Antriebstechnik 30.03.2007, 19:27 Uhr

Energiekosten senken bringt SKF Gewinn  

VDI nachrichten, Göteborg, 30. 3. 07, ciu – Der schwedische SKF-Konzern feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag und verzichtet deshalb auf die Teilnahme an der Hannover Messe. Die Klimakrise im Blick, präsentierte der Wälzlagerhersteller daher in Göteborg kürzlich eine energiesparende Lagerreihe sowie Dienstleistungen zur Energieoptimierung.

Nach der Veröffentlichung des UN-Klimaberichts ist das Thema Energiesparen aktueller denn je. Als größter Energiefresser muss sich vor allem die Industrie die Frage gefallen lassen, was sie zur Senkung des Energieverbrauchs und damit zum Klimaschutz beiträgt. Der schwedische Konzern SKF gab Mitte Februar in Göteborg anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 100-jährigen Jubiläum eine klare Antwort.

Der Wälzlagerhersteller und Anbieter von Dichtungen, Mechatronik, Schmiersystemen und Dienstleistungen präsentierte sich als ein Vorreiter in Sachen Energiesparen und nachhaltiges Handeln. Tom Johnstone, Präsident und Hauptgeschäftsführer der SKF-Gruppe, machte deutlich: „Nachhaltigkeit ist unsere Vision für die Zukunft. Denn SKF ist als Unternehmen global präsent und muss deshalb auch global verantwortlich handeln.“

Dabei hat das Management um Johnstone erkannt, dass SKF als Zulieferer für energieintensive Industrien mit energiesparenden Techniken gutes Geld verdienen kann. Vergangenes Jahr machte die Gruppe weltweit einen Umsatz von 53,1 Mrd. SEK, also rund 5,7 Mrd. €. Gegenüber 2005 wurde so ein Wachstum von 7,7 % erreicht.

Der gebürtige Schotte Johnstone will seinen Kunden beim Energiesparen helfen – mit einer neuen Generation von Wälzlagern, der Verbreitung von Linearantrieben oder Dienstleistungen zur Prozessoptimierung: „Die Ausgaben für Energie werden für viele Unternehmen bald zum Kostenfaktor Nr. 1.“

„Der Bereich Wälzlager war der Kern von SKF in der Vergangenheit, er ist es in der Gegenwart und wird es auch in Zukunft sein“, sagte Johnstone. So wurde in Göteborg unter anderem eine neue Wälzlagerreihe vorgestellt. Der Energieverbrauch der Lager soll um 30 % gesenkt worden sein. Ein mit den Lagern ausgestatteter Motor soll dann insgesamt rund 6 % der ursprünglich benötigten Energie einsparen.

Um dies zu erreichen, wurde das Zusammenspiel von Oberflächenbeschaffenheit, Laufbahnprofil und -geometrie, optimierten Rollensätzen, Polymerkäfigen und reibungsarmem Schmierfett verbessert. „Die Kombination aller technischen Verbesserungen bringt die Vorteile“, so Johnstone. Die liegen, neben der höheren Energieausbeute, in geringerer Wärmeentwicklung, reduziertem Gewicht und erweiterten Wartungsintervallen.

Auf den Markt kommen sollen zunächst nur Kegelrollen- und Rillenkugellager, damit möglichst viele Anlagenteile in den für SKF besonders wichtigen Industriesegmenten ausgestattet werden können. Die ersten serienmäßig nach ISO-Standard gefertigten Kegelrollenlager sollen Außendurchmesser von 200 mm bis 600 mm haben und voraussichtlich in Windturbinen eingesetzt werden. „Wenn alle Getriebelager in den weltweit bestehenden Windkraftanlagen durch die neuen Lager ersetzt würden“, rechnete Johnstone vor, „könnten jedes Jahr wohl 770 Mio. kWh mehr Strom erzeugt werden. Das ist genug, um eine Million Haushalte in Schweden einen Monat mit Energie zu versorgen.“ Weitere Anwendungen für die Kegelrollenlager ergeben sich in Schienenfahrzeugen, in Getrieben im Schwermaschinenbau, in Schiffen, Förderzeugen und Extrudern.

Energiesparende Rillenkugellager soll es zuerst mit kleineren Durchmessern geben, für den Einsatz in Elektromotoren. Die Serienproduktion der energiesparenden Lager soll im vierten Quartal 2007 beginnen. „Die Produktion erfolgt weltweit in unseren bestehenden Werken, auch in Deutschland“, betonte der SKF-Chef.

Möglichkeiten Energie einzusparen sieht SKF auch überall dort, wo pneumatische oder hydraulische Systeme eingesetzt werden, etwa bei Schweißrobotern in der Automobilfertigung. „Was die Energieausnutzung angeht, gehören pneumatische Systeme zu den ineffizientesten“, sagte Ulf Sjöblom, Direktor des Fertigungsentwicklungszentrums bei SKF. Ziel sei es deshalb, wo immer es technisch möglich ist, Druckluftsysteme durch elektromechanische Antriebe, Hub- und Verstellsysteme zu ersetzen. Dies würde nicht nur zur Senkung der Energiekosten führen, sondern auch zu einer besseren Qualitätssteuerung im Prozess und geringeren Wartungskosten.

Großes Sparpotenzial sehen die SKF-Experten zudem in verfahrenstechnischen Anlagen sowie Werken der verarbeitenden oder produzierenden Industrie. Individuelle Werte wollen sie mit ihrer internetbasierten Anwendung „Client Energy and Environment Analysis“, kurz CEEA, ermitteln. Das System untersucht das Potenzial für alle Pumpen, Elektromotoren, Gebläse und Kompressoren eines Werks hinsichtlich Energieeinsparung, Amortisierung und tatsächlicher Kosten.

Eine Gegenüberstellung mit Geschäftszielen und wichtigen Kennzahlen hilft, das bestmögliche Betriebsergebnis zu erreichen. SKF habe mit den meisten Kunden Wartungsverträge zur Sicherstellung der Maschinenverfügbarkeit. Über die Jahre wurden so Kenntnisse über Prozesse sowie Einsatzbedingungen der Maschinen und Anlagen gesammelt, die nun in die Analyse und die anschließende technische Umstellung durch SKF einfließen. MARTIN BORRÉ

Von Martin BorrÉ

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