, Flugzeug- und Schiffsgetriebe und industrielle Prozessantriebe.

Die Entscheidung, das neue Werk in Bruchsal zu bauen, gründe in der Nähe zum Entwicklungszentrum, sagte Soder. Auch seien die Infrastruktur und die Konzentration an Fachkräften in der Region vorteilhaft. Anvisiert wird nun ein neues Produktionskonzept mit wirtschaftlich effizienten und leistungsfähigen Prozessketten. 750 neue Arbeitsplätze sollen damit nach Aussage von Hans Sondermann, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, geschaffen werden.

Trotz solider Basis und klarer Zukunftsstrategie zeigt die Finanzmarktkrise aber auch bei SEW Eurodrive Spuren. In der Boomphase der vergangenen Jahre habe sich ein großes Überstundenkontingent angesammelt, berichtet Sondermann. Das sei mittlerweile abgebaut. „Ab dem 1. Mai werden wir in Kurzarbeit gehen.“ Noch sehe man aber keine Veranlassung Stellen zu streichen.

Es gibt aber auch Entwicklungen die positiv stimmen: „In der Boomphase hat sich keiner ernsthaft für energieeffiziente Produkte interessiert“, sagte Sondermann. Doch jetzt in der Krise habe sich der Blick um 180° gewendet. „Während einer Krise entstehen zwangsläufig mehr Innovationen als in einer Boomphase, weil sich Kundenbedürfnisse rapider verändern.“ Somit brauche man auch gerade jetzt in dieser Phase eine geeignete Plattform, diese Innovationen schnell und flächendeckend zu verbreiten.

Zum offensiven Optimismus von SEW passt auch die Größe des diesjährigen Standes auf der Hannover Messe – mit einer Fläche von 1200 m² der größte in der mehr als 50-jährigen Hannover-Messe-Geschichte des Unternehmens. In diesem Jahr stand die Präsentation unter dem Motto „Drive 360° – das Ganze sehen“. Der „Rundumblick“ soll für die Bereitschaft stehen, „eines zu tun, ohne das andere zu lassen oder auszuschließen“. Beispielsweise stellte SEW auf der Messe einen Edelstahlgetriebemotor vor. Dieser soll überall dort für Bewegung sorgen, wo Maschinen und Anlagen besonders intensiv gereinigt werden müssen. Aufgrund seines speziellen Gehäusedesigns und der Verwendung hochwertiger Edelstähle ist er speziell auf die besonderen Produktionsbedingungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, im Pharmabereich und in permanent feuchten Umgebungen ausgerichtet. Insgesamt wendet sich SEW etwas ab vom starren Katalogangebot und tendiert zu individuellen, ganzheitlichen Lösungen.

LARS WALLERANG

Ein Beitrag von:

  • Lars Wallerang

    Lars Wallerang schreibt als freier Journalist für verschiedene Print- und Onlinemedien wie VDI Nachrichten und ingenieur.de u.a. über Forschung und Lehre, Arbeitsmarktpolitik sowie Technik.

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