Ebola

Foto: panthermedia.net/Francois Poirier

In den letzten Jahren machen das Ebolavirus und Ebola-Epidemien regelmäßig Schlagzeilen. Und das nicht grundlos: je nach Virus-Typ handelt es sich bei Ebola um eine der tödlichsten Virus-Erkrankungen. Die Sterberate des hämorrhagischen Fiebers liegt bei bis zu 90 %. Die Überlebenschancen variieren allerdings abhängig von der medizinischen Versorgung. Nachfolgend wird erklärt, was Ebola ist und woher das Virus kommt. Außerdem erfolgt ein Blick auf den aktuellen Stand zum Thema Ebola.

Was ist Ebola?

Bei Ebola handelt es sich um ein Virus aus der Familie der Filoviren, die sich durch eine fadenförmige Struktur auszeichnen. Unter den sogenannten RNA-Viren gilt der Ebola-Erreger als der größte Vertreter. Sein Name geht auf seine Entdeckung im Jahr 1976 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo zurück. Dort fand der erste Ausbruch der Krankheit in einem Dorf nah dem Fluss Ebola statt. Bis heute ist der Ursprung des Virus allerdings nicht zweifelsfrei geklärt. Als derzeit wahrscheinlichste Theorie gilt die Übertragung durch bestimmte Arten von Flughunden, die das Virus in sich tragen und selbst immun sind. Sie infizieren allerdings andere Tiere und sorgen auf diesem Weg für eine Übertragung auf den Menschen. Durch seine große Anpassungsfähigkeit ist Ebola in der Lage, sich in allen Körperzellen einzunisten, was die Verbreitung der Infektion beschleunigt. Das Risiko für Epidemien ist deswegen besonders groß.

Ebola Vorkommen und Verbreitung

Ebola-Fälle sind seit Mitte der 70er Jahre bekannt, als das Ebolafieber erstmals in der heutigen Demokratischen Republik Kongo ausbricht. Damals sind 318 Fälle bekannt. Eine größere Verbreitung von Ansteckungen findet zwischen 2000 und 2001 in Uganda statt. Insgesamt werden 425 Infektionen gezählt. Im Februar 2014 beginnt schließlich die bis heute größte Ebola-Epidemie mit fast 28.635 Erkrankten. Betroffen sind in diesem Zeitraum Guinea, Liberia, Sierra Leone, Nigeria, Senegal, Mali. Fälle treten außerdem in Spanien und den Vereinigten Staaten auf. Seit April 2018 verzeichnet die WHO eine epidemische Ausbreitung von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda. Die Übertragung des Virus lässt sich auf drei Wege eingrenzen.

Ebola-Übertragung

Auf die Frage „Wie wird Ebola übertragen?“ gibt es unterschiedliche Antworten. Wie bereits zuvor erwähnt, ist eine Infektion durch den Kontakt mit infizierten Tieren möglich. Hierbei geht es beispielsweise um den Kontakt mit der Körperflüssigkeit entsprechender Tiere. Dazu zählt der Verzehr des Fleisches von Tieren aus betroffenen Regionen. Eine weitaus wichtigere Form der Übertragung stellt allerdings die Infektion von Mensch zu Mensch dar. Hier ist eine Übertragung durch die Atemluft nach derzeitigem Wissensstand ausgeschlossen. Stattdessen geht das Risiko für eine Ebola-Infektion vom Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Schweiß, Speichel und Erbrochenem aus. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass eine Infektion nur nach der Inkubationszeit möglich ist. Konkret bedeutet dies, dass jemand mit einer Infektion, bei dem sich noch keine Symptome zeigen, nicht ansteckend ist. Anders sieht es bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Männern aus, die wieder gesund sind. In der Samenflüssigkeit finden sich Erreger noch Monate nach einer überstandenen Ebola-Erkrankung. Eine Zeit nach dem Kontakt mit infektiösen Flüssigkeiten bleiben auch Gegenstände eine Quelle für eine Ebola-Ansteckung. Denn Ebolaviren überstehen problemlos einige Tage an der Luft. Sollte eine Ansteckung vorliegen, treten die Symptome erst vergleichsweise spät auf.

Ebola Symptome

Die Inkubationszeit von Ebola kann bei bis zu 21 Tagen liegen. Allerdings sind auch Verläufe bekannt, bei denen zwischen Infektion und Ausbruch der Ebola-Erkrankung nur ein bis zwei Tage vergingen. Bei einem kleinen Teil der Ansteckungen liegt die Inkubationszeit deutlich über den 21 Tagen. Die daraufhin auftretenden Symptome des Ebolafiebers umfassen Beschwerden, die sich auf den ersten Blick als Grippe deuten lassen. Darunter sind teils starkes Fieber mit Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf der Krankheit weiten sich schwere und Art der Symptome aus. Es kommen Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen dazu. Da es sich um ein sogenanntes hämorrhagisches Fieber handelt, treten Blutungen als weitere Symptome der Erkrankung auf. Häufig in Magen, Darm und Schleimhäuten der Patienten. Folgen dieser Blutungen können Organversagen und Gehirnentzündungen sein. Die Überlebenschancen von Betroffenen lassen sich durch eine gute medizinische Versorgung verbessern.

Ebola im Jahr 2019

Im Jahr 2019 kam es erstmals seit dem Neuausbruch zu Ebola-Erkrankungen außerhalb der Demokratischen Republik Kongo. Ein fünfjähriger Junge und seine Familie, die aus dem Kongo in ihre Heimat in Uganda reisten, brachten Ebolaviren mit. Im Kongo hatte die Familie den am hämorrhagischen Fieber erkrankten Großvater versorgt. Sowohl der Junge als auch seine Großmutter verstarben später an den Folgen der Erkrankung. Im August 2019 wurde ein zweiter Krankheitsfall in Uganda registriert. Auch in diesem Fall brachten Reisende die Erkrankung aus dem Kongo mit nach Uganda.  Im gleichen Monat kommen erstmals Medikamente gegen Ebola zum Einsatz, die eine effektive Behandlung der Erkrankten ermöglichen. Die vier unterschiedlichen Wirkstoffe reduzieren die auftretenden Symptome und gestalten den Verlauf der Ebola-Erkrankung auf diesem Weg weniger kritisch. Untersuchungen der WHO zeigen, dass die Todesfälle durch zwei der Wirkstoffe besonders stark reduziert werden. Eine frühe Gabe der Medikamente, bei einer geringeren Viruslast, erhöht die Überlebenschancen ebenfalls signifikant. Im November 2019 lässt die EU-Kommission erstmals einen Ebola-Impfstoff zu. V920 soll im Jahr 2020 unter dem Namen Ervebo auf den Markt kommen und Erkrankungen vorbeugen.

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