Antriebstechnik 30.03.2007, 19:27 Uhr

Diesel mit weißer Weste kommen 2008  

VDI nachrichten, Stuttgart, 30. 3. 07, wop – Saubere Diesel mit Bluetec-Technologie werden, wie bereits in den USA, 2008 auch in Deutschland anboten werden, erklärte das DaimlerChrysler-Vorstandsmitglied Dr.-Ing. Thomas Weber, Chef der Konzernforschung und der Entwicklung der Mercedes Car Group, gegenüber den VDI nachrichten. Auch werde Mercedes im Rahmen der weiteren Verminderung des Kraftstoffverbrauchs in Kürze „die Start-Stopp-Automatik“ einführen.

Weber: Wir werden hier die ersten Bluetec-Modelle im nächsten Jahr anbieten, europaweit nach heutigem Stand der Dinge 2009, weil es nicht überall in Europa schwefelfreien Dieselkraftstoff gibt. Beispielsweise ist er gleich über die Grenze in Frankreich bisher nicht an jeder Tankstelle verfügbar. Was die Technik betrifft, setzen wir in den kleineren Fahrzeugen dabei auf unseren patentierten Stickoxid-Speicherkat. In den größeren Fahrzeugen arbeiten wir mit dem Additiv Adblue.

VDI nachrichten: Beinahe noch wichtiger scheint derzeit eine konzentrierte Aktion zur Verbrauchssenkung, sprich Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Wann wird es da einen vergleichbaren Sprung nach vorn geben und welche Technik wäre dazu geeignet?

Weber: Dazu halten wir ein ganzes Maßnahmenbündel bereit. Den CO2-Ausstoß zu senken bedeutet, den Verbrauch zu mindern. Im vergangenen Jahr haben wir im Ottomotor die Direkteinspritzung der 2. Generation eingeführt, bei den Dieseln sind wir schon bei der weiteren Verfeinerung dieser Technologie, u. a. durch noch höheren Einspritzdruck. Das Fahrzeuggewicht ist ein Dauerthema, ebenso die innermotorische Reibung. Auch dem Luftwiderstand wenden wir starke Aufmerksamkeit zu. In Kürze werden wir die Start-Stopp-Automatik einführen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir auch mit Hochdruck an Hybridfahrzeugen arbeiten. Der DaimlerChrysler-Konzern wird nächstes Jahr das erste Hybridfahrzeug auf den Markt bringen – Mercedes spätestens im Jahre 2009.

VDI nachrichten: Ist der Wasserstoff als Zukunftshoffnung nicht ein Trugbild, nachdem immer klarer wird, dass er kein Kraftstoff, sondern nur ein Energieträger ist, der wiederum mit großem Energieaufwand hergestellt werden muss und schwierig zu speichern ist?

Weber: Aus heutiger Sicht hat Wasserstoff durchaus eine Chance, etwa in Ballungszentren als regionale Lösung. Darauf sind wir natürlich vorbereitet. Zukünftig werden verschiedene Antriebsformen parallel ihre Berechtigung haben – je nach Einsatzbedingungen und Kundenwunsch. Vor allem im innerstädtischen Verkehr wird es innovative Lösungen geben müssen, um die Schadstoffbelastung auf ein Minimum zu reduzieren beziehungsweise ganz zu vermeiden.

VDI nachrichten: Wäre es nicht sinnvoll, alle Anstrengungen auf den Elektroantrieb und der Energiespeicherung zu konzentrieren, weil es da eine Wirkungsgrad verzehrende Umwandlung weniger als bei Wasserstoff gäbe?

Weber: Bis heute fehlt hier eine Speichermöglichkeit mit genügend Kapazität sowie Lade/Entladestabilität und akzeptablem Gewicht. Es gibt hoffnungsvolle Entwicklungen, beispielsweise die Lithium-Ionen-Batterie, wenn die serienreif und standfest sind, ergeben sich völlig neue Perspektiven.

VDI nachrichten: Können Sie bitte einen Zeitplan skizzieren, bis wann aus heutiger Sicht die fossilen Brennstoffe im Verkehr ersetzt werden und wodurch das nach Ihrer Meinung in absehbarer Zeit in welchen Anteilen am Gesamtmarkt geschehen kann?

Weber: Was die fossilen Brennstoffe betrifft, so scheint das Erdöl spätestens 2050 oder 2060 zur Neige zu gehen. Kraftstoffe biologischer Herkunft werden diese Rolle zu einem großen Teil übernehmen müssen. In Europa streben wir die Zumischung biogener Kraftstoffe mit steigendem Anteil an. Derzeit können wir 5 % Biokraftstoff beimischen, eine Steigerung auf 10 % wollen wir schnellstmöglich umsetzen und bereiten unsere Motoren darauf vor. Auch 20 % sollten möglich sein. Wasserstoff wird wohl selbst langfristig kaum über 10 % Anteil an allen Energieträgern hinauskommen.

G. JACOBI/B.-W. KIEßLER

Von G. Jacobi/B.-W. Kießler

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