Antriebstechnik 02.04.1999, 17:21 Uhr

BMW rüstet erstes Serienauto der Welt mit Brennstoffzellen-Batterie aus

Als erster Automobilhersteller wird BMW eine Brennstoffzellen-Batterie zur Stromerzeugung im Fahrzeug serienmäßig in den Verkehr bringen. Bereits im nächsten Jahr wird eine Reihe wasserstoffbetriebener Limousinen der BMW 7er-Reihe im Rahmen des weltweiten Expo-2000-Projekts „Clean Energy“ damit ausgerüstet werden. Danach könne der 7er mit Brennstoffzellen-Batterie für den Kunden auf den Markt kommen, hieß es bei BMW.

Aufgabe der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Einheit ist die Versorgung des Bordnetzes mit elektrischer Energie. Damit übernehme, so BMW, die „elektrochemische Batterie“ die Funktion, die sie am besten erfülle: die Stromerzeugung mit einem hohen Wirkungsgrad. Für den Fahrzeugantrieb sieht das Unternehmen auch bei Wasserstoffbetrieb nach wie vor die überwiegenden Vorteile im Verbrennungsmotor.
Die kompakte Brennstoffzellen-Batterie nimmt im 7er lediglich den Platz eines konventionellen Bleiakkumulators ein. Sie übertrifft aber in Leistung und Ausdauer herkömmliche Energiespeicher bei weitem. Deshalb kann die Brennstoffzellen-APU (Auxiliary Power Unit) die Versorgung aller konventionellen Verbraucher übernehmen. Neue Funktionen wie die Standklimatisierung werden möglich – ohne laufenden Motor und völlig frei von Emissionen.
Als Partner und Brennstoffzellen-Lieferant hat BMW den amerikanischen Spezialisten International Fuel Cells (IFC), Tochtergesellschaft der United Technologies Corp. (UTC), ausgewählt. IFC habe die weltweit größte Erfahrung mit Brennstoffzellen, sei exklusiver Ausrüster der US-Raumfahrtbehörde Nasa und die einzige Firma der Welt, die derzeit Brennstoffzellen in Serie fertigt.
Die eingesetzte Brennstoffzellen-Batterie nutzt PEM-Zellen – PEM steht für Proton Exchange Membrane. In einer Zelle wird durch Oxidation von Wasserstoff (H2) und Luftsauerstoff (O2) Strom mit einer Spannung von ca. 1 V erzeugt. Durch die Reihenschaltung vieler Zellen entsteht eine Batterie mit der gewünschten Gesamtspannung.
Die IFC-Batterie weist laut BMW gegenüber anderen Systemen zwei wesentliche Vorteile auf: Erstens benötigt sie keine aufwendige Versorgung mit Druckluft. Dadurch ist ihr Gesamtwirkungsgrad höher als bei vergleichbaren PEM-Systemen, zudem reduzieren sich Bauaufwand und Kosten. Zweitens verfügt sie über einen geschlossenen, weitgehend verlustlosen Wasserkreislauf . Damit erübrigt sich der zusätzliche Wassertank, der sonst zur notwendigen Feuchtigkeitsversorgung der Zellen mitgeführt werden muß.
Mit diesem Schritt will BMW einmal mehr seine führende Rolle bei der Einführung von Wasserstoff als Fahrzeugkraftstoff der Zukunft unterstreichen. Das Unternehmen nimmt für sich in Anspruch, über die am weitesten entwickelten Wasserstoff-Fahrzeuge für den praktischen Einsatz zu verfügen.
WOP
Brennstoffzellen-Batterien, hier im BMW 7er, könnten bald Generator und Batterie im Auto ersetzen.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Pester

    Ressortleiter Infrastruktur bei VDI nachrichten. Fachthemen: Automobile, Eisenbahn, Luft- und Raumfahrt.

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