Neuer Wasserstofftank 12.09.2018, 13:09 Uhr

Toyotas Brennstoffzellen-Truck schafft 480 km am Stück

Toyota testete seinen Schwerlaster „Alpha“ mit Brennstoffzellenantrieb mehr als ein Jahr lang in Kalifornien: Nun hat der japanische Automobilhersteller die Beta-Version des umweltfreundlichen Trucks vorgestellt – mit deutlich größerer Reichweite und komfortabler Schlafkabine.

Toyotas „Beta“-Truck schafft 480 Kilometer mit nur einer Tankfüllung.

Toyotas „Beta“-Truck schafft 480 Kilometer mit nur einer Tankfüllung.

Foto: Toyota

„Project Portal“ nannte Toyota im Frühjahr 2017 seinen „nächsten Schritt auf dem Weg zum schadstofffreien Fracht- und Güterverkehr“. Der neue Truck mit wasserstoffbetriebenem Brennstoffzellenantrieb namens Alpha sollte nahezu lautlos und schadstofffrei den Schwerlastverkehr revolutionieren.

Testfahrten im Hafengebiet

Seit Beginn der Testfahrten im April 2017 hat Alpha inzwischen über 16.000 km in den kalifornischen Häfen Long Beach und Los Angeles zurückgelegt. Im Hafengebiet von Long Beach will Toyota auch das erste Brennstoffzellen-Kraftwerk zur Stromerzeugung im Megawatt-Bereich bauen. Die Tri-Gen genannte Anlage soll Elektrizität, Wasser und Wasserstoff aus Bioabfällen produzieren, so dass die Brennstoffzellen-Trucks dort auch tanken könnten.

Beta, die überarbeitete Version des ersten Lkw, wurde im Center for Automotive Research in Michigan der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Leistung des Elektroantriebs mit mehr als 670 PS und einem maximalen Drehmoment von 1.800 Newtonmetern ist gegenüber dem Vorgängermodell gleich geblieben.

160 km mehr an Reichweite

Deutlich gestiegen ist aber die Reichweite: Statt 360 km fährt die Beta-Version des Trucks nun 480 km weit bis zum nächsten Tankstopp. Diese Steigerung des Radius wird durch den Einbau eines neuen Wasserstofftanks ermöglicht. Die Technik der beiden Brennstoffzellen – die Toyota von der hauseigenen Wasserstofflimousine Mirai übernommen hatte – ist geblieben. Das gilt ebenso für die eher kleine 12 kWh starke Batterie. Als Emission entsteht, wie auch beim Pkw, lediglich Wasserdampf.

Außer der höheren Reichweite des Trucks meldet Toyota bei der Beta-Version eine größere Alltagstauglichkeit und eine bessere Manövrierfähigkeit. So konnte durch die neue Unterbringung des Kraftstoffes eine zusätzliche Schlafkabine eingebaut und die Fahrerkabine vergrößert werden, ohne den Radstand zu verlängern.

Bessere kommerzielle Nutzbarkeit

Im Herbst startet nach dem Alpha-Truck nun der Beta-Truck in die Erprobungsphase. „Durch die Evaluierung des ersten Lkw in unseren Testanlagen und auf den realen Straßen im Gebiet von Los Angeles haben wir eine Liste von Verbesserungen für die Produktion und Leistung des Beta-Lkw ausgearbeitet“, erklärte Andrew Lund, Chefingenieur des Projekts.

Nachdem Alpha die grundsätzliche Machbarkeit bewiesen habe, will Toyota im nächsten Schritt eine bessere kommerzielle Nutzbarkeit erreichen. Das Potenzial dafür sei groß. Allein in den Häfen von Long Beach und Los Angeles seien mehr als 16.000 Lkw mit luftverschmutzenden Abgasen im Einsatz, so Toyota. Bis 2030 könnten es 32.000 Lkw sein. In sämtlichen Häfen der Vereinigten Staaten seien sogar über 43.000 Trucks unterwegs, die signifikante Mengen an Schadstoffen in die Luft schicken.

 

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