VON UMWELTFREUNDLICH BIS PROTZIG 04.03.2015, 12:37 Uhr

130 Premieren auf dem Genfer Autosalon

Seit einigen Jahren ist dieses Phänomen schon zu beobachten: Die Autoindustrie will sich auf ihren größten Branchentreffen umweltfreundlich präsentieren. Und doch stehen die dicksten Brummer im hellsten Licht. So sieht es auch beim Genfer Autosalon aus, der morgen offiziell eröffnet wird.

Noch verhüllt stehen die Autos von Honda auf dem Messegelände. Morgen öffnet der Genfer Autosalon für das Publikum. Erwartet werden 700.000 Besucher.

Noch verhüllt stehen die Autos von Honda auf dem Messegelände. Morgen öffnet der Genfer Autosalon für das Publikum. Erwartet werden 700.000 Besucher.

Foto: salon-auto.ch

Am Eingang zur Palexpo-Halle liegt ein Faltblatt aus. Da stehen alle Autos drin, die in diesem Jahr beim Genfer Autosalon zu sehen sind und die nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Fast 100 Fahrzeuge sind es, die diese erst in sechs Jahren geltende EU-Norm schon heute erfüllen. Nur: ein gutes Gewissen ist eine schwache Emotion.

Ein echter Hingucker...

Ein echter Hingucker…

Foto: salon-auto.ch

Jedenfalls im Vergleich zur stolzgeschwellten Brust, zur Lust an der Geschwindigkeit, zum Genuss am edlen Design. Es hat eben einen Grund, dass die Hersteller langbeinige Models neben ihre Autos stellen und keine gesunden Bäume.

Passat ist „Car of the year“

Bei der Wahl des „Car of the year“, die immer an den zwei Pressetagen vor der offiziellen Eröffnung der elftägigen Schau zelebriert wird, haben 58 Fachjournalisten aus 22 europäischen Ländern den VW Passat zum Auto des Jahres gewählt. Den Passat, der bisher seinem Image nach der Inbegriff des mobilen Spießertums war. Aber er hat nach Ansicht der Experten inzwischen ein durchaus ansprechendes Äußeres, weit weg vom Klischee mit Lammfell und Wackeldackel.

Passat ist

Passat ist „Car of the Year“: Für VW nimmt Heinz-Jakob Neußer, Vorstand Technische Entwicklung, die Trophäe entgegen.

Foto: caroftheyear.org

Jurypräsident Hakan Matson lobt neben dem großzügigen Innenraum und der soliden Qualität ausdrücklich das Design des Wolfsburgers. Erfolgsgeheimnis ist offenbar, dass VW die Bedürfnisse der klassischen Kundschaft erfüllt und beispielsweise mit dem „Trailer Assist“ eine Einparkhilfe speziell für Fahrten mit Anhänger einbaute.

Auferstehung der Marke Borgward

Trotzdem werden Modelle wie der Passat in Genf wohl kaum zum Publikumsmagneten. Die erwarteten 700.000 Besucher dürften sich da eher auf die eleganten Sportler und die verrückten Konzeptautos stürzen . Die rund 220 Aussteller präsentieren insgesamt 900 Fahrzeuge, davon sollen 130 Welt- oder zumindest Europapremieren sein. Die meisten konnte man allerdings in den vergangenen Tagen und Wochen schon einmal sehen, weil viele Hersteller fürchten, bei einer echten Uraufführung in der Masse der attraktiven Angebote unterzugehen.

Da schlagen Männerherzen höher: der Mercedes AMG GT3 auf dem Genfer Autosalon.

Da schlagen Männerherzen höher: der Mercedes AMG GT3 auf dem Genfer Autosalon.

Foto: salon-auto.ch

Die Sensationen sind also eigentlich vor Messebeginn alle schon verkauft. Zum Beispiel auch die, dass die alte Kultmarke Borgward wohl wirklich wiederbelebt wird. Mithilfe zahlungskräftiger Investoren unter anderem aus China will Karlheinz Knöss den vor mehr als 50 Jahren in die Pleite gerutschten Hersteller zu neuen Höhen führen. Mit Christian Borgward hat er den Enkel des Firmengründers mit an Bord. Einen Stand in Genf haben sie schon – ein Auto wollen sie auf der Frankfurter IAA im September präsentieren.

Pkw-Markt wächst weltweit

130 neue Modelle, sogar ein wiederbelebter Hersteller – die Branche scheint an sich selbst zu glauben, obwohl doch die Liebe zum Auto in jüngeren Generationen massiv abnehmen soll. Aber am Ende ist die Emotion vielleicht doch nicht alles, und die Zahlen machen ein gutes Gefühl. Schließlich hat die neue Pkw-Studie von Shell erst jüngst ergeben, dass der weltweite Automarkt in den nächsten Jahrzehnten sogar gigantisch wachsen wird.

Das Plakat zum 85. Genfer Autosalon.

Das Plakat zum 85. Genfer Autosalon.

Foto: salon-auto.ch

Im Jahr 2040 werde sich die Zahl der Autos auf den Straßen mit rund zwei Milliarden gegenüber heute mehr als verdoppeln. Außerdem sagt Shell: Auch wenn die Jüngeren weniger mit dem Auto am Hut haben, so steigt doch die Nutzung bei Frauen und ältere Menschen fahren länger. Also alles nicht so schlimm.

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