Abhörskandal

Frau hält sich Hand hinter das Ohr und guckt erstaunt vor orangenem Hintergrund

Foto: panthermedia.net/SIphotography

Der Abhörskandal um die Geheimdienste NSA und BND war lange Jahre in den Medien und hat die Bevölkerung beschäftigt. Heute hört uns Alexa ab und schiebt unsere Daten zu Amazon. Abhörskandale scheinen also nie aufzuhören. Ein Überblick.

2013 publizierten Medien Geheimdokumente. Diese belegten, dass die NSA und andere Geheimdienste Kommunikation auf der ganzen Welt überwachen. Schwerpunkt war zu diesem Zeitpunkt die Terrorabwehr. Im Zuge dessen kam das Überwachungsprogramm „Prism“ in den Fokus der Öffentlichkeit. All diese Daten hatten Journalisten von Edward Snowden bekommen. Snowden war in diversen Positionen in einer Beratungsfirma für die National Security Agency (NSA) tätig, einen der Auslandsgeheimdienste der USA. Der Geheimnisskandal der USA wiegte schwer, sodass Snowden sich derzeit im Asyl in Russland befindet. Einer Anklage umging er so.

War der BND auch verwickelt?

Der BND in Deutschland war ebenfalls in den Abhörskandal verwickelt. Der BND hat Daten nach sogenannten Selektorenlisten an die NSA weitergeleitet. Auf diesen Listen waren Handynummern, E-Mail-Adressen oder Suchbegriffe vermerkt. Selektoren werden verwendet, um gewisse Informationen aus Datenströmen herauszufiltern.

Der BND ist der Bundesnachrichtendienst in Deutschland. Er hat seinen Sitz in Berlin. Der BND ist einer der drei deutschen Nachrichtendienste und genießt als einziger Nachrichtendienst hierzulande die zivile und militärische Auslandsaufklärung.

Alexa: „Werden wir heute immer noch abgehört?“

Wer seine Alexa Zuhause fragt, ob es heute auch noch Abhörskandale gibt, kann ins offene Messer laufen und selber abgehört werden. Zumindest, wenn der Besitzer sich nicht um die persönlichen Datenschutzangaben gekümmert hat. Der Sprachassistent Alexa stand erst kürzlich in der Kritik Sprachaufnahmen der Anwender zu sammeln und auszuwerten. Der Assistent von Amazon hat daraufhin reagiert und Nutzern die Möglichkeit gewährt, die Aufnahme der Spracheingaben zu verwehren. Nichtsdestotrotz werden Fragen und Befehle an Alexa auf einem Server des Konzerns gespeichert. Verbietet der Nutzer die Analyse zur Optimierung des Alexa Services, werden die Daten aber nicht mehr ausgewertet.

Abgehört werden ist für viele Menschen ein Alptraum. Wer erinnert sich nicht an den parallelen Skandal 2013 als klar wurde, das Barack Obama das Handy von Angela Merkel abgehört hat. Nicht nur in Krimis kommt es vor: das Abhören per Telefon.

Wie erkenne ich, ob mein Telefon abgehört wird?

Für den Endverbraucher ist es manchmal gar nicht so einfach herauszufinden, ob das eigene Mobiltelefon abgehört wird. Hintergrundgeräusche können ein Zeichen sein. Vor allem hohe Brummgeräusche sind verdächtig. Knackende Geräusche können darauf hindeuten, dass zwei Leiter miteinander verbunden sind. Wird das Telefon nicht benutzt, gibt aber dennoch Geräusche von sich, dann wird das Gerät höchstwahrscheinlich abgehört. Wird das Handy ohne ersichtlichen Grund sehr heißt und frisst Unmengen an Akku, kann das an einer Abhörsoftware liegen, die im Hintergrund läuft.

Wer den Verdacht nicht los wird, kann eine Anti Spy App verwenden. Der Nutzen dieser Apps ist jedoch umstritten. Ansonsten hilft es, den Mobilfunkanbieter zu kontaktieren oder zur Not die Polizei einzuschalten.

Das könnte sie auch interessieren